«Monsieur Prix» bei Arbeitgebern

«Hochpreisinsel Schweiz – was macht der Preisüberwacher?» Zu diesem Thema referierte Stefan Meierhans, Preisüberwacher seit 2008, am Aschermittwoch-Anlass der Arbeitgebervereinigung der Region Uzwil und Umgebung.

Zita Meienhofer
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Preisüberwacher Stefan Meierhans (links) im Gespräch mit Marcel Bauer, Präsident der Arbeitgebervereinigung der Region Uzwil und Umgebung, sowie Toni Frei (rechts).

Preisüberwacher Stefan Meierhans (links) im Gespräch mit Marcel Bauer, Präsident der Arbeitgebervereinigung der Region Uzwil und Umgebung, sowie Toni Frei (rechts).

UZWIL. Beim dritten Aschermittwoch-Anlass der Arbeitgebervereinigung Region Uzwil und Umgebung war dieses Jahr Stefan Meierhans zu Gast – nach IHK-Direktor Kurt Weigelt und Bischof Markus Büchel. Meierhans, der 2008 – gemäss Kennern der Branche – überraschend zum Preisüberwacher gewählt wurde, informierte die rund 50 Anwesenden über die Aufgaben des Preisüberwachers – oft «Monsieur Prix» genannt – und auf welche Missstände er reagieren kann und tut.

Vorerst jedoch wurden die Arbeitgeber von den rund 40 Sängerinnen und Sängern des Kindertrachtenchors Fürstenland unter der Leitung von Erika Stalder unterhalten.

Eingeschränktes Wirkungsfeld

«Die Schweiz hat zwar an den Ski-Weltmeisterschaften in Schladming noch keine Goldmedaille errungen, eine Goldmedaille hat sie aber als teuerstes Land», so der Preisüberwacher. Zum Vergleich zeigte er eine Tabelle des durchschnittlichen Preisniveaus der umliegenden Länder. Während der Indexstand von Deutschland 110 Prozent und jener von Österreich 114 beträgt, liegt die Schweiz bei 160,1.

Es ist denn nun die Aufgabe von Stefan Meierhans und seinen 16 Mitarbeitern in Bern die Preisentwicklung zu beobachten und die missbräuchliche Erhöhung oder Beibehaltung von Preisen zu verhindern oder zu beseitigen. Doch Meierhans ist in seinem Wirkungsfeld eingeschränkt. Er darf nur eingreifen, wenn kein wirksamer Wettbewerb herrscht, wenn keine Konkurrenz vorhanden ist. 2639 Beschwerden sind im Jahr 2011 beim Preisüberwacher eingegangen – dreimal mehr als noch vor zehn Jahren.

Spitaltarife im Visier

Seit seinem Amtsantritt hat Stefan Meierhans bei Post, Bahn und im Gesundheitswesen schon einiges bewirkt. Vor allem hatte er aber die Preise der Medikamente unter die Lupe genommen und erreicht, dass der Eurokurs für die Preissetzung bei einem Drittel der Medikamente statt bei 1.58 bei 1.29 Franken liegt.

Ebenso hatte er die zu hohen Tarife für Bewohner der Pflegeheime unter die Lupe genommen. Diese Missstände sollten mit der Neuordnung der Pflegefinanzierung behoben worden sein. Nun hat er die Spitaltarife ins Visier genommen und wird sich im laufenden Jahr vertieft damit beschäftigen.

Schwankende Politiker

Preisüberwacher sei eine Sisyphusarbeit, so Stefan Meierhans, vor allem in Zusammenarbeit mit den Politikern. «Da wird die Hochpreisinsel Schweiz kritisiert, bei der konkreten Umsetzung sieht die Haltung der Parteien jeweils etwas gar anders aus». Der Preisüberwacher ist überzeugt, dass die Hochpreisinsel Schweiz nur geknackt werden kann, wenn ein Beitrag zur Kostenreduktion im Inland geleistet wird.

Gut gelaunt am Apéro: Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell, und Ernst Dobler (rechts).

Gut gelaunt am Apéro: Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell, und Ernst Dobler (rechts).

Banker unter sich (von links): Adrian Müller (Clientis) und Bruno Colle (St. Galler Kantonalbank).

Banker unter sich (von links): Adrian Müller (Clientis) und Bruno Colle (St. Galler Kantonalbank).