Musikalische Nachwuchstalente auf der Kinobühne in Uzwil

Vier junge Frauen beeindruckten beim Uzwiler Talentschuppen-Wettbewerb mit selbst geschriebenen Liedern.

Kathrin Meier-Gross
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Christoph Bär, Kulturbeauftragter der Gemeinde Uzwil, beglückwünscht Fabienne Dyllick, Schanaia Brogna, Lea Schenk und Isabel Loetscher (von links).

Christoph Bär, Kulturbeauftragter der Gemeinde Uzwil, beglückwünscht Fabienne Dyllick, Schanaia Brogna, Lea Schenk und Isabel Loetscher (von links).

Bilder: Kathrin Meier-Gross

Eines der Ziele des erneuerten «Gas gibt Kultur»-Angebots ist es, Jungtalenten eine Plattform zu bieten, um vor Publikum auftreten zu können. Das Kino City in Uzwil bietet dafür den stimmungsvollen Rahmen. So fläzte sich am Freitagabend ein gut gelauntes Publikum in den roten Plüschsesseln, während die Sängerinnen versuchten, ihr Lampenfieber zu bändigen.

Das Los hatte entschieden: Als Erste «durfte» Isabel Loetscher aus Jonschwil auf die Bühne. Die 16-jährige FMS-Schülerin trug sicher und selbstbewusst ihre englisch gesungenen Popballaden vor, begleitet von Playbackmusik. Als zweite folgte Lea Schenk aus Algetshausen, welche sich zur Kauffrau ausbilden lässt. Die 18-Jährige wechselte zwischen Keyboard und Gitarre. Zwischen zwei ausdrucksstark vorgetragenen, selbst geschriebenen Liedern holte sie tief Luft, lachte verschmitzt und sagte: «Da isch förs Mami». Mit «da» meinte die Rockballade «I would do anything for Love», welche Schenk berührend vortrug.

Der Traum von London

Die 16-jährige Schanaia Brogna aus Uzwil überraschte mit ihrer samtig-dunklen Stimme, die an Amy Winehouse erinnert. Entsprechend trug sie «You go back to her» der früh verstorbenen Sängerin vor, eingebettet in zwei selbst geschriebene Lieder. Brogna, Grafikerlehrfrau, träume davon, nach London zu ziehen und dort Musik zu machen, verriet Organisator Christoph Bär, der die Sängerinnen jeweils kurz vorstellte.

Fabienne Dyllick lebt in St.Gallen. Die Kosmetikerin hat sich dem R&B-Genre zugewandt. Ihre Interpretationen von Songs der Sängerinnen Kelis und Gabriella sowie das eigene Lied waren schlichtweg mitreissend. Dyllick, mit 25 Jahren, die älteste der Newcomerinnen, hatte aber am wenigsten Fans mitgebracht.

Der Publikumsapplaus entscheidet

Und das spielte bei der Bewertung eine Rolle, zählte doch die Lautstärke des Publikumsapplauses. Am meisten Dezibel wurden bei Schanaia Brogna gemessen. Lea Schenk wurde zweite, Fabienne Dyllick dritte und Isabel Loetscher vierte. Dank der technischen Betriebe Uzwil konnten Brogna 700 Franken überreicht werden. Dazu darf sie beim Rockanlass im Neuhof auftreten. Schenk erhielt 600 Franken und eine Auftrittseinladung für das Beach Battle. Dyllick bekam 500, Loetscher 400 Franken. «Ein Zustupf an eure künstlerische Weiterentwicklung», meinte Christoph Bär.

Bei der Organisation wurde er von Pascal Nussbaumer, dem Kinobetreiber, und Emanuel Reiter unterstützt. Reiter, der vor einigen Jahren ebenfalls in Uzwil eine Plattform für seine Musik erhalten hat, ist mittlerweile am Radio zu hören. Das Trio will demnächst den Verein Kulturkino Uzwil gründen. Am 17.März geht es mit Stand- up-Comedy die nächste Veranstaltung über die Kinobühne und am 26.April findet der nächste Talentschuppen statt.