Mit steinigem Weg und wackeliger Brücke: So sieht der neue Reformationsspielplatz aus

Mit einem Gottesdienst, der Toggenburger Messe und einem Fest wurde gestern Sonntag der neue Reformationsspielplatz eröffnet.

Michael Hug
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Mitten durch den Spielplatz führt der symbolisierte, steinige Reformationsweg. Bild: Michael Hug

Mitten durch den Spielplatz führt der symbolisierte, steinige Reformationsweg. Bild: Michael Hug

Nun ist er also fertig geworden. Vielleicht etwas spät im Jahr, vielleicht bleibt den Kindern nicht einmal mehr viel Zeit, ihn auch ausgiebig zu benutzen. Doch es ist ein grosses Werk, ein besonderes ohnehin, so Urs Meier, Präsident der Evangelischen Kirche Degersheim: «Es gab bisher im Dorf keinen Spielplatz für kleine Kinder. Diese Lücke wollten wir füllen.»

Diese Lücke, so Meier, war einer von drei Gründen, den Spielplatz, der die erste Etappe einer weitreichenden Restauration der Umgebung von Kirche und Pfarrhaus bildet, zu realisieren. Der zweite Grund war das Reformation-Jubiläumsjahr im vergangenen Jahr, für das die kantonale Evangelische Kirche die Gemeinden anhielt, etwas Besonderes zu unternehmen oder zu realisieren. Und Grund Nummer drei war ganz einfach: «Die Umgebung um das Pfarrhaus auf einen sehenswerten Stand zu bringen.»

Kein gewöhnlicher Spielplatz

Diese Umgebung war nämlich in den vergangenen Jahren ganz schön heruntergekommen. Der Garten war ein schier unzugänglicher Dschungel geworden, unansehnlich und zu nichts nütze. Da sei ein Spielplatz gerade die richtige Idee gewesen, welche man im Kirchenverwaltungsrat vor gut zwei Jahren hatte. Nachdem die Kirchgemeindeversammlung 2018 Ja sagte zum Projekt, wurde mit dem Bau des Spielplatzes begonnen. Nun sei aber dieser Spielplatz kein gewöhnlicher, sondern ein Spielplatz, der von der Reformation inspiriert worden ist. Mitten durch ihn führt nämlich der steinige Reformationsweg, dann folgt eine wacklige Brücke. «Die Reformation musste einen geradeso steinigen Weg nehmen und gegen Ende wurde es wacklig», so Meier.

Der Weg endet in einer Burg, und Präsident Meier sagt dazu: «So wie eine Burg Martin Luthers wichtigster Arbeitsplatz am Ende seiner Arbeit zur Übersetzung des Neuen Testaments war.» Die Burg aus wetterfestem Eichenholz ist nun der Mittelpunkt des Spielplatzes. Sie wird gesäumt von diversen Spielgeräten: Sandkasten, Wasserbrunnen, Trampolin, einer Rutschbahn und als Spielecke das alte, ehrwürdige und renovierte Sommerhäuschen, das zum Pfarrhaus gehört.

Um die 160000 Franken seien für den Spielplatz veranschlagt gewesen, sagt Meier weiter, dieses Budget werde wohl eingehalten. Gute zehn Prozent würden von privaten Sponsoren übernommen, ein «schöner Teil» komme von der Kantonalkirche.

Die Einweihung des neuen Spielplatzes wurde zu einem regelrechten Festtag, noch dazu mit besten Wetterbedingungen. Vorgängig wurde in der Kirche ein Festgottesdienst abgehalten. Der erweiterte Kirchenchor mit über 40 Sängerinnen und Sängern hatte dazu die Toggenburger Messe von Peter Roth einstudiert. Alles in allem wurde die Eröffnung des Reformation-Spielplatzes zu einem würdigen und freudigen Fest. Abschliessend meinte der Kirchenpräsident: «Der Spielplatz ist natürlich für alle da». Nicht nur für reformierte Kinder.

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