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MUSICALFIEBER: Nur der Ehrgeiz ging nie verloren

Die musikalische Leitung der Produktion «The Addams Family» oblag Jacqueline Koller aus Niederwil. Sie erzählt von ihrer Liebe zur Musik und den Schwierigkeiten eines solchen Projektes.
Zita Meienhofer
Jacqueline Koller hatte nicht nur die musikalische Leitung, sie spielte auch die Rolle der Addams-Tochter Wednesday (Mitte). (Bild: Zita Meienhofer)

Jacqueline Koller hatte nicht nur die musikalische Leitung, sie spielte auch die Rolle der Addams-Tochter Wednesday (Mitte). (Bild: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

Sie liebt Musik und singt seit sie singen kann. Das hat sie in Schülerbands und in einigen anderen Formationen schon getan. Vor drei Jahren stellte sie sich dem Casting von Severin Pfeffer. Dieser plante damals, sein eigenes Musicalprojekt «Ä bsunders Gschenk», auf die Bühne zu bringen. Sie bekam eine Rolle und war ein Jahr später Gründungsmitglied des Vereins Musicalfieber Flawil. In «The Addams Family», dem Musical, das am Samstag letztmals aufgeführt wurde, hatte sie die musikalische Leitung inne. Dies, obwohl sie mit Ausnahme von Keyboardstunden, keine musikalische Ausbildung genoss. Sie, das ist Jacqueline Koller, 24-jährig, aus Niederwil, als medizinische Pharmaassistentin tätig.

Musiker und Schauspieler stiegen aus

Die Produktion des Flawiler Vereins war durch und durch professionell. «Ja, das war es und wir bekamen auch sehr viel Lob dafür. Viele waren ob der Professionalität überrascht», sagt Jacqueline Koller mit einem Lachen im Gesicht. Jedoch, zu lachen hatten die Verantwortlichen von Musicalfieber lange Zeit nicht viel. «Wir hatten mit Schwierigkeiten zu kämpfen», erklärt Jacqueline Koller. Sie, die einerseits für das Einspielen der einzelnen Stimmen zuständig war und die Gesangs- sowie Chorproben leitete, anderseits auch die Band zusammenstellte. Bei Probebeginn im vergangenen Sommer lag die Zusage aller Musikerinnen und Musiker vor. Sukzessive stiegen diese jedoch aus, mit Ausnahme des Trompeters Roman Vetterli und der beiden Violinistinnen Anne-Kathrin Eicher sowie Julia Miller. Und, es waren nicht nur die Musiker, auch einige Schauspieler warfen das Handtuch. Ob es der zeitliche Aufwand war oder was immer, Jacqueline Koller hinterfragt nicht. Sie ist sich bewusst, dass ein solches Projekt – wofür keine Gage bezahlt wird – mit einem grossen Engagement verbunden ist, einem Engagement, das nicht allen zusagt. Sie glaubt auch, dass diese Produktion schlichtweg unterschätzt wurde. Pro Woche wurde einmal geprobt, hinzu kamen die wöchentliche Gesangsprobe, die Probetage und die Probewochenenden. «Das ist streng». weiss Jacqueline Koller.

Band komplett, aber wenig Auftrittsmöglichkeiten

Vom Vorhaben überzeugt, liess sie ihre Kontakte spielen und schaffte es, eine neue Formation zusammenzustellen. Da war der Uzwiler Musiker Edoardo Tognazza (Gitarre/Ukulele), den sie von der Schülerband kannte. «Er hat gleich Schlagzeuger Michael Stefania und Kontrabassist Egon Baer mitgebracht.» Eine der Pianistinnen, Julia Bischof, ist die Cousine einer ihrer Kolleginnen. Einzig die zweite Pianistin, Ann-Sophie Vogel, ist weder aus dem Bekannten- noch dem Verwandtenkreis. Sie stiess über einen Aushang am Konservatorium Winterthur auf Muscialfieber. «Ich habe jedoch heute noch keine Ahnung wie der Aushang dorthin kam», sagt Jacqueline Koller. Ihr Netzwerk schien zu funktionieren.

Die Stimmung sei schon manchmal fast am Boden gewesen, erzählt Jacqueline Koller, doch wir haben uns immer wieder motiviert. «Wir sind alle sehr ehrgeizig, wollten etwas Tolles auf die Bühne bringen.» Die Band hat viel geübt, die Schauspieler haben am Stück gefeilt, Details wurden ständig verbessert. «Das Publikum hat es geschätzt, entsprechend waren die Kollekten.» Motiviert hat sie auch das Stück selber. Jacqueline Koller schwärmt von der US-amerikanischen Fernsehkomödie «The Addams Family», von der sie nicht genug kriegen kann. Sie zeigt sich denn auch erstaunt über die Tatsache, dass Musicalfieber Flawil verwehrt wurde, ihre Produktion auf einigen weiteren Bühnen in der Ostschweiz zu zeigen. Der Grund sei meistens der Inhalt dieses Stücks gewesen, das von einer bizarren Familie mit gänzlich schwarzem Humor handelt, letztlich allerdings doch die Liebe siegt. Neben Flawil konnten sie das Musical einzig in Kirchberg und Goldach aufführen.

Musik machen, singen und auf Reisen gehen

Nun hat Jacqueline Koller wieder etwas mehr Zeit. Sie nutzt diese – wofür wohl –, um Musik zu machen, um zu singen. «Musik ist für mich ein grosses Thema, da kann ich abschalten, nach einem strengen Tag das machen, was Freude macht.» Geplant ist die Mitwirkung als Sängerin bei Su(mp)fff Brass. Im Sommer geht es dann nach Costa Rica und Peru. Reisen ist ihre weitere Passion. Sicher ist sie wieder bei einer Produktion von Musicalfieber Flawil dabei. Und, sie könnte sich durchaus vorstellen, mehr in Richtung Musik zu machen – jedoch nicht hauptberuflich. «Als zweites Standbein», sagt sie.

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