Mottbrand beendet die Metzgete

Am Samstag war das Restaurant Mühle in Schurten bis auf den letzten Platz besetzt. Es war Metzgete. Ein Mottbrand und ein Feuerwehreinsatz setzten dem geselligen Abend aber ein jähes Ende. Verletzt wurde niemand. Am Freitag soll das Restaurant wieder öffnen.

Olaf Kühne
Drucken
Verkohlte Überreste der aufgesägten Holzdecke liegen auf dem Boden der Gaststube. Im Hintergrund inspizieren Schreiner den Schaden. (Bilder: Olaf Kühne)

Verkohlte Überreste der aufgesägten Holzdecke liegen auf dem Boden der Gaststube. Im Hintergrund inspizieren Schreiner den Schaden. (Bilder: Olaf Kühne)

SCHURTEN. «Wir hatten am Samstagabend Full House», sagt Wirtin Liselotte Siegfried. Im Restaurant Mühle war Metzgete, Gäste von nah und fern füllten die Gaststube bis auf den letzten Platz. «Etwa um halb neun bemerkten wir plötzlich, dass es wie angebrannt roch», setzt «Mühle»-Wirt Ueli Siegfried die Erzählung seiner Frau fort. Er habe dann erst in der Küche nachgeschaut, schliesslich herrschte auch dort Hochbetrieb.

Küche mit Holzherd

Überhaupt sei der Geruch von brennendem Holz noch kein Grund für Panik gewesen. Werde doch in der «Mühle» seit jeher – das Gebäude wurde 1876 errichtet – mit Holz geheizt und gekocht. «Während unserer viertägigen Metzgete ist es normal, dass ich voll anfeuern muss», sagt Ueli Siegfried.

Plötzlich haben Gäste und die Wirtin Rauch an der Decke bemerkt. Die Tochter, die an diesem Abend im Service mitwirkte, rannte in den oberen Stock. Die Ursache fand sie nicht, aber zwei Zimmer waren voller Rauch. Die Siegfrieds mussten die Feuerwehr alarmieren. Der Zufall wollte es, dass gleich fünf Feuerwehrmänner unter den Gästen waren. «Sie reagierten umgehend und sehr professionell», sagt Ueli Siegfried. Entsprechend ruhig lief die Evakuierung. Die 40 Gäste begaben sich geordnet nach draussen. «Viele haben sogar ihr Getränk mitgenommen», berichtet Liselotte Siegfried. Die meisten hätten gar ihre Rechnung beglichen.

Am Sonntagmittag haben die Siegfrieds ihren Betrieb weitergeführt und ihre Gäste kurzerhand im Freien bewirtet. Metzgete konnten sie zwar nicht offerieren, Küche und Gaststube standen nicht mehr zur Verfügung. Aber Ueli Siegfried heizte draussen den Grill an. «Das Wetter war schön und wir hatten noch so viel Fleisch.»

Entschuldigung an Gäste

«Wir wollen uns auf diesem Weg bei unseren Gästen dafür entschuldigen, dass sie am Samstagabend ihre Metzgete nicht in Ruhe geniessen konnten», sagen Liselotte und Ueli Siegfried wiederholt im Gespräch mit unserer Zeitung. Es scheint ihnen ein Herzensanliegen zu sein. Zudem seien sie auch allen dankbar, die an diesem Abend im Einsatz standen: die Feuerwehren von Fischingen und Münchwilen, der Samariterverein Dussnang-Oberwangen und dem Care Team. Gerührt sind die Siegfrieds auch von den zahlreichen Hilfsangeboten, die sie aus der ganzen Bevölkerung erhielten. Nicht zuletzt beim Putzen wird das Wirtepaar unterstützt. Am Freitag wollen sie ihr Restaurant wieder öffnen.

Suche mit Wärmebildkameras

Zurzeit reparieren in der «Mühle» Schreiner die Decke oberhalb des Tresens. Die Feuerwehr musste diese aufsägen, um die Ursache des Rauches zu eruieren. Denn der vermeintliche Brand stellte sich als sogenannter Mottbrand heraus. Dessen Ursache ist noch nicht geklärt. Ueli Siegfried vermutet, dass der alte Kamin zwischen Parterre und erstem Stock feine Risse hat. Dadurch trat heisser Rauch aus, der das Holz in der Zwischendecke zum Glimmen brachte.

Ein Ort, den die Feuerwehr nur mit moderner Technik erreichen konnte. René Ziörjen, Sicherheitsvorsteher der Gemeinde Fischingen, bestätigt: «Zwei Experten der Stützpunktfeuerwehr Münchwilen haben das Innere der Decke mit Wärmebildkameras abgesucht.» Nur so konnten sie sicherstellen, dass sich nicht doch noch ein veritabler Brand ausbreitet.

René Ziörjen Sicherheitsvorsteher Gemeinde Fischingen

René Ziörjen Sicherheitsvorsteher Gemeinde Fischingen

Aktuelle Nachrichten