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Mountainbike-Nachwuchshoffnung David Muri: «Jede Fahrt ist ein kleines Abenteuer»

Für David Muri geht es steil bergauf: Soeben hat der 18-Jährige die Lehre als Fahrradmechaniker EFZ abgeschlossen. Sogar als Bester der Ostschweiz. Zudem misst er sich an Mountainbike-Cross-Country-Wettkämpfen und hat hohe Ziele.
Angelina Donati
Praktisch jedes Wochenende nimmt David Muri an einem Rennen teil. Bis zu sechs Stunden kann das Fahrradputzen anschliessend dauern. (Bild: PD)

Praktisch jedes Wochenende nimmt David Muri an einem Rennen teil. Bis zu sechs Stunden kann das Fahrradputzen anschliessend dauern. (Bild: PD)

Bei David Muri dreht sich alles, aber wirklich alles, ums Velofahren. Jeden Tag trainiert er rund zwei Stunden, um für Mountainbike-Cross-Country-Wettkämpfe am Wochenende gerüstet zu sein. Mehr noch: Der 18-Jährige erstellt auch seinen Trainingsplan selber. Für diese akribische Arbeit wendet er bis zu drei Stunden wöchentlich auf. Während die meisten seiner Konkurrenten auf Trainer setzen, hole er sich Weisheiten von seinem Masseur sowie seinem Vater, seinen sogenannten Trainingsberatern. «Wenn man als Athlet etwas erreichen möchte, muss man zwingend auf seinen eigenen Körper hören», sagt David Muri. Selber wisse er am besten, wann er noch einen draufsetzen kann und wann der Körper wieder ruhen muss.

Schliesslich ist für ihn das Mountainbikefahren längst mehr als nur ein Hobby. Entdeckt hat er seine Passion zum Velo als Dreijähriger. Danach hat er sich kurz dem Wandern verschrieben, ehe ihn das Velofahren wieder voll gepackt und nach einem Kurs bei Nino Schurter, dem weltbesten Mountainbiker, nicht mehr losgelassen hat.

Mithalten mit vier Jahre älteren Konkurrenten

David Muri ist auf dem Weg zum Profi-Mountainbiker. (Bild: Angelina Donati)

David Muri ist auf dem Weg zum Profi-Mountainbiker. (Bild: Angelina Donati)

Das Mountainbikefahren war der Grund weshalb ihm seine Eltern mit zehn Jahren ein Handy erlaubt haben. «Als Sicherheit, weil ich ständig alleine unterwegs war und durch die Wälder fuhr», sagt David Muri und schmunzelt. Durch seinen Sport sei er schon an schöne Orte gekommen – in ganz Europa. «Jede Fahrt ist ein kleines Abenteuer.» Ausserdem sei die Begegnung mit den Konkurrenten vor und nach dem Rennen äusserst kollegial, was ihm gefällt. «Nur bei den Rennen schenken wir uns natürlich nichts», sagt er und lächelt verschmitzt. Derzeit gehört er dem Sichtungskader der U23-Nationalmannschaft an. «Das ist eine Stufe unter der Elite», erklärt er. Als jüngster Jahrgang seiner Kategorie misst er sich mit bis zu vier Jahre älteren Gegnern. Das sei sehr herausfordernd. Diese Herausforderung ist es, die David Muri sucht und auch anspornt.

Eine Herausforderung war es für den Sportbegeisterten auch, so quasi ganz nebenbei, die Lehre als Fahrradmechaniker EFZ zu absolvieren. «Geschäft, Schule und extremes Engagement bei Rennen – alles unter einen Hut zu bringen, war nicht immer so einfach», sagt er rückblickend.

Eine gute Vorbereitung macht das Rennen

Immerhin durfte er stets auf die Unterstützung seines Lehrbetriebes Ebneter + Untersee Bikecenter Flawil zählen. So durfte er für seine Trainings früher Feierabend machen oder am Samstag fehlen, um keines seiner Rennen auslassen zu müssen. Nun hat er seine Ausbildung abgeschlossen. Er ist erleichtert und richtig froh darüber, mit der Lehre etwas in der Tasche zu haben. «So kann später auf mein Erreichtes zurückgreifen.» Zugleich lebt er mit seinem Beruf seine zweite Passion aus: «Am Velo schrauben», sagt er und grinst. «Die Technik fasziniert mich sehr.» Velo sei nicht gleich Velo, erklärt er weiter. «So gibt es auch hier Ferraris und weniger schnelle Modelle.»

Mit seiner Note 5,6 ist David Muri sogar der Beste der Ostschweiz. Wie kommt dieses Glanzresultat? «Das hängt mit meinem Wettkampfdenken zusammen», sagt der im thurgauischen Wängi Wohnhafte. «Wenn man Rennen fährt, dann will man überall der Beste sein.» Nicht ganz unschuldig daran ist wohl auch das Pfeiffersche Drüsenfieber, das ihn heimgesucht hat. «Ich musste aufs Training verzichten und konnte mich dadurch auf die Schule konzentrieren.»

Gleichzeitig war es aber ein Rückschlag, also auch mental gesehen, für den jungen Sportler. Eine Sportpsychologin habe ihm in dieser schwierigen Zeit geholfen und ihm auch wertvolle Tipps für seinen Alltag gegeben. «Das hat mich aus dem Tief wieder herausgeholt.» Nach zwei erfolgreichen Trainingslagern war er wieder ganz der Alte und richtig motiviert für künftige Rennen. Am besten liegen ihm Strecken, die eher länger dauern. «Ich bin quasi wie ein Diesel-Motor. Am Anfang fahre ich zurückhaltend mit, und gegen Ende werde ich schneller.» Sein Tempo weiter steigern zu können, gebe nicht nur mental Antrieb, sondern könne zugleich auch als Wettkampftaktik verstanden werden. «Eine gute Vorbereitung bleibt aber nach wie vor sehr entscheidend.»

Noch bis Oktober wird David Muri seine Zeit, die er im Geschäft des Sportes wegen gefehlt hat, aufarbeiten. «Mein Trainingspensum kann ich nun verdoppeln», freut er sich. Für ein Teilpensum bleibt er anschliessend in der Firma weiterbeschäftigt. Stets mit dem Ziel vor Augen, mit seinem Mountainbike bald international in den Top 10 mitzumischen.

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