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Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil schwelgt am Unterhaltungsabend in guten alten Zeiten

Musik aus elf Dekaden, eine gute Portion «Retro» sowie Kameradschaft haben den Unterhaltungsabend der Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil geprägt. Den Höhepunkt bildete der Auftritt mit fast 40 Ehemaligen.
Christine Gregorin
Absoluter Höhepunkt: Über 80 Musizierende zelebrieren die «Slavonicka Polka» von Vladimir Fuka. (Bild: Christine Gregorin)

Absoluter Höhepunkt: Über 80 Musizierende zelebrieren die «Slavonicka Polka» von Vladimir Fuka. (Bild: Christine Gregorin)

«Was soll das denn für ein Jubiläum sein?», fragten sich Milena Sutter und Dominik Staubli am Samstagabend im Anschluss an den Einstieg mit Pauken und Trompeten: «Fanfare Exuberante» von Satoshi Yagisawa sorgte für einen fulminanten Auftakt. 111 Jahre würden höchstens von Guggen gefeiert, aber nicht von einer seriösen Musikgesellschaft, ereiferten sich die findigen Moderatoren weiter. Hatten die beiden Vereinsmitglieder von Leo Neuländer, Präsident der Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil (MGBO), doch den Auftrag erhalten, ein möglichst ansprechendes Programm zusammenzustellen. Etwas ratlos sahen sie sich vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt.

Alles, was zu einem Jubiläum gehört

Im Archiv und der Vereinschronik stiessen sie indes nicht nur auf den Geruch der alten Zeiten. Die ersten Präsidenten der Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil waren von Beruf allesamt Pfarrer gewesen – was überhaupt nicht verwunderlich ist, da die MGBO ihre Anfänge in der Kirchenmusik hatte. Ansonsten gaben die Moderatoren nur spärlich Details zur Vereinsgeschichte bekannt, griffen aber trotzdem tief in die unterhaltsame Trickkiste: Vom Uniformenmodel mit herrlich überdrehtem deutschen Akzent, das seinen Job als Knochenarbeit bezeichnet, über die live zugeschaltete Festrede von Altbundesrat Johann Schneider-Ammann bis hin zum spontan eingeplanten Witzteil, dessen Niveau für das anspruchsvolle Auditorium schlicht zu boden- und humorlos daherkam

Spannende Informationen und Requisiten liessen dennoch reichlich Erinnerungen wach werden und luden in der Mehrzweckhalle Breite zu einer Reise in die musikalische Vergangenheit durch sämtliche Generationen der Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil ein.

Traditionell bereicherte die Nachwuchsformation unter der Leitung von Marco D’Incau den Unterhaltungsabend. In enger Zusammenarbeit mit den Jonsch­wilern ist das Jugendensemble Bichwil-Oberuzwil-Jonschwil (JEBOJO) aufgetreten.

Das 44-köpfige MGBO-Korps bot unter der Leitung von Dirigent Dominik Eugster einen abwechslungsreichen Liederstrauss: aus fast jeder Vereinsdekade etwas. Insbesondere «Petite Fleur» von Sidney Bechet, «Forrest Gump Suite» von Alan Silvestri, «Music» von John Miles oder «Gilberte de Courgenay» von Hanns in der Gand sorgen für akustische Leckerbissen.

Kurz vor Ende der Veranstaltung offenbarte Dominik Eugster sein persönliches Jubiläum: «Ich bin seit zehn Jahren dabei». Folglich sei es sein zehnter Unterhaltungsabend. Am Anfang habe es immer geheissen «so ein junger Dirigent». Heute sei das nach wie vor manchmal zu hören, sagte er schmunzelnd. Das sei nur dank einer guten und schönen Zusammenarbeit möglich, wo einander gegenseitig Sorge getragen werde, brachte er die gelebte Kameradschaft innerhalb seines Korps abschliessend auf den Punkt.

Ein Hauch von «Wetten, dass ...»

Dank einer das Publikum einbeziehenden Saalwette schwingt ein nostalgischer Hauch «Wetten, dass ...» mit. «Schätze das zusammengezählte Alter aller Musizierenden auf der Bühne beim Jubiläumsstück Slavonicka Polka», lautet die Anleitung dazu. Mehr als 100 Einladungen an einstige MGBO-Instrumentalisten sind verschickt worden. Zeitliche und weitere Gründe haben zu Absagen geführt. 37 Ehemalige haben letztlich zu ihren Instrumenten gegriffen, geübt und sich für einen einzigartigen Auftritt unter der Leitung von Dirigent Peter Ilg nochmal auf die Bühne gestellt. «Wahnsinn, s‘isch super gsi, unglaublich schön», freut sich Leo Neuländer unmittelbar nach dem eigentlichen Höhepunkt des Abends so überschwänglich wie stolz berührt. Wenn über 80 Protagonisten gemeinsam musizieren, ist das etwas sehr Besonderes. Das sehen auch die Zuhörer so und reagieren begeistert - applaudieren frenetisch, bis sie zwei Zugaben zu hören bekommen. Schliesslich bleibt noch die offene Fragestellung zu beantworten: Sage und schreibe 3279 Jahre an Erfahrung sind während dieses speziellen Moments in Aktion - eine beeindrucke Zahl.

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