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Mit Globuli gegen Hatschi: Der Pollenzeit mit Homöopathie trotzen

Kaum ist die Erkältung vorbei, steht er schon in den Startlöchern: der Heuschnupfen. Homöopathie gilt als beliebte Methode die Pollenallergie loszuwerden. Ein Interview über die Alternativmedizin mit der Homöopathin und Praxisinhaberin aus Niederbüren Barbara Marty.
Joëlle Ehrle
Wenn der Ausflug an die frische Luft zur Qual wird: Heuschnupfen ist zwar unangenehm, jedoch behandelbar. (Bild: fotolia)

Wenn der Ausflug an die frische Luft zur Qual wird: Heuschnupfen ist zwar unangenehm, jedoch behandelbar. (Bild: fotolia)

Mit den steigenden Temperaturen scheint der Frühling nicht mehr weit entfernt. Die Tage werden länger, Zeit will vermehrt an der frischen Luft verbracht werden und Fauna sowie Flora werden wieder aktiver. Besonders Letztere blüht im Frühling wortwörtlich auf: Mit der vermehrten Sonneneinstrahlung erwacht die Pflanzenwelt aus ihrem Winterschlaf und entfaltet ihre ganze Pracht: Die Pollen fliegen und dann ist auch der Heuschnupfen nicht mehr weit.

Es gibt viele Methoden, die eine Linderung gegen den lästigen Schnupfen im Frühjahr versprechen: Medikamente, Nasensprays oder Immuntherapien stellen nur ein paar Möglichkeiten dar, der Pollenallergie den Kampf anzusagen. Viele Allergiker schwören aber auf Homöopathie, eine Heilmethode, die auf dem Ähnlichkeitsprinzip beruht. Dieses besagt, dass allergische Reaktionen auf bestimmte Pflanzen mithilfe von Arzneimitteln auf pflanzlicher Basis beseitigt werden können. Doch wann ist der ideale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Globuli-Kügelchen, sind Nebenwirkungen ein Thema und was ist mit dem Placebo-Effekt?

Barbara Marty, Geschäftsführerin der Praxis für klassische Homöopathie in Niederbüren, kennt sich im Umgang mit Heuschnupfen aus und teilt ihre Erfahrungen im Interview.

Gibt es im Februar bereits Allergiker, die ihre Praxis aufsuchen?

Barbara Marty: Ich behandle das ganze Jahr Patientinnen und Patienten mit Heuschnupfen. Während der Zeit, in der viele Pollen in der Luft sind, kommen Patienten mit akuten Beschwerden. Den Rest des Jahres behandle ich sie konstitutionell. Das heisst, die Lebenskraft wird so gestärkt, dass der Körper im folgenden Jahr die Heuschnupfensymptome abgeschwächt oder im besten Fall nicht mehr zeigt.

Wird Heuschnupfen-Patienten zu einer regelmässigen Behandlung geraten oder kann irgendwann auf die Kügelchen verzichtet werden?

Am Anfang einer Behandlung kommen die Patienten für eine Erstanamnese in die Praxis. Nach einer Arzneimittelverschreibung wird ein zweiter Termin abgemacht. Da die Behandlungen individuell sind, ist das weitere Vorgehen auch sehr unterschiedlich. Das Ziel einer Behandlung durch die klassische Homöopathie ist, dass der Körper nach einer gewissen Zeit so stark ist, dass keine Heuschnupfensymptome mehr produziert werden. In diesem Fall wird die Behandlung abgeschlossen und es müssen nicht mehr regelmässig Globuli eingenommen werden.

Welche Pflanzen oder Sträucher können zur jetzigen Jahreszeit ein Problem für Allergiker darstellen?

Bei diesen warmen Temperaturen, wie jetzt im Februar 2019, können bereits Hasel und Erlenpollen in der Luft sein.

Temperatur und Wetter spielen also zentrale Rollen, was Zeitpunkt und Intensität einer Allergie angeht?

Je schöner das Wetter ist, desto mehr Pollen fliegen. Bei lang anhaltend schönem Wetter wird die Pollenkonzentration in der Luft immer grösser, was für Allergiker zu einer echten Plage werden kann. Ein Regentag ist dann oft ein Segen.

Was ist der grundsätzliche Vorteil der Homöopathie im Vergleich zu Medikamenten aus der Apotheke?

