MUSIK: Eine Katze gab den Namen

Die Bazenheider Band Tigershead macht Musik zum Tanzen. Doch nicht in alt­her­gebrachter Art, sondern auf revolutionäre Weise. Am nächsten Freitag spielt sie in Lichtensteig.

Michael Hug
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In Bazenheid aufgewachsen, in Flawil zum Proben: Nils Ammann, Florian Abt und Robin Ammann (von links). (Bild: Michael Hug)

In Bazenheid aufgewachsen, in Flawil zum Proben: Nils Ammann, Florian Abt und Robin Ammann (von links). (Bild: Michael Hug)

Michael Hug

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«Musik für den unverwüstlichen Clubgänger» – so lautet ein Credo von Tigershead. Weil das noch nicht allzu viel aussagt, legen sie noch einen drauf: «Musik für verträumte Partytiger, die sich durch den Dschungel verwobener Melodien tanzen. Mal psychedelisch, mal die Faust aufs Auge, beziehungsweise den Bass in den Magen.» Tönt am Ende etwas brachial. Was machen die drei «Tigerköpfe» nun tatsächlich? «Wir wollen Musik zum Tanzen machen und trotzdem mit Instrumenten spielen», sagt Nils Ammann. Das tönt althergebracht, denn Tanzmusik wird ja seit jeher mit Instrumenten gemacht.

Club-Musik ist digital

Doch das ist in der Clubszene schon lange nicht mehr so. In Clubs, den modernen Tanzlokalen, welche die Discos von einst abgelöst haben, wird Tanzmusik fast nur digital produziert. Techno oder Electro heissen die Genres, dabei werden eingängige Rhythmen und Melodien mit diversen elektronischen Klangerzeugern geschaffen. Die drei Bazenheider Musiker Nils Ammann, Florian Abt und Robin Ammann halten dem ihre erlernten Instrumente entgegen. Florian Abt: «Entstanden ist das Projekt Tigershead vor etwa viereinhalb Jahren. Wir haben schon seit unserer gemeinsamen Schulzeit Musik gemacht. Dann kam die Idee, elektronische Musik mit analogen Instrumenten zu verbinden.» Es habe auf Anhieb gut funktioniert, sagen die drei, sie hätten viele Einfälle gehabt und verarbeitet, das eine habe das andere bewirkt und so seien mit der Zeit viele Songs entstanden.

«Biotechno» nennen sie ihre Musik. Die Vermählung von Synthesizer, Gitarre, Bass und Schlagzeug mit tanzbarer Techno-Sub­stanz. Nichts anderes als die «Disco» revolutionieren wolle man damit. Aber im Grunde bleibt’s dabei: «Wir wollen einfach nur, dass die Leute tanzen können und Spass dabei haben.» Dafür opfern die drei 29- und 30-jährigen Exil-Bazenheider viel Freizeit, kommen einmal in der Woche in Flawil zusammen und proben. Freizeitmusiker mit extrem viel Leidenschaft also, jeder arbeitet in einem Hauptberuf. Nils Ammann arbeitet in Zürich als Lehrer in einer Tontechnikerschule. Sein Bruder Robin ist Arbeitsagoge in Uzwil und Florian Abt ist in einem Start-up-Unternehmen für Agrarberatungen tätig und wohnt in Winterthur. Der Name Tiger­shead sei von der Katze der Mutter der beiden Ammanns inspiriert.

Proben im Hochsommer

Auch jetzt im Hochsommer wird bei Tigershead wöchentlich geprobt, denn es stehen eine ganze Reihe von Konzerten an in den nächsten Wochen. «Wir kommen schon noch zu unseren Ferien, sagt Robin Ammann, «aber wenn Auftritte gebucht sind, dann haben das und die Proben halt Priorität.»

Fast immer finden ihre Auftritte am recht fortgeschrittenen Abend statt, sagen die drei. In der Clubszene beginnt das Leben erst um Mitternacht und dauert bis in den frühen Morgen. Nils Ammann: «Und wenn wir an Electro-Festivals auftreten, spielen wir meistens erst am Schluss. Wir wollen die Leute dann nochmals zum Tanzen bringen, nochmals aufrütteln. Dazu brauchen wir diese Live-Atmosphäre, damit wird das Publikum spüren, das ist dann wie eine Art von Kommunikation.»

Live kann man Tigershead am nächsten Freitag, 28. Juli, ab 21 Uhr bei Behind the Bush Production in Lichtensteig erleben.