Motiviert in die Olympiasaison

Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen befindet sich Patricia Schwager im Aufbautraining für die Olympiasaison 2012. Neu bestreitet sie ihre Rennen für das französische Team GSD-Gestion.

Remo Beerli
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RAD. Es war eine schwierige Saison für die 28jährige Profi-Radfahrerin aus Ifwil. Nach einem harten Giro wurde Schwager krank und spürte im weiteren Verlauf der Saison die Auswirkungen davon noch lange. Gerade als sie sich so richtig davon erholt hatte, folgte der nächste Rückschlag. An der Tour de l'Ardèche Anfang September in Frankreich stürzte die Ifwilerin in der letzten Etappe schuldlos schwer und erlitt Verletzungen an Ellbogen, Schultern und Hüften. Dazu sagt Schwager: «Dieser Sturz so kurz vor der WM war natürlich alles andere als optimal.» Trotzdem startete Schwager nur 14 Tage später am Strassenrennen an der WM in Kopenhagen. Dabei zeigte sie einmal mehr, dass sie hart im Nehmen ist, denn die Folgen des Sturzes waren zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht auskuriert. Unter diesen Voraussetzungen darf bereits die Tatsache, dass sie das Rennen im Feld beendete, als positiv bewertet werden. Mit dem Kampf um die vorderen Ränge hatte Schwager allerdings wie auch die drei anderen gestarteten Schweizerinnen nichts zu tun.

Neues Team – neues Glück ?

Auf die nächste Saison, die ganz im Zeichen der olympischen Spiele 2012 von London steht, wechselt die Ifwilerin zum französischen Team GSD-Gestion. Zu diesem Schritt gezwungen wurde Schwager, da sich ihr altes Team Nederland Bloeit aufgelöst hatte. Die Bergspezialistin freut sich aber auf die neue Herausforderung. «GSD-Gestion ist zwar etwas kleiner als meine vorherigen Teams, das gibt mir aber auch die Möglichkeit, mehr für mich zu fahren, anstatt immer nur Helferdienste zu verrichten», meint Patricia Schwager zu ihrem neuen Arbeitgeber. Auch wird sie in der neuen Situation mehr Zeit haben, um Wettkämpfe mit der Nationalmannschaft zu bestreiten, was im Hinblick auf die Olympiade ein Vorteil ist. Dazu sagt die dreifache Schweizer Berg-Meisterin: «In der Nati ist mir neben dem sportlichen Erfolg auch sehr wichtig, dass ich meine Erfahrung an die jüngeren Fahrerinnen weitergeben kann.»

Saisonziel Olympische Spiele

Das Highlight des Jahres 2012 sind zweifelsohne die olympischen Spiele in London. Dafür muss sich Schwager aber erst qualifizieren, denn die Schweiz wird voraussichtlich nur zwei Startplätze im Strassenrennen und keinen im Zeitfahren haben. Die Kontingente der Nationen können sich allerdings noch verändern, denn entscheidend für die Anzahl Startplätze ist das Nationenranking im Mai dieses Jahres.

Die Hinterthurgauerin schätzt ihre Chancen, eine dieser begehrten Startmöglichkeiten zu bekommen, als intakt ein, denn sie gehört dem fünfköpfigen Olympiakader an. «Ganz so einfach wird es aber nicht, denn der Qualifikationsmodus ist kompliziert, und ich brauche im Frühling noch einige gute Resultate», so die Ifwilerin. Um sich optimal auf die Olympiasaison vorbereiten zu können, verreist Patricia Schwager Ende Dezember nach Australien für ein sechswöchiges Trainingslager zusammen mit anderen Spitzenfahrerinnen, unter anderem mit der ehemaligen Zeitfahr-Weltmeisterin Emma Pooley aus Grossbritannien.