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MÜNCHWILEN: 72 Stände erleichtern die Wahl

Zum ersten Mal seit 2012 fand dieses Wochenende wieder eine Gewerbemesse statt. Eine Neuerung war der Lehrlingsnachmittag am Freitag, der bei allen gut ankam.
Florian Beer
Am Lehrlingsnachmittag erhielten Schüler Einblick in unterschiedlichste Lehrberufe. (Bild: Florian Beer)

Am Lehrlingsnachmittag erhielten Schüler Einblick in unterschiedlichste Lehrberufe. (Bild: Florian Beer)

Florian Beer

redaktion@wilerzeitung.ch

Unter dem Motto «völlig losgelöst» fand am Wochenende die Gewerbemesse in Münchwilen statt. Nachdem 2012 die letzte Ausstellung von Betrieben aus der Region stattgefunden hatte, machte sich ein Organisationskomitee 2015 unter der Leitung von OK-Präsident Bruno Wick wieder ans Werk und erarbeitete ein neues Konzept.

Eine der Früchte dieser Überarbeitung war der Lehrlingsnachmittag, der am vergangenen Freitag zum ersten Mal über die Bühne ging. An insgesamt 72 Ständen hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich über die vielen unterschiedlichen Lehrberufe zu informieren und sich dabei von Lehrlingen beraten zu lassen. «Es hat mir sehr geholfen, ein genaueres Bild von den verschiedenen Ausbildungen zu bekommen», meinte beispielsweise Ben Siegenthaler. Der 14-Jährige besucht momentan die zweite Sekundarstufe und muss sich bereits demnächst für einen Lehrlingsberuf entscheiden. «Ich habe mir die Berufe Metallbauer und Lastwagenfahrer angeschaut», sagte er. Der Sekschüler hatte sich bereits vorher über seine Zukunft Gedanken gemacht und werde sich wohl für einen handwerklichen Beruf entscheiden.

OK-Präsident lobt Zusammenarbeit mit Schule

«Etwa die Hälfte der Schüler, die zu uns an den Stand kommen, haben bereits gewisse Kenntnisse und bringen sogar teilweise vorbereitete Fragen mit», sagte Fabian Lehner von der Thurgauer Kantonalbank (TKB). Das sei sehr hilfreich, denn man profitiere so am meisten. Lehner hat selber vor gut einem Jahr die Lehre bei der TKB abgeschlossen und erinnert sich noch gut an die Zeit, in der es um die berufliche Zukunft ging. «Als ich in der zweiten Sek war, hatte ich keinen Plan, was ich nach der Schule machen würde», sagte er lachend. Deshalb sei ein solcher Lehrlingsnachmittag sehr hilfreich. «Vor allem für die handwerklichen Berufe ist das eine tolle Gelegenheit, den Interessierten ihre Arbeit vorzustellen.»

Am späten Freitagnachmittag wurde die Messe dann offiziell eröffnet. Die Hackbrettspielerin Nadja Gerber, die bereits mit Schweizer Showgrössen wie dem Mundartrapper Bligg auf der Bühne stand, leitete den Abend mit klangvollen Stücken ein, bevor OK-Präsident Bruno Wick die Eröffnungsrede hielt. Unter den Gästen im Publikum waren auch Ständerätin Brigitte Häberli, Nationalrätin Verena Herzog, die Regierungsrätin des Kantons Thurgau, Carmen Haag, sowie die Grossratspräsidentin Heidi Grau, die alle von Wick persönlich begrüsst wurden.

Das diesjährige Motto der Gewerbeausstellung in Münch­wilen, «völlig losgelöst» bedeute, dass man versuchen solle, Vorurteile zu beseitigen. Als Beispiel nannte Wick eine überfüllte Autobahn, auf der auch viele Wagen aus dem Gewerbe seien und nur ihre Arbeit machten. Man solle dies positiv anschauen und sich darüber freuen, anstatt sich des vielen Verkehrs wegen zu nerven. Des Weiteren lobte der OK-Präsident die gute Zusammenarbeit mit der Schule und ihren Schülerinnen und Schülern. Nur dank dieser sei ein Lehrlingsnachmittag durchführbar und letztendlich auch erfolgreich, damit die jungen Erwachsenen völlig losgelöst den nächsten Schritt in ihrem Leben in Angriff nehmen können.

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