Müssiggang mit Jodeln, Humor und Geselligkeit

Urige Liedervorträge, reichlich hemdsärmelig-träfer Appenzeller Charme und ein die Lachmuskeln arg strapazierender Einakter haben am Uzwiler Jodler-Obed gute Laune verbreitet und viel Kurzweil beschert. Kurzum: Es war gelebtes Brauchtum par excellence. Das Publikum war rundweg begeistert.

Christine Gregorin
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Der Einakter «Im Bünzli sis Lädeli» strapazierte die Lachmuskeln. (Bild: Christine Gregorin)

Der Einakter «Im Bünzli sis Lädeli» strapazierte die Lachmuskeln. (Bild: Christine Gregorin)

UZWIL. «Die Vorbereitungen haben schon grossen Spass gemacht. Nachdem nun alles gut über die Bühne gegangen ist, bin ich vor allem erleichtert. Entsprechend ist die Freude natürlich umso grösser», sagte Präsident Urs Signer kurz vor Mitternacht zufrieden.

Viel Lob geerntet

Eine nicht ganz repräsentative Umfrage im Publikum macht deutlich, dass am Samstagabend wirklich generationenübergreifend für jeden Gusto etwas Passendes geboten worden war. Insbesondere die Liedervorträge von Jodlerin Gabriela Fenner und ihren 22 Sängerkollegen des Jodelclubs Uzwil unter der Leitung von Michaela Buob wussten restlos zu gefallen. Ebenso überzeugten die vier gemäss präsidialer Aussage «rassigen» Frauen vom Echo vor Rätschäflue aus dem bündnerischen Saas mit ihrer Andersartigkeit.

Gelungene Mischung

Auch der mimisch grandios und gestenreich vorgetragene Einakter «Im Bünzli sis Lädeli» erntete viel Applaus. Die Protagonisten waren: Thomas Hohl als Alleskönner und Krämer Hugo Bünzli, Hans Ehrler in der Rolle des Lebensmittelinspektors Julius Meckerlein, Manfred Loser alias Simulant Gottlieb Knorr, Maya Fürer als dessen Frau Maria Knorr, Monika Angst interpretierte die alte Jungfer Fräulein Wunderlin und Nadine Frick die Serviertochter Heidy Loren.

Das ausgiebige Pflegen der Geselligkeit gehört an einem solchen Abend selbstredend auch mit dazu. «Mir hat alles bestens gefallen, sogar die Witze des Präsidenten», bringt es ein Junggebliebener mit einem Augenzwinkern auf den Punkt. Im Anschluss spielte das Ländlertrio Moosbuäbä aus Euthal im Kanton Schwyz im Gemeindesaal zum Tanz auf und war damit für einen launigen Ausklang besorgt.

Ein Hobby für alle

«Der heutige Abend ist der absolute Höhepunkt im Jodlerjahr, aktiv gelebtes Brauchtum eben», freute sich René Frischknecht, seit nunmehr drei Jahren Mitglied im Jodelclub Uzwil. Der um zwei Dienstjahre reichere Sepp Püntener bestätigte seinen Vorredner und ergänzte: «Zugleich bietet der Jodler-Obed jeweils auch eine Plattform, uns einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.» Die «Frischlinge» Lukas Bösch und Ron Huber sind erst seit einem halben Jahr mit von der Partie und loben speziell die kameradschaftliche Geselligkeit. «Heute können wir zeigen, was wir erarbeitet haben», betonten die beiden einhellig und fügten am Ende überzeugt an, dass das Jodeln durchaus ein genauso schönes wie attraktives Hobby für Junge sei.