Mozart und Beethoven mal anders

Das Ensemble Viva Voce spielte am Sonntag im Baronenhaus vorwiegend Melodien aus Mozart-Opern. Interpretation und Arrangements der Arien mit Oboe, Klarinette, Fagott und Kontrabass fanden beim Publikum Anklang und hatten Applaus zur Folge.

Carola Nadler
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Das Ensemble Viva Voce spielte im Baronenhaus vorwiegend Arrangements von Mozart-Opernmelodien. (Bild: Carola Nadler)

Das Ensemble Viva Voce spielte im Baronenhaus vorwiegend Arrangements von Mozart-Opernmelodien. (Bild: Carola Nadler)

WIL. Zahllose Keramikhasen in bunten Gewändern tummelten sich am Sonntagnachmittag zwischen Narzissen, Primeli und grossen Forsythiensträussen im zweiten Stock des Baronenhauses. Trotz des schönen Frühlingswetters hatte eine stattliche Menge Personen den Weg ins Baronenhaus gefunden, was bewies, dass die Welt der Oper mit ihren Melodien und Gefühlen nach wie vor in ihren Bann zu ziehen vermag.

Unterhaltungsmusik

Mit dem Programm «Operissima» versprach das Ensemble Viva Voce ein kurzweiliges Konzert, nicht zuletzt auch mit seiner Besetzung aus Oboe (Silvia Zarbarella), Klarinette (Fabio di Càsola), Fagott (Daniele Galaverna) und Kontrabass (Josef Gilgenreiner).

Das Ensemble spielte zu Beginn ein Divertimento von Wolfgang Amadeus Mozart. «Divertimenti waren seinerzeit die Unterhaltungsmusik», informierte Bassist Josef Gilgenreiner. Leichtfüssig, heiter kam dieses Werk daher und bot einen Einblick in den Klang und die Aufgabe eines Fagotts. Oboe und Klarinette lieferten akzentuierte Duette und der Kontrabass ein solides Fundament.

Transparente Arrangements

«In einer Zeit ohne MP3-Player waren die Leute auf Bearbeitungen grosser Werke für Kammermusikensembles angewiesen», so Gilgenreiner. Die folgenden Arrangements von «Don Giovanni»- und «Zauberflöte»-Arien stammten alle aus der Feder von Fagottist Daniele Galaverna und wurden mit der klaren Linienführung und grossen Transparenz geboten. So konnten die Mozart'schen Strukturen und Melodieverläufe in den mittleren Stimmen erhört werden, die in einem grossen Orchester meist untergehen. Unterstützt wurde dieser Effekt erst recht durch die klanglich vielschichtige Instrumentalbesetzung. «Reich mir die Hand, mein Leben» – diese Arie des «Don Giovanni» kam gleich zweimal zu Gehör: einmal in einer Variations-Bearbeitung von Ludwig van Beethoven, der einzigen Originalkomposition des Programms, und in einer Bearbeitung durch Galaverna. Beethoven liess die Melodie alle Instrumente durchwandern, bevor das Thema wieder in einem sanften Da Capo mündete.

Charakter wiedergegeben

Auch Mozart hatte variiert: Seine Bearbeitung des Liedes «Ah, je vous dirais, maman» wurde kurzerhand ins Programm eingeschoben. Weitere «Don Giovanni»-Melodien folgten, mit viel Gespür für den Charakter der Arien arrangiert und interpretiert, darunter die Champagner-Arie, prickelnd von Fagott und Bass-Pizzicati untermalt und mit einem charmanten Hickser der Oboe.

Am Ende des sonntäglichen Konzertes stand die Ouverture der Rossini-Oper «Il barbiere di Siviglia». Das Publikum bedankte sich mit einem herzlichen Applaus.

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