MONDSICHEL: Ein Halbmond für die Wiler Moschee

Auf der Kuppel des islamischen Begegnungszentrums im Wiler Südquartier wird ein Emblem installiert. Es symbolisiert den Islam. Einsprachen sind keine erhoben worden.

Philipp Haag
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Der Wiler Imam Bekim Alimi vor der vor der Vollendung stehenden Moschee bei der Autobahn. (Bild: Philipp Haag)

Der Wiler Imam Bekim Alimi vor der vor der Vollendung stehenden Moschee bei der Autobahn. (Bild: Philipp Haag)

Noch ist die Moschee im Wiler Südquartier verhüllt. Feinmaschige Sicherheitsnetze umgeben den vor der Vollendung stehenden Sakralbau. Ein Element ist allerdings lediglich als Visier ausgesteckt: Ein Halbmond auf der Kuppel der Moschee. Der Bauherr, der Islamische Verein Wil, erstellt auf dem Dach des Baus bei der Autobahn eine Mondsichel (arabisch: Hilal).

«Jede Moschee weltweit hat einen Halbmond auf ihrer Kuppel», sagt der Wiler Imam Bekim Alimi. Dieser stehe als Symbol für einen sakralen Bau, für eine Religionsgemeinschaft. Der Halbmond sei ein Zeichen des Islams, habe aber keine theologische Bedeutung. «Die Mondsichel hat keinen Bezug zu Mohammed oder dem Koran», stellt Alimi klar.

Baugesuch spät eingereicht
Der Islamische Verein hatte das Baugesuch für das Zusatzelement Anfang März bei der Stadt eingereicht. Wieso ist nicht im Rahmen des Baugesuchs für das Gebäude aufgezeigt worden, dass ein Symbol die Spitze der Moschee schmücken soll? «Es war keine böse Absicht», sagt Alimi. Der Wunsch habe zwar von Anfang bestanden, dass aber tatsächlich ein Emblem an der Spitze angebracht werde, habe sich erst im Verlauf der Bauphase konkretisiert. Lange sei nicht klar gewesen, ob die Kuppel aus Glas oder einem anderen Material erstellt werde. «Bei einer Glaskuppel wäre das Anbringen des Halbmonds bautechnisch nicht möglich gewesen.» Als feststand, dass die Kuppel aus Beton gefertigt werde, sei der endgültige Entscheid für das Symbol gefällt worden.

Der Halbmond besteht aus Kupfer und ist rund 60 Zentimeter hoch. Inklusive eines schlanken, verzierten Stabes als Trageeinheit bemisst sich das Symbol auf etwa 2,5 Meter. «Der Zonenplan wie auch das städtische Baureglement werden vollumfänglich eingehalten», betont Alimi. Beim Grundstück handelt es sich um eine Industrie-/Gewerbezone, in der eine Bauhöhe von 21 Metern erlaubt ist. Da die Moschee auf eine Höhe von 17 Metern erbaut wird, kommt die Spitze des Halbmonds auf rund 20 Meter. Die Bauauflage endete am vergangenen Donnerstag. Gegen das Vorhaben sind keine Einsprachen eingegangen, wie Philipp Dörig, Sekretär des Departements Bau, Umwelt und Verkehr, auf Anfrage erklärt.

Eröffnung ist am 13. Mai
Eröffnet wird die Moschee am 13.Mai. Bis anhin ist die nun zwei Jahre dauernde Bauphase ohne Komplikationen und Unfälle verlaufen, wie Alimi ausführt. Die Baukosten für den Sakralbau betragen rund fünf Millionen Franken. Finanziert wird das Gebäude zu einem beachtlichen Teil aus Spenden. «Wir erhalten keinen Rappen aus Saudi-Arabien, der Türkei oder Ägypten», hält Alimi fest. Albanische Moscheen aus Europa (Deutschland, Dänemark und Norwegen) sowie der Schweiz hätten gespendet.

Ein grosser Teil der Arbeiten ist durch Frondienst erledigt worden. Es sei erstaunlich gewesen, wie viele Personen freiwillig mitgearbeitet hätten, zeigt sich Alimi erfreut. Die Moschee, bestehend aus westlich und orientalisch geprägten Elementen, soll kein Fremdkörper auf dem Stadtgebiet sein. Im Gegenteil: Sie soll für das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in der Gesellschaft stehen .