Musikalisch fast überall zu Hause

Gion Stump – der Name klingt nicht nach grosser Welt. Doch der Sänger und Songwriter aus St. Gallen entpuppte sich bei seinem Auftritt in Münchwilen als vielseitiger Musiker.

Christof Lampart
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MÜNCHWILEN. Das Münchwiler Konzert von Gion Stump and the Lighthouse Project bildete am Freitagabend vor gut 40 Zuhörern den Auftakt zur eigenen «Schweizer Promo Tour 2013». Diese wird für die Band bis zum kommenden November noch mindestens 14 weitere Auftritte umfassen und vor allem dazu dienen, den jüngsten Tonträger «Rail Tracks» einer grösseren Öffentlichkeit vorzustellen. Kein Wunder also, dass vieles, was der musikalisch äusserst vielseitige Gion Stump (Gesang, Klavier, Keyboard und Percussion) an diesem Abend vortrug, vielen noch nicht bekannt ist. Es gab einiges zu entdecken.

Irgendwo aufgetreten

Tatsächlich nahmen Gion Stump und seine Band die Zuhörerschaft auf eine musikalische Reise mit, die einer echten Reise entsprang, wie er in der Pause erzählte. Er kaufte sich vor einiger Zeit mal ein Interrail-Abonnement und zog während mehrerer Wochen ziellos von Ort zu Ort. «Ich stieg irgendwo aus und spielte dort am Abend irgendwo auf», erinnert er sich gerne ans Erlebte zurück. Einfach dahinzuziehen und nicht genau zu wissen, was der morgige Tag bringen wird – dieses abenteuerliche Lebensgefühl transportierten die Lieder sehr gut.

Die wandlungsfähige Stimme des jungen Sängers und die zuweilen völlig unterschiedlichen Arrangements verrieten schnell einmal, dass sich hier jemand – auch wenn er alle Lieder auf Englisch sang – für die unterschiedlichsten musikalischen Kulturen öffnete und diese in seine Werke einfliessen liess. Dass diese «Bildungsreise» jedoch nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ reife Früchte hervorgebracht hat, war unüberhörbar.

Stimmiges Konzept

Mal kam Stump bluesig, dann wieder rockig daher. Popballaden hatten hier ebenso ihren berechtigten Platz wie auch geschrammelte Weltmusik, bei der vordergründig vor allem die Lust am vermeintlich improvisierten Zusammenspiel spürbar war. Dadurch, dass die musikalischen Genres oft kaum abgegrenzt waren, ja manchmal sogar fliessend ineinander übergingen, wurde der stimmige konzeptionelle Ansatz, der von Stumps Art, zu musizieren ausging, nochmals gekonnt verstärkt. Und das Publikum schätzte das sehr, spendete es den Musikern doch regelmässig einen kräftigen Applaus.