Miteinander Singen ist wie Ferien

UZWIL. Seit 2008 lädt die Seelsorgeeinheit Uzwil während der Sommerferien in unregelmässigen Abständen zu einem Singprojekt ein. Die Initiative ging und geht nach wie vor von der Kirchenmusikverantwortlichen Esther Wild Bislin aus.

Christine Gregorin
Drucken
Teilen
Das Einsingen im Pfarreigarten verlangt Ganzkörpereinsatz und macht den grossen und kleinen Teilnehmenden Spass. (Bild: Christine Gregorin)

Das Einsingen im Pfarreigarten verlangt Ganzkörpereinsatz und macht den grossen und kleinen Teilnehmenden Spass. (Bild: Christine Gregorin)

«Gib uns Ohren, die hören, und Augen, die sehn, und ein weites Herz, andere zu verstehn. Gott, gib uns Mut, unsre Wege zu gehn», hallt es am Samstagmorgen durch den katholischen Pfarreigarten. Zunächst als rhythmischer Sprechgesang, dann der dazugehörigen Melodie folgend sowie ergänzt mit den analogen Gesten. Die Freude ist den nahezu vierzig Teilnehmenden im Alter zwischen fünf und knapp neunzig Jahren deutlich anzusehen, selbstverständlich ist sie auch akustisch gut auszumachen. Das eröffnende Einsingen im Freien lässt unschwer erahnen, dass hier ein Singprojekt der etwas anderen Art gelebt wird: Dirigentin Esther Wild Bislin versteht es, ihren Enthusiasmus weiterzugeben, wirklich allen Sängerinnen und erstaunlich zahlreichen Sängern gerecht zu werden.

In den nächsten zwei Stunden werden insgesamt zehn Lieder einstudiert, wobei die meisten erwachsenen Mitmachenden bereits Chorerfahrung mitbringen. Neben der Kombination Eltern plus Kind oder Grosseltern mit Enkel(n) sind etliche Wiederholungstäter der ersten Stunde mit von der Partie, aber auch einige Neulinge haben den Weg ins katholische Pfarreiheim gefunden. Am frühen Abend wird das eifrig Geübte dann in der Kirche präsentiert und auf diese Weise dem Gottesdienst eine ganz spezielle Note verliehen.

Von modern bis klassisch

Die Stelle der Kirchenmusikverantwortlichen entspreche einem vor sieben Jahren neu konzipierten Berufsbild, erklärt Esther Wild Bislin auf Anfrage. Neben Chorleitung, organisatorischen Belangen und zahlreichen weiteren Aufgaben umfasst ihr Pflichtenheft auch die Projektarbeit. Sei es Generationensingen, Musicals zum Beispiel anlässlich der Familienweihnacht, verschiedene – sowohl kleinere als auch grössere – Singprojekte von modern bis klassisch mit und ohne Chor oder Band: eben alles rund um die Kirchenmusik.

Musikalische Unterstützung

Esther Wild Bislins Hauptanliegen ist: «Dass auch morgen oder übermorgen und die Tage danach in der Kirche noch gesungen wird.» Sie sieht in der attraktiven musikalischen Unterstützung einen zusätzlichen Anreiz, Gottesdienste zu besuchen. Die grosse Schwierigkeit bestehe darin, liturgische sowie themenbezogene Texte mit der Musik in Einklang zu bringen, um daraus ein stimmiges Ganzes zu formen. Durch eine geschickte Auswahl des Liederguts könne das gesprochene Wort gezielt getragen oder eine bereits vorherrschende Stimmung noch unterstrichen werden, sagt die langjährige Kirchenchorleiterin. Und mit 24 Dienstjahren in Henau und deren 22 in Oberuzwil weiss Esther Wild Bislin, wovon sie spricht.

«Der Spass am Musizieren steht im Zentrum», betont die insbesondere durch ihre in hohem Mass vorhandene Empathiefähigkeit begeisternde Dirigentin weiter. Esther Wild Bislin nimmt sich die Freiheit, immer wieder Neues auszuprobieren und dabei die eigene Freude am Musizieren eins zu eins weiterzugeben.

Sie bezeichnet sich selbst als experimentierfreudig und überaus flexibel – auch in Bezug auf das Resultat, das qualitativ allerdings immer möglichst nah an das Optimum herankommen soll.

Aktuelle Nachrichten