MOBILITÄT
Entwicklungsgebiet Lerchenfeld: Nach der Micarna springt auch Socar wieder ab

Beim ehemaligen Restaurant Bahnhof in Lütisburg Station kommt nun doch keine Socar-Tankstelle zu liegen. Die bereits geschmiedeten Pläne werden nicht umgesetzt.

Simon Dudle
Merken
Drucken
Teilen
Wie es mit dem leer stehenden einstigen Restaurant Bahnhof weitergeht, ist offen.

Wie es mit dem leer stehenden einstigen Restaurant Bahnhof weitergeht, ist offen.

Bild: Liska Meier

In den vergangenen Jahren hat die Firma Socar zahlreiche Tankstellen in der Schweiz übernommen oder eröffnet. Kürzlich wurde in Amriswil die 201. in Betrieb genommen. Im Toggenburg gibt es allerdings noch keine Tankmöglichkeit bei diesem Unternehmen. Dabei wird es vorderhand bleiben, obwohl äusserst konkrete Pläne für eine Tankstelle in Lütisburg Station ausgearbeitet worden waren.

Rückblende: Vor rund zwei Jahren hatte sich die Socar Energy Switzerland GmbH mit Sitz in Zürich auf die Fahne geschrieben, das Gebiet Toggenburg baldmöglichst zu erschliessen. Als Standort wurde die Verzweigung Wiler- und Langenrainstrasse bei Lütisburg Station ins Auge gefasst. Das ehemalige Restaurant Bahnhof, die angebaute Scheune und die Doppelgarage sollten abgerissen werden. Die Pläne sahen vier überdachte Betankungsplätze an zwei Säulen, neun Parkplätze im Freien und auch einen Migrolino-Shop vor.

Knoten Lerchenfeld: Mehrere Varianten

Die Baupläne lagen im Frühjahr 2019 bei der Gemeinde auf – und es gab Einsprachen. Da sie insbesondere die Verkehrsführung bei jenem Knoten Lerchenfeld betrafen und auch das Komitee für echte flankierende Massnahmen eine Verbesserung der Verkehrssituation beim Knoten Lerchenfeld forderte, schickten sich die Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil und Lütisburg an, eine «sinnvolle Erschliessung» zu entwickeln, wie Karl Brändle, Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil, auf Anfrage sagt. Mittlerweile liegt ein Gutachten vor, welches verschiedene Varianten aufzeigt. Dieses wird derzeit vom Kanton St. Gallen geprüft. Anschliessend wird das Gutachten in den Gemeinderäten Lütisburg und Bütschwil-Ganterschwil beraten. Aktuell erteilt Brändle zum Inhalt des Gutachtens noch keine Auskunft.

Dafür steht nun fest, dass an jener Stelle keine Socar-Tankstelle erbaut wird. «Wir haben entschieden, dieses Projekt nicht weiterzuentwickeln. Auf Einzelheiten, die zu diesem Entscheid geführt haben, gehen wir nicht weiter ein», sagt Anthony Welbergen von Socar. Das gibt Raum für Spekulationen. Liegt es daran, dass die Micarna im direkt angrenzenden Industriegebiet ihre Baupläne für einen Geflügel-Verarbeitungsbetrieb zurückgezogen hat? Noch vor zwei Jahren hatte Socar verlauten lassen, dass die Micarna-Pläne eine «glückliche Fügung» seinen, man aber vor allem den guten Standort als solches ausgesucht habe. Das Potenzial wurde als «sehr gut» eingestuft.

Kommt die Bäckerei Kuhn doch noch?

Wars das für Socar mit der Erschliessung des Toggenburgs? Nicht zwangsläufig. Zwar ist aktuell kein konkreter Standort für eine Tankstelle in Aussicht. Aber ein Standort im Thurtal bleibe interessant.

Bleibt die Frage, wie es im Lerchenfeld weitergeht. Nachdem neben der Micarna auch die Bäckerei Kuhn die Baupläne für jenes Gebiet verworfen hatte, werden diese womöglich wieder aktuell. Das Back-Unternehmen hat im Januar angekündigt, die Heimatgemeinde Neckertal zu verlassen, und sucht nach einem Ort für den neuen Hauptsitz. Das Lerchenfeld ist als eines von mehreren Möglichkeiten in Betracht gezogen worden.