MUSIK: Singen bricht das Eis

Der Verein Inside Africa mit Sitz in Wil hat einen Integrationschor lanciert. Ziel ist der Austausch zwischen Migrantinnen und Migranten und der Schweizer Bevölkerung. Mitmachen darf jeder, der Freude am Singen hat.

Ursula Ammann
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Rita Kobler (Mitte) leitet mit Alexandra Gnägi und Walter Gysel den Integrations-Chor. (Bild: PD)

Rita Kobler (Mitte) leitet mit Alexandra Gnägi und Walter Gysel den Integrations-Chor. (Bild: PD)

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

Aus Ländern wie China, Peru, Äthiopien, Syrien, Kenia, aber auch aus der Schweiz kommen sie. Die Sängerinnen und Sänger des Integrationschors. Auf die Beine gestellt hat diesen Rita Kobler, gebürtige Nigerianerin und Präsidentin von Inside Africa Switzerland. Der Verein mit Sitz in Wil unterstützt Bildungsmöglichkeiten für Kinder in Afrika, setzt sich aber auch für den Austausch zwischen Migrantinnen und Migranten sowie der Schweizer Bevölkerung ein. Und genau darum geht es auch im neuen Chor. «Ziel ist, dass die Leute sich kennen lernen und vernetzen», sagt Rita Kobler. Unterstützung für ihr Projekt erhält sie von Sozialarbeiterin Alexandra Gnägi, die Vorstandsmitglied im Verein Inside Africa ist, und Walter Gysel. Der Zuzwiler leitet bereits den Chor 60voices und war von der Idee des Integrationschors sofort angetan. Derzeit singen 15 Personen unterschiedlichster Nationen, Kulturen und Generationen mit, auch Rita Kobler selbst.

Im November fand die erste Probe statt. Weitere folgen (siehe Infokasten). Im Repertoire befinden sich afrikanische Gospel und Songs aus aller Welt. Der ist Chor jedoch offen für neue Musikrichtungen und ebenso für neue Sängerinnen und Sänger. Das können Migrantinnen und Migranten, aber auch Schweizerinnen und Schweizer sein.

Spontanität ist beim Singen erwünscht

Noten lesen müsse man nicht können, sagt Walter Gysel, der den Chor jeweils am Klavier begleitet. «Wir singen nach Gehör». Auch sei es nicht zentral, die Liedtexte einwandfrei wiedergeben können, ergänzt Rita Kobler. «Man kann ruhig locker lassen, auch mal Fehler machen und sich zeigen, wie man ist», sagt sie. «Es geht bei uns nicht um Perfektion, sondern ums Dabeisein mit Herz.» Das hat sie den Teilnehmenden von Anfang an übermittelt. Walter Gysel erzählt: «Bei der ersten Probe waren alle noch etwas gehemmt. Da hat Rita einfach ein Lied angestimmt und die Situation hat sich sofort entspannt.» Spontanität ist beim Singen durchaus erwünscht. Wem es danach ist, an einer Stelle ein Intermezzo zu singen, kann seiner Stimme freien Lauf lassen.

Der Integrationschor will nichts überstürzen. Ziel ist es aber dennoch aufzutreten. Bereits gibt es Anfragen für Kurzkonzerte. Im Juni in der Kirche und im September an den Kul­thurnetztagen in der Lokremise. Am 11. Februar singen Mitglieder des Integrationschors und von 60voices in der Traberturnhalle in Bichelsee. Die Kollekte geht dann an ein Projekt in Nepal. Der Erlös aus künftigen Konzerten soll dem Verein Inside Africa zugutekommen. .