Musikalische Kreuzfahrt

Eine musikalische Weltreise bot die Musikgesellschaft Niederbüren an ihrem diesjährigen «Musigobed». Für Verwirrung und Lacher sorgte danach das Volksstück «Zwee harti Nüss».

Erwin Schönenberger
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NIEDERBÜREN. Fast voll war der Gemeindesaal Niederbüren am Freitagabend bei der ersten Aufführung der Unterhaltung mit der Musikgesellschaft Niederbüren. Die Einstimmung durch die maritime Dekoration wies schon zu Beginn auf das Motto des Abends «Mir steched in See» hin.

Ferienstimmung

Die Jugendmusik unter der Leitung von Pius Zeller sorgte mit ihrem kurzen Eröffnungsprogramm für Ferienstimmung, sei es mit dem Marsch «St. Petersburg» oder mit «Smoke on the Water». Die rund 15 Nachwuchsmusikantinnen und -musikanten beherrschten ihr musikalisches Metier. Andreas Signer, Dirigent der Musikgesellschaft Niederbüren, zeigte in seinem Kapitäns-Outfit, dass nun die Reise um die Welt gestartet werden wird. Nach dem musikalischen «Sonnenaufgang» geriet die packende und ereignisreiche Reise schon mit einem Überfall der karibischen Piraten in eine heisse Phase. Das interessante Arrangement forderte von den über 50 Musizierenden den vollen Einsatz, vor allem im rhythmischen Bereich.

Nach dem packenden Auftakt waren dann gemütlichere Reiseerlebnisse angesagt bis hin zum «Griechischen Wein», der den Besuchern nicht nur musikalisch, sondern auch materiell geboten wurde. Und schon war man in Rio de Janeiro und liess sich von den feurigen südamerikanischen Rhythmen verzaubern. Klar, dass sich die Musikantinnen und Musikanten inzwischen auch ferienmässig verkleidet hatten. Die Schwimmwesten waren zumindest im musikalischen Bereich überflüssig, da führte Käpt'n Signer seine Crew mit sicherer Hand durch alle Weltmeere. Und nach dem tempomässig etwas zu braven «Maple Leaf Rag» landete man wieder zu Hause. Allerdings erklatschten sich die Besucher als Zugabe noch einen kurzen Abstecher nach Spanien.

Zwei Zahnlücken finden sich

Nach der grossen Pause war die Bühne frei für das Theaterensemble der Musikgesellschaft Niederbüren. Im heiteren Volksstück «Zwee harti Nüss» von Ulla Kling erlebte man, wie es angeblich früher auf dem Bauernhof zuging, als Magd und Knecht nur herumkommandiert wurden. Bauer und Bäuerin Lercher sind da aber etwas hin- und hergerissen in ihrer Beziehung zur Magd Käthy, die zwar fast so etwas wie ein eigenes Kind ist, aber doch nicht so ganz ihren Vorstellungen entspricht. Auch Knecht Seppi hat ein gespaltenes Verhältnis zu Käthy, der seiner Meinung nach etwas Wasser zum Waschen gut täte. Und dann spielen da noch der Poet Siegfried Schreiber und die rätselhafte und immer wieder auftauchende Chrüüter-Anni eine Rolle. Verwicklungen und Eifersüchteleien sind vorprogrammiert. Das Stück plätschert trotz der guten Leistung der Laiendarsteller etwas träge vor sich hin. Doch am Schluss finden sich Käthy und Seppi halt doch noch, nicht zuletzt auch deshalb, weil inzwischen beide eine Zahnlücke haben. Statt zum Pfarrer geht es nun aber zuerst zum Zahnarzt. Und für die Besucherinnen und Besucher ist gegen Mitternacht ein Abstecher ins Musigbeizli oder in das Barzelt angesagt.

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