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MÜNCHWILEN: «Nicht Aufgabe der Gemeinde»

Um die Unterhaltskosten zu senken, plant der Gemeinderat den Verkauf dreier Immobilien. Auf den aneinander grenzenden Grundstücken soll eine Überbauung entstehen.
Roman Scherrer
Auf der rechten Seite der Waldeggstrasse befinden sich die drei Liegenschaften, welche der Gemeinderat veräussern will – im Vordergrund der Werkhof. (Bilder: Olaf Kühne)

Auf der rechten Seite der Waldeggstrasse befinden sich die drei Liegenschaften, welche der Gemeinderat veräussern will – im Vordergrund der Werkhof. (Bilder: Olaf Kühne)

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch

Es ist eines der langfristigen Ziele, das sich der Gemeinderat Münchwilen gesetzt hat: Er will die betriebsnotwendige Infrastruktur der Gemeinde auf einen qualitativ guten baulichen Zustand bringen und die nicht betriebsnotwendigen Immobilien veräussern. Dadurch sollen in erster Linie die Unterhalts- und Betriebskosten der Gemeinde gesenkt werden.

Zu diesem Zweck prüfte der Gemeinderat den Sanierungs- und Instandsetzungsbedarf der gemeindeeigenen Immobilien. Einige Arbeiten wurden bereits ausgeführt. So wurde etwa im Gemeindehaus die Wärmepumpe erneuert und das Bahnhofgebäude erhielt zum Teil eine neue Dachuntersicht und einen neuen Farbanstrich. An beiden Immobilien folgen weitere Arbeiten. Das Gemeindehaus erhält unter anderem durch neue Fenster eine bessere Isolation. Andere Immobilien haben einen weit grösseren Sanierungsbedarf, wie beispielsweise das Schützenhaus. Sowohl an den beiden Schiessständen über 300 und 50 Meter als auch an der Schützenstube müssten Arbeiten vorgenommen werden.

Renovation wäre zu teuer

Von den drei gemeindeeigenen Immobilien Waldeggstrasse 4, 5 und 7 sind die beiden letzteren betriebsnotwendig. Im Haus an der Waldeggstrasse 5 befinden sich Sozialwohnungen, wo unter anderem die Asylsuchenden untergebracht sind. Unmittelbar daneben befindet sich das Gebäude mit der Hausnummer 7, welches die Gemeinde als Werkhof nutzt. «Hier ist das Werkhof-Material im Wohnhaus untergebracht, das Salz muss in Säcken gelagert werden. Das ist für die Arbeit nicht optimal», sagt Gemeindepräsident Guido Grütter.

Experten hatten beide Liegenschaften auf ihren Sanierungsbedarf hin untersucht und kamen zum Schluss, dass beide Immobilien in einem vernachlässigten Zustand sind. Eine Instandsetzung würde insgesamt über 1,1 Millionen Franken kosten. Die Waldeggstrasse 4 ist ein Wohnhaus mit vermieteten Wohnungen und für die Gemeinde nicht betriebsnotwendig. Eine Sanierung dieser Liegenschaft würde sich auf rund 720000 Franken belaufen. Nachdem der Gemeinderat den finanziellen Aufwand für die Instandsetzung dem Nutzen der drei Immobilien gegenübergestellt hat, ist er zum Schluss gekommen, dass die Kosten nicht zu rechtfertigen sind. Deshalb sollen die Liegenschaften verkauft werden. Der Gemeinderat hat dazu einen Ideenwettbewerb für eine Überbauung aller drei Grundstücke vorgesehen. Eine Fachjury wird die geeignetsten Projekte auswählen, diese der Öffentlichkeit präsentieren und anschliessend eine definitive Auswahl treffen. «Die Grundstücke werden nur in Verbindung mit einem konkreten Projekt verkauft, welches den ortsbaulichen und verkehrstechnischen Anforderungen dieser zentralen Lage genügt», sagt Grütter.

Projekt startet Anfang 2018

An einer Gemeindeversammlung werden die Stimmbürger über den Verkauf entscheiden können. Wann das sein wird, ist noch nicht festgelegt. Der Start für das Projekt ist auf Anfang 2018 geplant.

Für einen neuen Standort des Werkhofs und der angrenzenden Sammelstelle hat der Gemeinderat bereits eine Idee. Dafür ist ein Anbau an das Gebäude der Stützpunktfeuerwehr vorgesehen. «Für Sozialwohnungen und Asylunterkünfte wollen wir künftig eine flexiblere Lösung, etwa über eine Miete. Bei der Unterbringung der Asylsuchenden können wir uns auch eine Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden gut vorstellen», sagt Grütter.

Durch den Verkauf des Wohnhauses an der Waldegg­strasse 4 entfallen die Mieteinnahmen bei der Gemeinde. «Bisher hat die Gemeinde an den Mietwohnungen noch etwas verdient. Aber nur, weil wir bisher kaum Sanierungen am Haus vorgenommen haben», so Grütter. «Ausserdem ist das Vermieten von Wohnungen nicht Aufgabe der Gemeinde, sondern der Privatwirtschaft.» Den Mietern sei bekannt, dass Planungen laufen, die den Verkauf der Liegenschaften zur Folge haben könnten.

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