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Münchwilen stellt giftige Pflanzen aus

Münchwilen  Eingeschleppte Pflanzen und Tiere bedrohen einheimische Arten in zunehmendem Mass. Einige Pflanzen können auch den Menschen gefährlich werden. Eine Ausstellung soll aufklären.
Hans Suter

Noch ist der Griff Neobiota in der Gesellschaft wenig bekannt. Doch die davon ausgehenden Gefahren für Mensch und Umwelt sind zum Teil enorm. Der aus den griechischen Wörtern «néos» (neu) und «bios» (Leben) zusammengesetzte Begriff bezeichnet Pflanzen, Tiere und Pilze, die sich ohne oder mit menschlicher Einflussnahme in einem Gebiet etabliert haben, in dem sie zuvor nicht heimisch waren. Neobiotische Pflanzen nennt man Neophyten, neobiotische Tiere sind Neozoen und neobiotische Pilze werden Neomyceten genannt. Isabel Portmann von der Fachstelle Biosicherheit des Kantons Thurgau kennt das Problem. Bürgerinnen und Bürger sind sich unsicher, ob sie eine sogenannt invasive Pflanze im Garten haben oder nicht. «Für Laien ist es oft schwierig, aufgrund von Abbildungen eine Pflanze zu erkennen und zu bestimmen», sagt sie. Deshalb hat sie sich dafür eingesetzt, dass dieses Jahr eine Ausstellung mit lebenden invasiven Neophyten im Kanton Thurgau gezeigt wird – ab Montag in Münchwilen.

Schwere Verbrennungen und Allergien drohen

Zwei Pflanzen können aus Sicherheitsgründen nicht gezeigt werden: der Riesenbärenklau und die Ambrosia. An der Ausstellung werden nur Fotos von diesen Pflanzen gezeigt. Und das aus gutem Grund. Dem Riesenbärenklau darf man nur in Schutzkleidung zu Leibe rücken. Wer den Saft des imposanten Gewächses auf die blosse Haut bekommt, riskiert schwere Verbrennungen. Auch mit der Ambrosia ist nicht zu spassen. Sie ist eine Pflanze mit hochallergenen Pollen. Mehr als zehn Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft bedeuten bereits eine starke Belastung und können bei Allergikern zu schweren Heuschnupfen-Symptomen oder gar zu Asthma führen. Invasive Neophyten sorgen aber auch in der Natur für schwerwiegende Probleme. Zum Beispiel die vom amerikanischen Kontinent eingeführte Goldrute. In schützenswerten Pflanzenbeständen wird durch das Eindringen von Goldruten die natürliche Artenzusammensetzung gestört. So werden namentlich Licht liebende Pflanzenarten durch die dichten Goldrutenbestände verdrängt. Ein weiteres Beispiel ist der immergrüne Kirschlorbeer. Er schmückt viele Hausgärten und ist eine der beliebtesten Heckenpflanzen. Was viele jedoch nicht wissen: Das Gehölz ist in allen Pflanzenteilen stark giftig. Aus diesem Grund wurde die Lorbeerkirsche 2013 in Deutschland zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Mittlerweile verbreitet sich der Kirschlorbeer bereits in den Wäldern. Paradoxerweise wird die Pflanze trotzdem immer noch zum Kauf angeboten. Die Organisatoren der Wanderausstellung erhoffen sich, dass die Bevölkerung auf die Problematik invasiver Neophyten aufmerksam wird und es den Besucherinnen und Besuchern mit Hilfe der echten Pflanzen leichter fällt, Neophyten zu erkennen und fachgerecht zu bekämpfen.

Ausstellung bis am Sonntag

Die Ausstellung «Invasive Neophyten» gastiert von Montag (28. Mai) bis Sonntag, 3. Juni, auf dem Vorplatz des Gemeindehauses Münchwilen (im Zentrum 4). Am Samstagmorgen, 2. Juni, wird die Ausstellung von 9 bis 12 Uhr von Enrico Kämpf, Gemeinderat und Gärtner, Michael Zürrer, Werkhofmitarbeiter und Gärtner, sowie Isabel Portmann, Fachstelle Biosicherheit Kanton Thurgau, betreut.

Die Ambrosia kann bei Allergikern zu schweren Heuschnupfensymptomen oder gar Asthma führen. (Bild: Katrin Ilg)

Die Ambrosia kann bei Allergikern zu schweren Heuschnupfensymptomen oder gar Asthma führen. (Bild: Katrin Ilg)

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