MODERN: Mit und über Medien lernen

Tablets statt Schreibhefte und Multitouchdisplays anstelle von Wandtafeln: In der Schule Oberuzwil sollen im Unterricht vermehrt digitale Medien zum Einsatz kommen und der Umgang mit ihnen thematisiert werden.

Gianni Amstutz
Merken
Drucken
Teilen
Digitale Medien sind heutzutage allgegenwärtig. Dem will die Schule Oberuzwil Rechnung tragen. (Symbolbild: Benjamin Manser)

Digitale Medien sind heutzutage allgegenwärtig. Dem will die Schule Oberuzwil Rechnung tragen. (Symbolbild: Benjamin Manser)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

«Bereits bevor die Kinder in den Kindergarten kommen, haben sie Erfahrungen mit den neuen Medien wie Tablets oder Smartphones gemacht», sagt Gallus Rieger, Leiter der Volksschule Oberuzwil. Um dieser Realität gerecht zu werden, erstellte die Schule Oberuzwil ein Medienbildungskonzept. Mit diesem sollen die Benutzung der Medien und Programme in der Schule vermehrt in den Fokus gerückt werden. Das sei heutzutage auf mehreren Ebenen wichtig, sagt der Volksschulleiter.

Sowohl im Beruf als auch im Studium oder einer Lehre würden mindestens grundlegende Computeranwendungskenntnisse vorausgesetzt. Darüber hinaus sei es auch die Aufgabe der Schule, gemeinsam mit den Eltern für eine sinnvolle und sachgemässe Nutzung der digitalen Medien einzutreten. Denn diese sei den Kindern nicht angeboren und müsse erlernt werden.

Bereits jetzt würden viele Lehrpersonen mit den neuen technologischen Werkzeugen arbeiten, erklärt Rieger. Mit dem Medienbildungskonzept, das auf die Vorgaben des Kantons und des Lehrplans 21 angepasst worden sei, könnten sich die Lehrerinnen und Lehrer an einheitlichen Richtlinien orientieren.

Tablets bereits im Kindergarten

Informatikunterricht wird es aber auch mit der Einführung des Medienbildungskonzepts erst ab der fünften Primarschulklasse geben. Was nicht bedeutet, dass die jüngeren Schülerinnen und Schüler ohne digitale Medien auskommen müssen. Gemäss Lehrplan 21, der ab dem 1. August diesen Jahres in Kraft tritt, werden die Informatikkompetenzen bereits ab dem Kindergarten fächerübergreifend gefördert. Will heissen: Der Umgang mit den neuen Technologien wird in Fächern wie Bildnerisches Gestalten, Mathematik oder Mensch und Umwelt geübt. Bedeutet dies, dass bald mit einer Anwendung auf dem Smartphone oder Tablet gemalt wird, anstatt auf einem Stück Papier? «Nein, die neuen Medien werden nur dort in den Unterricht integriert, wo sie für die Kinder einen Mehrwert bringen und sinnvoll sind», betont Rieder. Es gehe nicht darum, um jeden Preis mit dem Computer zu arbeiten. Vielmehr müsse den Schülerinnen und Schülern gezeigt werden, in welchen Situationen der Gebrauch der Technik Sinn mache.

Für Probleme der digitalen Medien sensibilisieren

Dabei ist es das Ziel, dass neben dem Lernen mit Medien auch ein Lernen über Medien stattfindet. Beim Recherchieren im Internet für das Fach Mensch und Umwelt soll beispielsweise auch die Frage diskutiert werden, welche Quellen vertrauenswürdig sind und sich zur Recherche eignen. Dazu gehöre auch, dass man den Schülern aufzeige, wo die Stolpersteine und Gefahren der neuen Medien lägen, sagt Rieger. Die Stichworte hierbei lauten Datenschutz, Urheberrecht und Cybermobbing.

Um den Einsatz digitaler Medien im Unterricht zu ermöglichen, hat die Gemeinde im vergangenen Jahr beschlossen, rund 2 Millionen in die Erneuerung der Hard- und Software zu investieren. Damit konnten veraltete Geräte ersetzt werden, so dass man technisch in Oberuzwil auf dem neusten Stand ist. Auch die Lehrerinnen und Lehrer mussten mit den neuen Medien vertraut gemacht werden. Seit zwei Jahren hat die ganze Lehrerschaft an diversen Weiterbildungen teilgenommen. Zusätzlich hat man drei IT-Experten im Lehrerteam. Sie können anderen Lehrern bei Problemen teamintern weiterhelfen.