Asien trifft Schweiz: Musik und Tanz aus Fernost im Wiler Baronenhaus

In Wil gab es erstmals einen Anlass mit japanischer, chinesischer und schweizerischer Kultur.

Christoph Heer
Drucken
Teilen
Mayumi Lehmann (links) und Akemi Hess zeigen einen japanischen Volkstanz. Bild: Christoph Heer

Mayumi Lehmann (links) und Akemi Hess zeigen einen japanischen Volkstanz. Bild: Christoph Heer

Eine junge Frau setzt sich vor das Publikum, lächelt, ihre Augen glänzen. Gespannt warten die Zuhörer auf den ersten Ton ihres Instrumentes. Guqin nennt sie das Instrument. «Ein spannendes Instrument mit tollem Klang, wunderbar gespielt von Qin Streller-Shen.» Eine erste Kostprobe von unzähligen weiteren Lobeshymnen am Sonntagabend im Baronenhaus.

Roland Mötteli aus Wallenwil schwärmt nicht nur vom Guqin. «Auf solch einen Anlass hat man gewartet. Schön, dass es die Organisatoren geschafft haben, dies auf die Beine zu stellen und dann noch in diesen unglaublich atmosphärischen Räumen des Baronenhauses.» Während der Kulturanlass seinem Motto «Brücken bauen zwischen Menschen und Kulturen», gerecht wird, steigert sich das Ganze von Minute zu Minute. Freundschaften und Bekanntschaften werden geschlossen, Menschen aus China, Japan und der Schweiz schwelgen gemeinsam in Erinnerungen und tauschen sich aus – genau so, wie es sich das OK gewünscht hat.

Fünf Freunde und zahlreiche Helfer

Damit ein solch Kulturen übergreifender Anlass zu Stande kommt, braucht es treibende Kräfte, die sich, wie in diesem Fall, während rund anderthalb Jahren an der Organisation betätigt. Mit Haigui Liu Resenterra, Atsuko und Christof Lampart-Fujii, Lukas Häne und Adrian Zeller haben sich fünf Freunde zusammengetan, die sich im Laufe der Planung und nach der Konkretisierung der ursprünglichen Grundidee von zahlreichen weiteren Helfern unterstützt sahen. Der Chinesische Verein, der schweizerisch-japanische Kulturverein Yamato und der Tai Chi Club Wil waren dafür verantwortlich, dass die Besucher ganz auf ihre Kosten kamen. Sun Rong (chinesischer Tanz), Armin Ziesemer (japanische Märchen), Lukas Häne (Qi Gong, Meditation in Bewegung), Pan Rongying (chinesisches Gedicht), Mayumi Lehmann mit Akemi Hess (japanischer Volkstanz) und Qin Streller-Shen (chinesisches Saiteninstrument) erfüllten den Konzertsaal mit einem Hauch feinster, fernöstlicher Kultur.

Shamisen ist eine dreisaitige, gezupfte Langhalslaute mit einem langen, schmalen Hals und einem kleinen Korpus. Das traditionelle japanische Musikinstrument wird wie eine Gitarre gehandhabt, vorausgesetzt, man beherrscht es. Andreas Tellenbach (Winterthur) ist einer, der genau weiss, wie perfekte Klänge erzeugt werden. Der Shamisen-Fachmann hat sich das Spielen auf diesem Instrument hauptsächlich selber beigebracht und gibt heute sogar gelegentliche Workshops in Japan oder Deutschland.

Hoffen auf eine zweite Durchführung

Für Anita Keller aus Niederhelfenschwil hat sich das Kommen gelohnt. «Kurzweilig und spannend», bezeichnet die Besucherin diesen Premierenanlass. Sie hofft, als Mitglied des schweizerisch-japanischen Kulturvereins Yamato, auf eine zweite Durchführung. Adrian Zeller sagte hierzu, dass jetzt zuerst einmal ein Fazit gezogen wird, «aber wir sind sehr zufrieden mit dem ganzen Ablauf. Zudem hätten wir noch mehr Interessierte auf einer Warteliste gehabt, das zeigt doch, dass das Interesse vorhanden ist.»