Moon River und geklaute Klunkern

Beschwingtes Liedgut aus dem sonnigen Süden, stimmungsvolle Mandolinenklänge und ein komödianter Krimi in drei Akten: Das Unterhaltungsprogramm des Gemischten Chors Egg spiegelte Vielseitigkeit – nicht nur auf der Bühne.

Andrea Häusler
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Dirigiert von Eliane Schärli: Die Egger Sänger und die St. Galler Mandolinen-Spieler.

Dirigiert von Eliane Schärli: Die Egger Sänger und die St. Galler Mandolinen-Spieler.

FLAWIL. Einiges war anders am diesjährigen Unterhaltungsabend der Egger Chorsänger. Die Kooperation mit dem Mandolinen-Orchester St. Gallen zum einen und das Gastrecht im Lindensaal zum anderen. Beides gedieh zum Erfolg. Der Flawiler Gemeindesaal war am Samstag bereits vor Öffnung der Abendkasse ausverkauft. Und das Programm hielt durchaus, was es versprochen hatte. Obwohl Dirigentin Eliane Schärli nach der Nachmittagsvorstellung nicht vollends zufrieden war. «Einige Schnitzer waren schon noch drin», resümierte sie kritisch, aber gleichsam zuversichtlich, diese bis zum Abendauftritt ausmerzen zu können. Mit dem «Chiantilied», «Im schönen Tessin», «Grüss mir Lugano», aber auch «Moon River» und dem auf Flawil adaptierten Soldatenlied «Adieu, mein kleiner Gardeoffizier» hatte sie mit ihren beiden Formationen ein eingängiges Programm eingeübt, das für Stimmung sorgte und sowohl auf die stimmlichen als auch die instrumentalen Akteure zugeschnitten war.

Nur eine gemeinsame Probe

Ein verblüffend harmonisches Resultat angesichts dessen, dass Chor und Orchester gerade ein einziges Mal gemeinsam geprobt hatten. Tatsächlich, sagte Eliane Schärli, sei dies nur möglich gewesen, weil sie beide Formationen dirigiere. «Schnitzer» – ohnehin allein für das geschulte Ohr der Dirigentin wahrnehmbar – hin oder her. Was die Chormitglieder am Samstag auf, vor und neben der Bühne leisteten, bewegte sich nah am Limit des Machbaren: Gesangsprogramm, Theaterspiel, Küche, Service, Tombolaverkauf. Teamwork war gefragt, Teamwork pur wurde abgeliefert. Erfolgreiche Teamarbeit war – im Bühnenkrimi «Diamanten im Stroh» – auch dem schwulen Gangsterpaar Kevin Mühlemann und Roman Fischer gelungen: ein Diamantenraub in Amsterdam.

Zwischen Gut und Böse

Auf der Suche nach einem Unterschlupf landeten die beiden ausgerechnet auf dem Hof der verwitweten Bäuerin Barbara Mosimann, die ihren finanziellen Problemen mit der neuen Einnahmequelle «Schlafen im Stroh» beizukommen versuchte. Die Diamanten-Räuber sollten nicht die einzigen obskuren Gäste bleiben. Für amüsante Wirren sorgten zudem die Erholung suchende Managerin Viola Wagner und die verwöhnte Bikerin Catherine. Und natürlich der Pfarrer und der Polizist, die beide um die Gunst der Bäuerin buhlten. Dass schliesslich das Gute obsiegte und zusammenfand, was zusammengehörte, liegt in der Natur der Komödie

Dem Publikum jedenfalls wurde fürs Ohr und fürs Auge ein kurzweiliges Nachmittags- bzw. Abendprogramm geboten. Fazit: die musikalische Co-Produktion wie auch der neue Spielort haben die Feuertaufe bestanden.

Der schleimige Prediger August Biedermann und der schrille Ganove Roman Fischer. (Bilder: Andrea Häusler)

Der schleimige Prediger August Biedermann und der schrille Ganove Roman Fischer. (Bilder: Andrea Häusler)

Margrit Vollenweider (links) im Gespräch mit Ella Steurer. (Bild: Andrea Häusler)

Margrit Vollenweider (links) im Gespräch mit Ella Steurer. (Bild: Andrea Häusler)

Enerviert sich: Nachbarin Line Bölsterli.

Enerviert sich: Nachbarin Line Bölsterli.

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