MORDSLUST: Viele Leichen im Keller

Mit Charme führte das zehnköpfige Ensemble des Berliner Kriminaltheaters die Kriminalkomödie «Arsen und Spitzenhäubchen» auf. Das «Gas gibt Kultur»-Publikum erlebte einen vergnügten Abend.

Kathrin Meier-Gross
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Die beiden Brewster-Schwestern helfen älteren Männern, die Mühsal des irdischen Daseins zu überwinden. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Die beiden Brewster-Schwestern helfen älteren Männern, die Mühsal des irdischen Daseins zu überwinden. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Kathrin Meier-Gross

redaktion@wilerzeitung.ch

Sie haben’s faustdick hinter den Ohren, die zwei sympathischen Tanten Abby und Martha Brewster. Herzlich, zuvorkommend und gastfreundlich helfen sie älteren Herren dabei, die Mühsal des irdischen Daseins zu überwinden. Selbstverständlich, ohne dass diese in irgendeiner Form den Wunsch danach geäussert hätten.

Geschrieben wurde «Arsen und Spitzenhäubchen» vom Amerikaner Joseph Kesselring. Die Idee zu seinem erfolgreichen Theaterstück sei ihm nachts im Bett eingefallen, als er überlegt habe, was das Unvorstellbarste sei, das seine Grossmutter tun könne. Entstanden ist aus diesem nächtlichen Gedankenausflug die pechschwarze Komödie, die seit 1941 weltweit Erfolge feiert. So auch im Uzwiler Gemeindesaal, wo das Publikum mit Vergnügen mitverfolgte, wie der verrückte Neffe Teddy nach dem Feind Ausschau hält. Teddy, der sich als Theodore Roosevelt wähnt, gräbt im Keller den Panamakanal aus. Sein Bruder Mortimer kommt zu Besuch und kündet die baldige Hochzeit mit Elaine an. Zufällig öffnet er im Wohnzimmer eine Truhe und entdeckt darin eine männliche Leiche. Mortimer verdächtigt zuerst seinen Bruder Teddy. Die Tanten gestehen dann aber fröhlich, dass sie jeweils mit etwas Arsen im Getränk die Herren ins Jenseits befördern würden. Der Spruch «darauf könnt ihr Gift nehmen», trifft hier vollends zu. Teddy versenkt die Opfer jeweils im Panamakanal. Zwei Einbrecher, einer davon ist Mortimers furchteinflössender Bruder Jonathan, wollen eine weitere Leiche im Haus verstecken.

Schlussendlich erfährt Mortimer, dass er genetisch nicht von der gleichen Linie abstammt wie seine beiden verrückten Tanten und Halbbrüder. Der Heirat mit Elaine steht deshalb nichts mehr im Wege.

Achte Saison gebucht

Neue Wege beschreitet auch Marcel Gähwiler. Nach zwanzig Jahren im Dienste der Technischen Betriebe wird er demnächst eine neue berufliche Herausforderung in Angriff nehmen. Von seinem Vorgänger Hansjörg Eberle hat Gähwiler vor gut drei Jahren nicht nur die Verantwortung für den Betrieb, sondern auch für die Fortsetzung von «Gas gibt Kultur» übernommen. Dieses erfolgreiche Kulturprogramm wird bereits im siebten Jahr angeboten und bringt dank der künstlerischen Leiterin Susanna Wipf Fischer jeden Winter breit gefächerte und gute Unterhaltung nach Uzwil. Das Programm für die achte Saison sei bereits gebucht, sagte Gähwiler und bat Rita Zahner auf die Bühne. Als Sachbearbeiterin der Technischen Betriebe organisiert sie im Hintergrund die Reservationen und was sonst noch anfällt. Ein Strauss und ein Kuss von Gähwiler und viel Applaus vom Publikum, damit wurde ihr für ihr stilles Schaffen gedankt. Am nächsten Sonntag beendet das Märchen «des Kaisers neue Kleider» die aktuelle «Gas gibt Kultur»-Saison.