Museum würdigt die
40-jährige Rennkarriere
von Bruno Eigenmann

Während 40 Jahren hat der ehemalige Flawiler Garagist, Bruno Eigenmann, Autorennen bestritten – das letzte vor sieben Jahren. Jetzt widmet ihm das Ortsmuseum eine Ausstellung. Vernissage ist am 17. März.

Andrea Häusler
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Bruno Eigenmann bestritt 1972 sein erstes Rennen und beendete seine Karriere 40 Jahre später mit einem Sieg am Hemberg. (Bilder: Andrea Häusler)

Bruno Eigenmann bestritt 1972 sein erstes Rennen und beendete seine Karriere 40 Jahre später mit einem Sieg am Hemberg. (Bilder: Andrea Häusler)

Bruno Eigenmann ist kein Mann der grossen Worte. Sich selbst zu rühmen, zu brüsten mit den Erfolgen seiner über vier Jahrzehnte dauernden Rennkarriere, liegt ihm fern. Natürlich sei man stolz auf das Erreichte, sagt er zwischen den Pokalen in den Vitrinen, den zahlreichen Fotografien und den Ausrüstungsgegenständen aus seiner aktiven Zeit. «Speziell auf die vier Titel in der nationalen Meisterschaft.» Jedoch seien die Resultate nur ein Teil der Faszination Rennsport gewesen. So überrascht es nicht, dass er die Frage nach dem persönlichen Karrierehöhepunkt nicht zu beantworten weiss: «Es gab so viele Siege, die mich gefreut haben. Aber so ein richtiger Vollhammer? Keine Ahnung.» Prägend und von nachhaltigem Wert seien für ihn die Freundschaften gewesen, die Kollegialität und Hilfsbereitschaft, die trotz der Konkurrenz auf der Strecke unter den Teams selbstverständlich gewesen seien. Heute, sagt Bruno Eigenmann, gebe es diese «familiäre Atmosphäre» nicht mehr, arbeiteten die Teams isolierter.

Schon als Kind motorenverrückt

 Eigenmanns Karriere begann 1972 in einem Volvo 144S – jenem Serientourenwagen, auf dem er den Kurs für die Rennlizenz absolviert hatte. 40 Jahre später, 2012, ging er am Bergrennen Hemberg letztmals an den Start. Seine Laufbahn beendete er mit einem Klassensieg in der Rennwagen-Kategorie. Und zwar ziemlich spektakulär: Nach der Zieldurchfahrt verursachte er einen Unfall, bei dem er sich erheblich verletzte. Sein Wagen, ein gemieteter Dalara Opel 2000 F3, war demoliert.

Gegenstände aus der aktiven Zeit des Flawiler Rennfahrers.

Gegenstände aus der aktiven Zeit des Flawiler Rennfahrers.

 «Ich war schon als Kind motorenverrückt, liebte, was möglichst laut dröhnte – egal, ob Auto oder Töff», erzählt Bruno Eigenmann. Naheliegend, dass der Motorsport zu seiner Leidenschaft wurde. Eingestiegen ist Eigenmann mit Spezialtourenwagen. Erst später mass er sich auch in der Rennwagen-Kategorie. Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Bereits in seinem zweiten Jahr gewann er, in der Formel Super Vau, den Schweizer Maloya Cup. Sein Fahrzeug: ein Lola 1600. Dem folgten weitere Gruppen- und Klassensiege, ehe er sich 1992, mit einem Ralt RT3 1600, zum zweiten Mal den Meistertitel sicherte.

Eigentlich wollte Bruno Eigenmann 1995 vom aktiven Rennsport zurücktreten, liess sich dann jedoch dazu überreden, wenigstens noch zwei Rennen zu bestreiten. Es wurden mehr. Zwei Klassensiegen folgte eine Saison, die er schliesslich mit dem dritten Meistertitel krönte. Neun Jahre später wurde er zum vierten und letzten Mal Meisterschaftssieger – inzwischen 55 Jahre alt.

Kein Bastler, sondern professioneller Schrauber

Bruno Eigenmann baute sich während seiner Rennfahrer-Karriere mit Bordoli Motorsport und Joe Zeller Racing sowie mit Freunden zwei Fahrzeuge komplett neu – in seiner Freizeit. Dass ihm und seiner Karriere eine Ausstellung gewidmet wird, betrachtet Eigenmann als Ehre und Würdigung seiner Leistung. Benzin hat er noch immer im Blut. Das wird dann fühlbar, wenn er sich mit den Bildern und Effekten aus seiner aktiven Zeit umgibt. Dennoch sagt er: «Heute nehme ich es ruhiger hinter dem Steuerrad.» Wenn er überhaupt im Auto unterwegs ist. Denn, ob man’s glaubt oder nicht: Öfter trifft man den «Motorenverrückten» auch auf dem Bike an.

Nach der Vernissage vom kommenden Sonntag, 17. März, finden am Samstag, 30. März und 15. Juni sowie an den Sonntagen vom 7. April, 5. Mai, 19. Mai und 15. Juni Ausstellungsrundgänge mit Filmvorführungen statt. Am Sonntag, 2. Juni, 11 Uhr, wird ins Rennfahrerbistro mit Gästen und einer Autoausstellung geladen. Am 16. Juni ist ein Besuch des Fahrerlagers am Hemberg geplant. Die Führungen beginnen jeweils um 14.30 Uhr. (ahi)