MUSIK: Gesang ist ihre grosse Leidenschaft

Die Ostschweizer A-cappella-Gruppe Stimmband hat mit einem berührenden und mitreissenden Konzert das neue Programm der Donnerstags-Gesellschaft Oberuzwil eröffnet.

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Michael Roffler reibt sich die Hände und macht Fingerübungen. Ist der Mann so nervös? Immer wieder schaut er auf die Empore. Dann geht er zum Klavier und stimmt ein Lied an. Vom oberen Geschoss ertönen Männerstimmen, dann vervollständigen die Frauen den Chor. «Halleluja» von Leonard Cohen entfaltet in der evangelischen Kirche in Oberuzwil eine tief berührende Wirkung.

Der A-cappella-Gesang sei die Leidenschaft der Stimmband-Mitglieder, sagt Jürg Schadegg. Und das seit vielen Jahren. Die zwölf Sängerinnen und Sänger stammen aus der Ostschweiz. Einer davon, Thomas Hofstetter, ist Mitglied der Donnerstags-Gesellschaft und im Dorf ansässig. Unter Leitung von Rolf Engler singt der Laienchor anspruchsvolle und moderne Gesangsliteratur aus den Stilrichtungen Jazz, Pop, Gospel und Worldmusic. Ihr Auftreten ist für einen Chor sehr bewegungsfreudig. Bei «That Lucky Old Sun» singen sie zwischen den voll besetzten Bankreihen und bei «Bring Me Little Water Sylvie» sind die schwarzgekleideten Sängerinnen und Sänger im ganzen Chorraum verteilt.

Funkig ertönt «Trashing The Camp» von Phil Collins. Vom Uzwiler Musiker und Komponisten Roman Bislin stammt «Pearls Before Swine». Typischer A-cappella-Gesang sind die Lieder von Manhattan Transfer: «Route 66» und «The Boy From New York City» – ein Genuss zu hören und zu sehen. Genauso wie «Sing Sing» und «You Raise Me Up». Mitreissende Songs, die mit dem Piano begleitet sind. Billy Joels «For The Longest Time» wird von einem Quartett vorgetragen. Bei «I’ll Think Of You» beweisen die Sängerinnen und Sänger ihr Rhythmusgespür. Nebst dem Singen zeigen sie eine anspruchsvolle Klatsch- und Stampfchoreografie. Nach dem Schlusslied «Girls Girls Girls» brandet ein grosser Applaus durch die Kirche. Nach drei Zugaben verlässt die Gruppe, begleitet von Standing Ovations, endgültig die Kirche.

Der nächste Anlass der Donnerstags-Gesellschaft findet am 29. Juni statt. Dann haben Interessierte die einmalige Gelegenheit, die international bedeutende Kunstsammlung von Ursula Hauser in der ehemaligen Papyria-Fabrik in Henau zu besuchen.

Kathrin Meier-Gross

redaktion@wilerzeitung.ch