Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

MÜNCHWILEN: Das Dörren ist heute wieder beliebt

In den Kriegsjahren wurde in der Gemeinde Münchwilen ein Dörrbetrieb eingerichtet. Trotz sinkender Nachfrage wurde er weiter betrieben. Zum 75-jährigen Bestehen gibt es einen Tag der offenen Tür.
Die Dörr-Frauen Isabelle Baumberger (von links), Gabi Graf und Claudia Gemperli. (Bild: PD)

Die Dörr-Frauen Isabelle Baumberger (von links), Gabi Graf und Claudia Gemperli. (Bild: PD)

Die Konservierung von Obst und Gemüse war für die Schweizer Bevölkerung während des II. Weltkrieges wichtig. So stand an der Sitzung der Elektra Münchwilen im Mai 1942 die Anschaffung einer Dörranlage auf der Traktandenliste. In vielen Gemeinden standen damals bereits Dörranlagen im Einsatz. Bei den Verantwortlichen der Elektra Münchwilen herrschte deshalb schnell Einigkeit, dass man der Bevölkerung mit der Anschaffung einer solchen Anlage willkommene Dienste erweisen würde. Gekauft wurde eine Anlage mit einem Volumen von elf ­Quadratmetern Heizfläche, 20 Schubladen und einem Thermostat für die automatische Ein- und Ausschaltung zum Preis von gegen 3500 Franken.

Erster Standort in Oberhofen

Man kam zum Schluss, dass der Betrieb nicht durch die Elektra, sondern durch eine der drei Gemeinden übernommen werden sollte. 1942 waren Münchwilen, Oberhofen und St. Margarethen noch eigenständige Gemeinden. Als geeigneten Standort an zentraler Lage sah man das Erdgeschoss der Sekundarschule vor. Die Frage, ob wohl die Anlage den Anforderungen aller drei Gemeinden zu genügen vermöge und ob es nicht besser wäre, für die Einwohner von St. Margarethen eine eigene kleinere Anlage anzuschaffen, stand ebenfalls zur Diskussion. Nach längerer Aussprache erfolgte schliesslich der Beschluss, vorerst einmal mit einer grösseren Apparatur im Sekundarschulhaus Oberhofen zu starten und die Anschaffung einer weiteren Anlage zurückzustellen. Oberhofen hatte zusätzlich die notwendigen Utensilien wie Hurden, eine Waage und weiteres Kleinmaterial angeschafft. In der Annahme, dass nach Kriegsende die Nachfrage nachlassen würde, verzichtete man schliesslich auf die Anschaffung einer zweiten Anlage.

Weil andere Konservierungsmöglichkeiten, vor allem das Tiefgefrieren, sich immer grösserer Beliebtheit erfreuten und die Nachfrage nach Dörrgut in den Nachkriegsjahren nachliess, verzichteten viele Gemeinden auf den Weiterbetrieb ihrer Dörranlagen. Nicht aber in Münchwilen.

Einige Jahre später fand die Münchwiler Dörranlage im Teuscherhaus an der Waldeggstrasse einen neuen Standort. Bis ins Jahr 1978 stand der Betrieb unter der Verantwortung der Politischen Gemeinde und unter Obhut des gemeinnützigen Frauenvereins. Bis zu dessen Auflösung im Jahre 2002 wurde das Angebot rege benutzt. Danach zeichnete dann auf Initiative von Hans Gehret und Roman Schmucki der Verkehrs- und Verschönerungsverein für diese Dienstleistung verantwortlich. Gleichzeitig fand die Verlegung des Dörrbetriebs in die ehemalige Waschküche im Gerichtsgebäude statt. Zu der Zeit fiel auch der Entschied zur Anschaffung eines neuen Dörrofens.

Wegen der Renovation des Gerichtsgebäudes musste dann vor einigen Jahren wieder ein neuer Standort gefunden werden. Nach einem Provisorium konnte schliesslich die heutige Lokalität in der Tenne der Familie Gemperli an der Tuttwiler­strasse bezogen werden. Denn die Beliebtheit des Dörrens nimmt mit dem steigenden Bewusstsein für eine gesunde Ernährung immer mehr zu. (pd)

Hinweis

Tag der offenen Tür, Samstag, 21. Oktober, 11 bis 16 Uhr

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.