MS: Krankheit mit 1000 Gesichtern

Der Samariterverein Uzwil und Umgebung hat die Öffentlichkeit eingeladen, sich über die Krankheit multiple Sklerose zu informieren. Referentin war Susanne Kägi von der Schweizerischen MS-Gesellschaft.

Kathrin Meier-Gross
Drucken
Referentin Susanne Kägi im Gespräch mit einem Besucher. (Bild: kmg)

Referentin Susanne Kägi im Gespräch mit einem Besucher. (Bild: kmg)

NIEDERUZWIL. Mit einem «herzlichen Willkomm» begrüsste Monica Tremp, Präsidentin des Samaritervereins, am Valentinstag die zahlreichen Gäste im Feuerwehrdepot. Susanne Kägi berät Patienten, welche die Diagnose MS erhalten haben, und sie zeigt Therapiemöglichkeiten auf. Auch praktische Hilfeleistungen für den Alltag gehören in ihren Themenkreis.

Ziele der MS-Gesellschaft

Die MS-Gesellschaft hat ihren Hauptsitz in Zürich mit zusätzlichen Zentren in Lausanne, Genf und Lugano. Der 1959 gegründeten Patientenorganisation gehören gut 15 000 Mitglieder an. Der Aufwand von 12,8 Millionen Franken wird durch private Mittel (10,4 Mio.) und den Bund gedeckt. 1300 Freiwillige arbeiten in einer der 47 Regionalgruppen. Zusätzlich bestehen 35 Selbsthilfegruppen.

Lebensqualität fördern

Ziele der MS-Gesellschaft sind Förderung der Selbstbestimmung und Lebensqualität der Betroffenen; Unterstützung der Forschung, damit MS eines Tages heilbar wird; und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Multiple Sklerose ist die häufigste neurologische Erkrankung bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Frauen sind häufiger betroffen.

Nicht heilbar

MS ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark). Das eigene Immunsystem beschädigt die Nervenhüllen und -fasern. Der Verlauf kann in Schüben oder kontinuierlich auftreten. Die Ursachen für MS sind unklar. Kägi verwies auf ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie Erbveranlagung, Umweltbedingungen und Immunsystem. Die Symptome einer MS-Erkrankung sind vielfältig – «eine Krankheit mit den 1000 Gesichtern». Sie können Geh- und Gleichgewichtsstörungen, Gefühlsstörungen, Schwächen in Armen und Beinen, Koordinationsstörungen, Muskelverkrampfungen oder Zittern umfassen. Weitere Symptome können Sprach- und Sehstörungen, Schmerzen und Blasen- oder sexuelle Störungen sein. Anzeichen für MS sind erhöhte Ermüdbarkeit, Vergesslichkeit und Überforderung, Depression oder Affektlabilität (unkoordinierte Emotionen). MS ist bis jetzt nicht heilbar. Medikamente können den Krankheitsverlauf aber mildern.

Lebensqualität tangiert

Zu den Grundsätzen der Behandlung gehört, die Beschwerden zu bekämpfen und die Lebensqualität zu verbessern. «MS betrifft und verändert das ganze Leben. Die Krankheit ist ein ungebetener Gast. Betroffene müssen lernen, damit zu leben», sagte Kägi und betonte, dass Angehörige Unterstützung und Entlastung brauchen. Die MS-Gesellschaft bietet nebst Ferien für Betroffene Kindercamps an. Gut besucht werden Informationsanlässe und Seminarien, bei denen die Fortschritte der Forschung aufgezeigt werden und das gesellschaftliche Zusammensein geschätzt wird. Viermal pro Jahr erscheint die Zeitschrift «Forte». Informationen sind über www.multiple sklerose.ch erhältlich.

Aktuelle Nachrichten