Moderne Musik in der alten Mühle

Ein breites musikalisches Spektrum zeigte das Ensemble «Edes» in der romantischen Kobesenmühle zur Einstimmung auf Pfingsten. Das Ensemble überzeugte das Publikum mit seiner Kombination von Flöte, Gitarre und Cello mit Barockmusik ebenso wie mit zeitgenössischen Kompositionen.

Vroni Krucker
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Niederhelfenschwil. Petrus scheint die Kobesen am Herz zu liegen, denn trotz des angesagten Regens blieb es trocken. Das leise Säuseln des Windes und das Klingen der Rinderglocken begleiteten am Freitagabend die Vorträge des «Edes»-Ensembles. In der Pause flanierten die Gäste einige Minuten im blühenden Naturgarten. Stiftungsratspräsident Markus Lehmann begrüsste die Gäste im bis auf den hintersten Winkel besetzten «Konzertsaal».

Zweites Mal in der Kobesen

Das Ensemble «Edes» wurde 1988 als offene Formation mit variabler Besetzung gegründet und tritt heute meist als Trio auf. Daniel Pfister, Flöte, und Christian Bissig, Gitarre, waren schon einmal Gast in der Kobesen. Neu dazugekommen ist Johanna Degen, Violoncello. Sie hat einen privaten Bezug zu Verena Lehmann und die Kobesen schon vor Jahrzehnten besucht. Das Ensemble zeigte in seiner Darbietung ein breites Spektrum an musikalischen Spezialitäten, wobei die Barockmusik ebenso faszinierte wie die zeitgenössischen Kompositionen – vom einen oder andern Zuhörenden als «schräg» bezeichnet. Es braucht für die moderne Musik mit Sicherheit ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen als für die gehörfälligen Melodien der bekannten, grossen Meister wie von Mozart, Haydn, Schubert usw. Ebenso sicher ist, dass das Spielen von moderner Literatur nicht weniger schwieriger ist, vor allem wenn sie so geboten wird, wie vom Trio in der Kobesen.

Zudem musste – wegen der speziellen klimatischen Gegebenheiten – die Saiten mehrfach gestimmt werden, eine zusätzliche Herausforderung.

Ein musikalisches Feuerwerk

Unglaublich, was die drei Musizierenden am Freitagabend boten, ein wahres Feuerwerk an rasanten Melodien, eine immense Fülle an fesselnden Tönen und faszinierende Kombinationen von Flöte, Gitarre und Cello. Kaum zu glauben, dass man so schnell Flöte spielen, die Seiten von Gitarre und Cello so exzellent und exklusiv «bearbeiten» kann. Eigenwilligkeit gehörte zu «Préludes» von Charles Koechlin (1867–1950), ebenso wie zur «Suite en miniature « von Willy Burkhard (1900–1955) oder der Sonate h-Moll von Jakob Friedrich Kleinknecht (1722–1794).

Zuhörer begeistert

Eigenwillig heisst aber keinesfalls «unschön», sondern spannend, attraktiv und fast ein bisschen intim – Musik zum Staunen, Nachdenken und Geniessen. Slawische Melancholie und Fröhlichkeit brachten die Rumänischen Volkstänze von Béla Bartók in den Raum und begeisterte die Zuhörerschaft in der Kobesenmühle. Zum Schluss zeigte das Ensemble einen packender Tango von Astor Piazolla (1921–1992) und als Zugabe einen Gute-Nacht-Walzer von Enrique Granados.

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