Musikpräsident macht Wahlkampf

In gut zwei Wochen wird in Wuppenau der vakante Gemeinderatssitz besetzt. Es kommt dabei zu einer Kampfwahl. Neben dem offiziellen Kandidaten Peter Schweizer macht nun auch Patrick Clesle seine Ambitionen geltend.

Simon Dudle
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Gelisteter Kandidat: Peter Schweizer, Welfensberg, 44jährig, Landwirt/Umweltingenieur. (Bild: Susanne Gnaedinger)

Gelisteter Kandidat: Peter Schweizer, Welfensberg, 44jährig, Landwirt/Umweltingenieur. (Bild: Susanne Gnaedinger)

WUPPENAU. Die Wahlunterlagen sind längst verschickt, erste davon bereits wieder ausgefüllt zurück auf der Gemeinde. Neben den National- und Ständeräten wird in Wuppenau am 18. Oktober auch auf kommunaler Ebene gewählt. Zu besetzen ist jener Gemeinderatssitz, der seit dem 7. Juli vakant ist. Bruno Krucker aus dem Weiler Greutensberg ist aus der Gemeinde weggezogen, als die neue Legislatur eben erst begonnen hatte. Seither teilen sich die verbleibenden vier Gemeinderäte Kruckers Aufgaben.

Späte Kandidatur

Lange deutete viel darauf hin, dass die Wahl am 18. Oktober unspektakulär verlaufen wird. Mit dem Welfensberger Peter Schweizer (Kurzinterview: siehe Ausgabe vom 28. September) hatte sich bis zum offiziellen Ende der Meldefrist am 24. August ein Kandidat gemeldet. Doch dabei blieb es nicht. Relativ kurz vor dem Wahlsonntag bringt sich auch Patrick Clesle aus Hosenruck ins Spiel. Schon mehrfach ist der langjährige Präsident der Musikgesellschaft Wuppenau in der Vergangenheit angefragt worden, ob er sich in der Gemeindebehörde einbringen wolle. Stets hat er abgelehnt. Nun aber ist er zur Einsicht gelangt, die Zeit sei reif dafür. Die Kandidatur kommt somit nicht überraschend, der Zeitpunkt aber schon. Die Vermutung liegt nahe, dass Clesles Kandidatur direkt mit jener von Schweizer in Verbindung steht. Dies verneint der Hosenrucker jedoch. «Das hat nichts mit der Person Schweizer zu tun. Wir kennen uns ganz gut», sagt Clesle. Vielmehr möchte er den Vereinen eine Stimme geben. Zum Beispiel beim Thema Vereinslokal. Zwar gibt es ein kleines in der Schule Wuppenau, das nun aber auch für den Mittagstisch gebraucht wird. «Da sehe ich einen Konflikt. Ich persönlich habe das Gefühl, dass die Vereine seitens der Schulgemeinde ins Hintertreffen geraten und möchte deshalb auf politischer Ebene eine Lösung finden», sagt Clesle.

Nicht auf der Wahlliste

Zudem ist ihm wichtig, die Finanzen im Lot zu haben, ohne die Gemeinde totzusparen. Das Ländliche soll erhalten bleiben und ein moderates Wachstum angestrebt werden.

Der 39jährige Clesle ist gelernter Landmaschinen-Mechaniker und in diesem Bereich auch als Kursleiter tätig. Er gehört zwar keiner Partei an, ordnet sich aber dem rechten Lager zu. Der Ur-Hosenrucker arbeitet in der Werkkommission der Gemeinde mit. Das späte Bekanntmachen der Kandidatur ist für ihn gewiss nicht förderlich, zumal er auf der Wahlliste nicht namentlich genannt wird. Clesle geht davon aus, dass die Vorteile im ersten Wahlgang, bei dem das absolute Mehr nötig ist, auf Schweizers Seite liegen und in einem allfälligen zweiten Wahlgang, wo das relative Mehr genügt, seine Chancen höher wären. «Dieses Risiko gehe ich ein», sagt Clesle, der als Wahlkampf ein Flugblatt verteilt und die Vereinspräsidenten informiert hat.

Entscheid noch offen

Der knapp 45jährige Schweizer sagt: «Ich bin etwas überrascht, dass dieser Entscheid so spät kommt, da die Kandidatur von Patrick Clesle im Vorfeld gehandelt wurde, aber bei meinem Entscheid zur Kandidatur vom Tisch war.» Der Präsident der Kirchgemeinde Welfensberg und Gruppenführer der Feuerwehr am Nollen gehört ebenfalls keiner Partei an, sieht sich aber politisch Mitte-Links. Er entscheidet in den nächsten Tagen, ob er Wahlkampf betreibt.

Kandidat: Patrick Clesle, Hosenruck, 39jährig, Landmaschinen-Mechaniker/Kursleiter. (Bilder: pd)

Kandidat: Patrick Clesle, Hosenruck, 39jährig, Landmaschinen-Mechaniker/Kursleiter. (Bilder: pd)

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