Moderner Bau für Dorfkern

Derzeit liegt im Gemeindehaus Niederhelfenschwil der Teilzonenplan Dorfzentrum Lenggenwil öffentlich auf. Dessen Umsetzung ist die Basis für das Bauprojekt Raum fürs Dorf, das vom Verein Jugend und Kultur initiiert wurde.

Ursula Ammann
Drucken
Teilen
Wo heute eine Scheune steht, ist im Rahmen des Projekts «Raum fürs Dorf» ein Neubau geplant. Dieser bietet im Erdgeschoss Platz für den Dorfladen. (Bild: Ursula Ammann/Visualisierung: pd)

Wo heute eine Scheune steht, ist im Rahmen des Projekts «Raum fürs Dorf» ein Neubau geplant. Dieser bietet im Erdgeschoss Platz für den Dorfladen. (Bild: Ursula Ammann/Visualisierung: pd)

LENGGENWIL. Das Dorfzentrum Lenggenwils soll attraktiver werden: Ob für Vereinsanlässe, für Hochzeiten, für Spiel und Spass oder für Einkäufe. Kurz: Es soll Raum für Begegnungen entstehen, Raum fürs Dorf. So heisst auch das Bauprojekt (siehe Infokasten), das vom Verein Jugend und Kultur initiiert worden ist und einen Bestandteil der Dorfplatzgestaltung respektive der Zentrumsgestaltung bildet.

Dorfladen erhalten

Der Verein hat in den vergangenen Jahren Rückstellungen von 600 000 Franken getätigt. Geld, das man nun in ein attraktiveres dörfliches Begegnungszentrum investieren will. Beweggründe gibt es dafür mehrere, wie Basil Jung vom Verein Jugend und Kultur erklärt. Ein Grund sind die Steuern, die auf das Kapital entrichtet werden müssen. Ein anderer ist der Dorfladen, der derzeit abseits der Dorfstrasse in einem langjährigen Provisorium – einem Barackengebäude – untergebracht ist und nach einem neuen Standort mit attraktivem Auftritt verlangt. Er soll verlegt werden in den Neubau, den das Projekt Raum fürs Dorf neben dem Restaurant Krone und der katholischen Kirche vorsieht. Ein weiterer Grund sei, dass der Verein Jugend und Kultur dem «Bürger etwas zur Verfügung stellen und etwas von den Erfolgen zurückgeben» wolle, sagt Basil Jung. Es könne so auch fehlender Raum für Bürgerschaft und Vereine geschaffen werden. So wie dies in Lenggenwil schon in der Vergangenheit auf private Initiative geschehen sei. Er verweist auf die Dorfbühne im Mehrzweckgebäude Lenggenwil, deren Existenz dem Zusammenstehen der Bevölkerung zu verdanken ist.

Aufwertung für das Dorf

Der Dorfkern Lenggenwils befindet sich in der Schutzzone. Bei der Ausarbeitung des Projekts Raum fürs Dorf wurde deshalb von Anfang an die kantonale Denkmalpflege miteinbezogen. Diese zeigte sich überzeugt von dem schlichten Betonbau mit Flachdach. Damit das Vorhaben aber überhaupt umgesetzt werden kann, muss das Grundstück von der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in eine Kernzone umgeteilt werden. Der entsprechende Teilzonenplan liegt derzeit im Gemeindehaus Niederhelfenschwil auf. Dass es dagegen Widerstand geben könnte, kann sich Basil Jung nicht vorstellen. «Das Projekt dient allen, bringt Lebensqualität und wertet das Dorf auf», sagt er.

Behindertengerecht gestalten

Der Kanton hat für die Umzonung bereits grünes Licht gegeben. Ebenso der Gemeinderat Niederhelfenschwil. Dieser begrüsst die Initiative des Vereins Jugend und Kultur sehr. «Wir finden es positiv, dass in Lenggenwil weiterhin ein Dorfladen geführt werden kann», sagt Gemeindepräsident Simon Thalmann. Die Gemeinde wird sich an den Gestaltungs- und Umgebungskosten auf besagtem Grundstück beteiligen. Dabei soll insbesondere auch die behindertengerechte Gestaltung im Zentrum stehen.

Antrag im Herbst

Simon Thalmann rechnet für die notwendigen Arbeiten mit einem sechsstelligen Betrag. Über diesen befindet die Bürgerschaft an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung im Herbst. Mit der Einladung dazu erhält sie auch ein umfassendes Gutachten.

Der Teilzonenplan liegt noch bis Mittwoch, 20. Mai, im Gemeindehaus Niederhelfenschwil, Korridor, zur Einsichtnahme öffentlich auf.