Musik in der Stille – Ein Wiler spielt jeden Tag für die Nachbarn auf seiner Drehorgel

Ernst Abbt erfreut die Tödlistrasse in Wil mit seiner Musik.

Vera Minder
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Bereits zwei Wochen ist es her, seit der Bundesrat die Bevölkerung dazu aufgerufen hat, wenn immer möglich zu Hause zu bleiben. Seitdem schiebt der Wiler Ernst Abbt jeden Tag um 11.45 Uhr seine Drehorgel in den Eingangsbereich seines Hauses an der Tödistrasse und erfreut seine Nachbarn mit einer Viertelstunde Musik, bevor die Klänge um 12 Uhr von Glockenschlägen der umliegenden Kirchen abgelöst werden und das kleine Konzert mit einem Klatschen der Nachbarn belohnt wird. «Solche Gesten tun in dieser Zeit sehr gut», findet eine Nachbarin. Sobald er spiele, gehen in den umliegenden Häusern die Fenster auf, Gartenarbeiten werden kurz pausiert und den Zuhörenden wird ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert.

«Ich habe von Italien gehört, dass die Menschen auf den Balkonen Musik machen. Aber ich kann weder gut singen, noch ein Instrument spielen, deshalb habe ich meine alte Drehorgel wieder hervorgeholt», erzählt Abbt. Vor Jahren nahm er seine Drehorgel jeweils an Vereinsfeste oder Geburtstage mit, um anderen eine Freude zu machen. Nun erfreut er die Herzen der Nachbarn.