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MÜSELBACH: Dorftreff oder Jugendhaus

Seit den Sommerferien ist es still um das Schulhaus Müselbach. Die Kinder gehen jetzt in Kirchberg zur Schule. Der Dorfverein hat Interesse, ein anderer Verein möchte das Gebäude für ein Jugendhaus nutzen.
Jonas Manser

Jonas Manser

jonas.manser@wilerzeitung.ch

Normalerweise hallt das Glöckchen im kleinen Turm durch die Schule mit den roten Fenster­läden. Nun bleibt es stumm. Das Schulgebäude Müselbach aus dem Jahr 1933 wird seit Juli nicht mehr gebraucht: Die Schülerzahl nahm stetig ab, alle Kinder drücken seit diesem Schuljahr in Kirchberg die Schulbank. Der Entscheid zur Schliessung der Schule wurde bereits vor einigen Jahren gefällt – nun wurde er Realität. «Der Kopf sagte Ja, das Herz sagte Nein», beschreibt Schulratspräsident Orlando Simeon die emotionale Situation, in der sich die Bevölkerung damals befand. Mit der Schliessung gehe auch ein Stück Kultur verloren.

Entscheid liegt bei der politischen Gemeinde

Bereits im Jahr 2005 verlegten die Verantwortlichen die Mittelstufe nach Kirchberg. In diesem Jahr geschah das Gleiche mit der verbliebenen Unterstufe. Der Schulrat habe sämtliche Möglichkeiten für eine schulische Weiterverwendung aus pädagogischer, baulicher und finanzieller Hinsicht geprüft – und dann dem ­Gemeinderat den Verzicht mitgeteilt, heisst es im «Gmeindsblatt» von Kirchberg. Nun entscheidet die politische Gemeinde, was mit dem Gebäude geschehen soll. Schon vor der Schliessung interessierte sich ein Verein aus dem Toggenburg für das Schulgebäude. Der Verein möchte es als ­Jugendhaus nutzen. Damals konnte der Schulrat keine Zusage geben, die Weiterverwendung blieb weiterhin offen. Anfang Mai dieses Jahres bewarb sich der Planungsverein Jugendhaus erneut. Ein Trägerverein einer Privatschule bekundete für kurze Zeit Interesse.

Bedarf besteht auch beim Dorfverein Müselbach und ­Umgebung. Dieser möchte das Schulhaus als Aufenthaltsraum für den Männerchor, «Chrabeltreff», das Altersturnen sowie für kulturelle Anlässe verwenden. Das Schulhaus soll in eine Genossenschaft überführt oder als Schulhausrestaurant genutzt werden. Da sich das Gebäude in einer Zone für öffentliche Bauten und Anlagen befindet, ist eine private Wohn- und Gewerbenutzung nicht möglich. Der Marktwert des Schulhauses beträgt rund 719000 Franken.

Vorläufig hat der Dorfverein Vorrang gegenüber anderen Interessenten. Der Gemeinderat hat dem Verein die Gelegenheit geboten, eingehend Abklärungen zu treffen und bis Ende Juni 2018 definitive Vorschläge über die mögliche Nutzung zu unterbreiten. Bereits Ende Dezember erwartet er einen ersten Zwischenbericht über die Abklärungen und den Stand der Nutzungs- und ­Finanzierungsmöglichkeiten. Ein allfälliger Einbezug des Planungsvereins Jugendhaus müsse seitens des Dorfvereins vorgeschlagen werden.

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