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Mit Stein und Besen auf dem Eis

Einmal probehalber einen Stein über die Eisfläche gleiten lassen, mit dem Besen dessen Tempo und Richtung steuern und die Herausforderungen eines Teamsports erfühlen. Der Curling Club Uzwil machte dies möglich.
Andrea Häusler
Erste Geh-, Wisch und Gleitversuche auf dem Eis. Zahlreiche Familien versuchten sich am Samstag im Curlingspielen. (Bilder: Andrea Häusler)

Erste Geh-, Wisch und Gleitversuche auf dem Eis. Zahlreiche Familien versuchten sich am Samstag im Curlingspielen. (Bilder: Andrea Häusler)

Es ist kalt, in der Halle des Curling Clubs, aber nicht frostig. Die Temperatur liege konstant bei etwa fünf Grad, sagt Ursi Humbel, Ausbildungsverantwortliche und Aktuarin im Verein auf dem Weg zum Hängeregal mit den Besen. Diese können ausgeliehen werden. Genauso wie die Schuhe, die allerdings, kurz nach Öffnung der Halle zum samstäglichen «Tag der offenen Tür», in einzelnen Grössen bereits «vergriffen» waren. Ursi Humbel freut sich über den Publikumszulauf. Umso mehr, als der letzte vergleichbare Anlass diesbezüglich unter den Erwartungen geblieben sei. Wohl weniger des fehlenden Interessens, als vielmehr des Wetters wegen, glaubt sie und begründet: «Es war damals ein herrlicher Herbsttag im September – da zog es einen eher ins Freie.»

Rasche Erfolge wecken Ehrgeiz

Auf allen vier Rinks wird geübt oder bereits gespielt. Armin Räbsamen, Trainer des Curler-Nachwuchses, managet gleich eine ganze Familie. Seine Begeisterung ist längst übergeschwappt: Ginge es nach den beiden Mädchen, wäre die Clubmitgliedschaft längst unterschrieben. «Am meisten Spass macht es, den Stein zu spielen», finden sie. Gleicher Auffassung scheint man im temporären Herrenteam von Judith Tanner auf dem Eisfeld nebenan zu sein. Hier wird gerade der Nutzen des Wischens in Frage gestellt. Mit den Borsten übers Eis zu streichen bringe tatsächlich nichts, räumt Judith Tanner ein und weist «ihre» Männer an, sich mit dem ganzem Körpergewicht auf den Besenstil zu stützen und kraftvoll zu fegen. Nur so erwärme sich das Eis, beschleunige sich der Stein und verändere sich der Curl. Das ist schweisstreibend. Jacken werden ausgezogen, Pulloverärmel zurückgekrempelt.

Armin Räbsamen (links) machts vor: Gewischt wird mit ganzem Körpereinsatz.

Armin Räbsamen (links) machts vor: Gewischt wird mit ganzem Körpereinsatz.

Der Erfolg bleibt nicht aus. Steine, die zuvor auf der Strecke geblieben waren, schaffen es nun bis unmittelbar vors «Haus» – den drei Kreisflächen, in deren Mitte die Steine im Idealfall platziert werden. Das gelingt freilich noch nicht. Messen können sich die Plauschcurler dennoch. Das macht Laune und weckt den Ehrgeiz. Ob der eine oder andere sein neues Hobby gefunden hat, wird sich zeigen.

Geeignet für Früh- und Späteinsteiger

Ziel der «offenen Türen» war selbstverständlich die Rekrutierung von Neumitgliedern. Wobei Clubpräsidentin Kerstin Ruch klar macht, dass der Verein in den vergangenen Jahren stark gewachsen und mittlerweile sehr gut aufgestellt sein. Heute sind im Curling Club Uzwil 180 Mitglieder eingeschrieben. Dicht sei die Besetzung bei den Junioren sowie den Ü-45-Spielerinnen und Spielern. Gerade bei den letzteren Jahrgängen hätten wieder erfreulich viele den Anfängerkurs absolviert. «Eine Lücke gibt es hingegen bei den 30- bis 45-Jährigen.»

Kerstin Ruch, Präsidentin des Curling Club Uzwil. Die 27-Jährige ist die erste Frau an der Spitze des fast 60-jährigen Vereins.

Kerstin Ruch, Präsidentin des Curling Club Uzwil. Die 27-Jährige ist die erste Frau an der Spitze des fast 60-jährigen Vereins.

Für Kerstin Ruch, die erste weibliche Präsidentin in der fast 60-jährigen Geschichte des Clubs, durchaus nachvollziehbar: «In diesem Lebensabschnitt stehen der Beruf und die Familie im Vordergrund.» Dabei lasse sich der Curlingsport zumindest mit der Familie recht gut vereinbaren: «Der Vorteil des Curlings liegt ja gerade darin, dass Interessierte beider Geschlechter unabhängig vom Alter gemeinsam einen Sport ausüben können, bei dem relativ schnell ein ordentliches Level erreicht werden kann.» Und die Kosten? Die längen bei rund 850 Franken – im Bereich jenes Preises also, der beispielsweise für ein Abonnement in einem Fitnesscenter bezahlt werden muss.

Neue Steuerung – (noch) besseres Eis

Bereits ist über die Hälfte der Saison 2018/19 gespielt. Einige sportliche Herausforderungen stehen den Teams jedoch noch bevor. Nach Saisonschluss steht dann auch eine technischer Natur an. Heute, sagt Kerstin Ruch, sei man im Betrieb permanent mit leichten Temperaturschwankungen konfrontiert, welche sich auf die Qualität des sensiblen Eises auswirkten. Grund dafür sei die Kältesteuerung, welche die Eishalle prioritär berücksichtige. «Im kommenden Sommer soll das System umgebaut werden. Dann können wir auch infrastrukturell mit den besten Curlinghallen der Schweiz mithalten», freut sich Kerstin Ruch.

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