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Mit Herzblut auf dem Öko-Trip: Jugendliche gründeten Flawiler
Claro Laden

«Jute statt Plastik» – der Slogan zur GEPA-Kampagne stammt von 1978. Die Tasche aus Bangladesch ist zum Kultobjekt geworden, der Claro Laden, der diese zum 40-Jahr-Jubiläum nochmals verkaufte, zur Tradition.
Andrea Häusler
Zum 40-Jahr-Jubiläum traf man sich nochmals am Ort des Ursprungs. In der einstigen Schuhmacherei an der Gupfenstrasse beim Marktplatz wurde am 18. November 1978 der erste Dritt-Welt-Laden auf dem Platz Flawil eröffnet. (Bilder: Andrea Häusler)

Zum 40-Jahr-Jubiläum traf man sich nochmals am Ort des Ursprungs. In der einstigen Schuhmacherei an der Gupfenstrasse beim Marktplatz wurde am 18. November 1978 der erste Dritt-Welt-Laden auf dem Platz Flawil eröffnet. (Bilder: Andrea Häusler)

Das wuschlige Haar sind glatter und weniger geworden, die Mähnen kürzer. Strähnen und Schläfen sind ergraut. Doch waren viele der Gründungsmitglieder am Samstag da, wo im November 1978 alles begonnen hatte. Ursula Reinli hatte sich unter die Gäste gemischt, Armin Kramer und Claudia Schmid. Aber auch Bea Schwager, welche das Publikum im Eventlokal «Altes Feuerwehrdepot» auf eine Zeitreise mitnahm.

«Wir wollten die Welt verbessern, kompromisslos», fasste sie die Motivation der damals 16- und 17-jährigen Jugendlichen zusammen. «Und hierfür Konkretes tun.» Eben, einen Laden eröffnen, Bioprodukte aus der Schweiz, Artikel der Importorganisation OS3 sowie Kunsthandwerk von sozialen Institutionen verkaufen. In der entrümpelten, auf Vordermann gebrachten Schuhmacherei ihres Grossvaters sei zudem Recyclingpapier verkauft, Aluminium gesammelt und viel Information mit politischem Hintergrund verbreitet worden.

«Wir waren super öko», erinnert sich Bea Schwager lächelnd. Dann erzählt sie von den Bio-Eiern, die mit dem Leiterwagen von der Egg nach Flawil gekarrt worden seien. Und vom Eierproduzenten Hungerbühler, der ihnen am Dorffest alle Freilandeier abgekauft habe. «Weil er nicht wollte, dass wir weiterhin Propaganda gegen die Boden- und Käfighaltung machen».

Ein Teil der 14 Jugendlichen, die 1978 mit der Eröffnung eines Dritt-Welt-Ladens die Basis für den Claro Laden am Flawiler Bahnhofplatz legte.

Ein Teil der 14 Jugendlichen, die 1978 mit der Eröffnung eines Dritt-Welt-Ladens die Basis für den Claro Laden am Flawiler Bahnhofplatz legte.

Die Vision einer globalen Wirtschafts- und Umweltgerechtigkeit, die Auseinandersetzung mit Fragen um die christliche Weltverantwortung sind charakteristisch für die Zeit, liessen verschiedenenorts Dritt-Welt-Gruppen entstehen. Das Engagement der Flawiler Jugendlichen ist nicht zuletzt der Gesprächsgruppe des damaligen Pastoralassistenten Rolf Haag zu danken. Er war an der 40-Jahr-Feier zugegen, obwohl er Flawil längst verlassen hat. «1981 ging ich nach Herisau und baute dort einen Dritt-Welt-Laden auf. Auch den gibt es nach wie vor», sagte er.

Mit dem älter werden der Initianten und den zunehmend unterschiedlichen Meinungen über die Ausrichtung des Ladens (Politik oder Verkauf) übernahm die ältere Generation das Zepter. Der Dritt-Welt-Laden wechselte erst an die Degersheimerstrasse, dann in den alten Güterschuppen.

Seit 1999 bildet ein Verein die Trägerschaft. Dessen Präsidentin, Marie-Theres Rüegg, erinnerte an den Ladenumbau am heutigen Standort am Bahnhofplatz im Jahr 2004, der eine kräftiges Umsatzwachstum gebracht habe. «Zwar bieten heute auch die Grossverteiler Fair-Trade-Produkte an, doch brauche es die Claro Läden weiterhin», sagte sie. Zumal diese explizit kleinere Produzenten berücksichtigten.

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