Bei einer Konstitutionsbehandlung durch die klassische Homöopathie werden der Körper und die Lebenskraft gestärkt. Es ist eine ganzheitliche Behandlung mit dem Ziel, dass sich der Heuschnupfen in den kommenden Jahren nicht mehr zeigt oder nur noch abgeschwächt. Medikamente aus der Apotheke lindern die Symptome für den Moment, im kommenden Jahr wird sich der Heuschnupfen wieder zeigen.

Wann ist eine homöopathische Behandlung am sinnvollsten und effektivsten?

Heuschnupfen kann homöopathisch akut und konstitutionell behandelt werden. Kommen die Patienten das erste Mal während der Pollenzeit, behandle ich oft zuerst akut. Im Verlauf ist dann eine stärkende Konstitutionsbehandlung sinnvoll. Diese beginnt man am besten, wenn die Pollenzeit vorbei ist. Behandeln sie auch Kleinkinder und Tiere? Ich behandle Personen in jedem Alter. Was die Behandlung von Tieren mit Heuschnupfen betrifft, habe ich weniger Erfahrung.

Gibt es weitere homöopathische Heilmittel abgesehen der Globuli-Kügelchen?

In der klassischen Homöopathie gibt es auch homöopathische Heilmittel in Form von Tropfen. Es wird immer nur ein Mittel verabreicht und keine Mischungen. Die Globuli oder Tropfen sind jeweils individuell abgestimmt, mit dem Ziel die Lebenskraft zu stärken und nicht nur eine Symptomlinderung zu erreichen.

Können Nebenwirkungen auftreten?

Nebenwirkungen können auftreten, wenn falsche homöopathische Mittel über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Ebenfalls können sich unerwünschte Wirkungen zeigen, wenn ein Mittel zu oft oder in der falschen Dosierung eingenommen wird. Die Aussage «Nützt es nichts, so schadet es nicht» ist hier fehl am Platz.

Kann es sein, dass die Wirkung allenfalls auch durch Einbildung (Placebo-Effekt) hilft?

Meine Erfahrung zeigt, dass Globuli nicht nach dem Placebo-Effekt wirken. Tiere und Kleinkinder wissen oft nicht, weshalb sie die homöopathischen Mittel bekommen, trotzdem ist der Erfolg da. Ich hatte auch schon Erwachsene in der Praxis, die sagten, sie glaubten zwar nicht an die Wirkung der Globuli, doch versuchen möchten sie es trotzdem. Auch bei diesen Personen haben die Globuli gute Wirkung gezeigt.

Spricht die Behandlung die meisten Patienten an?

Sehr viele Patienten sprechen gut auf eine homöopathische Konstitutionsbehandlung an.

Ab wann verzeichnen Sie die meisten Klienten?

Die meisten Patienten kommen das erste Mal für eine Behandlung im Frühling, wenn die Symptome akut sind. Ich mache die Patienten jeweils darauf aufmerksam, dass eine konstitutionelle Behandlung auf Zeit mehr Sinn macht. Viele kommen dann im Herbst nochmals für eine ganzheitliche Konstitutionsbehandlung.

Denken Sie, dass immer mehr Menschen von dieser pflanzlichen Alternative Gebrauch machen?

Das Umdenken in den Köpfen findet bereits statt. Viele Menschen möchten nicht jeden Frühling die Heuschnupfensymptome akut unterdrücken, sie möchten davon loskommen. Die Leute möchten den Frühling wieder geniessen können. Die klassische Homöopathie ist eine taugliche Unterstützung auf dem Weg gesund zu werden.

Barbara Marty: «Die Aussage ‹Nützt nichts, so schadet es nicht› ist hier fehl am Platz.»

Barbara Marty, Homöopathin aus Niederbüren

Barbara Marty, Homöopathin aus Niederbüren

Zahlen und Fakten

Allergien auf den Blütenstaub bestimmter Pflanzen sind weit verbreitet. Laut dem Allergiezentrum Schweiz (Aha!) sind etwa 1.2 Millionen Menschen schweizweit von Heuschnupfen geplagt. Das betrifft rund 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung. Nur zirka 20 der rund 3500 verschiedenen Pflanzenarten belasten Betroffene. Eine Pollenallergie tritt in der Regel erst ab dem 3. Lebensjahr auf.

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