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MÜNCHWILEN: Die Krux mit der Tradition

Gehört die Bundesfeier auf den 1. August? Wie viel Feuerwerk darf es sein? Fragen, die Gemeindepräsident Guido Grütter umtreiben.
Miranda Diggelmann
Seit Jahren begeht Münchwilen den Nationalfeiertag bereits am 31. Juli – hier mit der Kindervolkstanzgruppe Lauchetal. (Bild: Olaf Kühne (31. Juli 2013))

Seit Jahren begeht Münchwilen den Nationalfeiertag bereits am 31. Juli – hier mit der Kindervolkstanzgruppe Lauchetal. (Bild: Olaf Kühne (31. Juli 2013))

Miranda Diggelmann

miranda.diggelmann@

thurgauerzeitung.ch

Nach dem diesjährigen Nationalfeiertag gingen bei der Gemeinde Münchwilen zahlreiche Lärmklagen ein. Die Kläger störten sich an der übermässigen, meist nächtlichen Knallerei. Vor allem, weil es nicht nur am eigentlichen Nationalfeiertag, am 1. August knallte, sondern auch Tage davor und danach.

«Am 1. August gehören ein bisschen Feuerwerk und Knallzeug dazu», sagt der Münchwilener Gemeindepräsident Guido Grüttener. Ansonsten würde aber auch er sich am unverhältnismässigen Lärm stören. «Im Grunde wollen wir am Nationalfeiertag unsere Vorfahren und uns selbst feiern», sagt Guido Grütter in den aktuellen Gemeindenachrichten. Anscheinend seien Knaller, Böller und Feuerwerk zur Tradition geworden.

Der Gemeindepräsident stellt sich jedoch die Frage, ob das wirklich in diesem Ausmass nötig ist. Vor allem auch, weil das Thema Tierwohl und Tierschutz seit Tagen in den Schlagzeilen der Medien ist. Wenn aber Rauchschwaden den schweizerischen Sternenhimmel überziehen, spreche man von Tradition.

Nicht nur der Bund hat die Kompetenz, Vorschriften über Lärmschutz zu erlassen. Auch Kantone und Gemeinden dürfen Regeln aufstellen, und zwar in Form eines sogenannten Sicherheits- und Ordnungsreglements.

«Ich bin im Grundsatz der Auffassung, dass es in einer liberalen Gesellschaft kein solches Reglement auf Gemeindeebene geben soll», sagt Grütter weiter in den Gemeindenachrichten. Eigenverantwortung, Sinn für eine lebenswerte Gemeinschaft und eine intakte Umwelt, gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt erachte er als Selbstverständlichkeiten.

Trotzdem sei sich Guido Grütter durchaus bewusst, dass die Realität anders aussehe. Deshalb stellt er die Frage direkt an die Bevölkerung selbst: Braucht die Gemeinde ein Sicherheits- und Ordnungsreglement? Er möchte die Münchwilener entscheiden lassen.

Am 31. Juli auf früheren Wunsch aus der Bevölkerung

Einst wurde auf vielfältigen Wunsch aus der Bevölkerung festgelegt, dass die öffentliche Feier des Nationaltages in Münchwilen bereits am Vorabend des 1. August stattfindet. Wohl aus dem Grund, am Folgetag nicht arbeiten zu müssen, weil der 1. August bekanntlich ein öffentlicher Feiertag und damit arbeitsfrei ist. Laut Grütter dürfe weiter in Frage gestellt werden, ob dies tatsächlich Grund und Lösung sei, um die Massen an die kommunale Nationalfeier zu bewegen, oder ob die Tradition nicht eben doch nach dem 1. August als Datum verlangt.

Fragen, die Grütter auf Anfrage unserer Zeitung nicht selber beantworten will. Er wolle damit einen Diskurs anstossen – natürlich in der Hoffnung, dass eine Lösung gefunden werden könne, die für die Mehrheit als annehmbar gesehen sei.

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