Mit Essay über «Die Grenzen der Freiheit»: Wilenerin gewinnt Bronze an Philosophie-Olympiade

Die Maturandin Nadine Jabornegg überzeugt mit ihrem Essay über die «Grenzen der Freiheit».

Katja Brütsch
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Die Grenzen der Freiheit – das Thema im Finale – werden durch das Coronavirus deutlich sichtbar.

Die Grenzen der Freiheit – das Thema im Finale – werden durch das Coronavirus deutlich sichtbar.

Bild: Georgios Kefalas/Keystone

Nadine Jabornegg gewann am 21. März Bronze an der diesjährigen Schweizer Philosophie-Olympiade. Bereits zum dritten Mal nahm sie an der Olympiade teil, so weit wie letzte Woche kam sie jedoch noch nie.

Mit ihrer Platzierung zeigt sich Jabornegg zufrieden. Erwartet habe sie dies nicht, da sie nach der Abgabe kein allzu gutes Gefühl hatte. «Normalerweise bin ich gerade nach der Abgabe relativ zufrieden mit meinem Essay. Erst später fallen mir alle Argumente ein, die ich im Essay nicht aufgegriffen habe», resümiert die Maturandin.

Die Grenzen der Freiheit in Zeiten des Coronavirus

Eine bestimmte Themenvorliebe habe sie nicht. «Meine Vorlieben ändern sich immer wieder ein bisschen. Aber es gibt kein Thema, für das ich mich überhaupt nicht interessieren könnte», ergänzt Jabornegg.

Momentan fasziniert sie die sogenannte Erkenntnistheorie und den damit verbundenen Wissensbegriff. In diesen Themenbereich fallen Fragen wie: Kann man etwas wissen? Was braucht es, um etwas zu wissen?

«Mein Essay aus dem diesjährigen Halbfinale passt in diesen Bereich. Ich habe mich mit der Frage auseinandergesetzt, ob Naturwissenschaften wichtiger seien als Geistes- und Sozialwissenschaften», ergänzt Jabornegg.

Im Finale schrieb sie dann über die Grenzen der Freiheit. Ein passendes Thema in Zeiten, in denen uns das Coronavirus sozusagen gefangen hält. Das Virus war auch der Grund, warum das Finale vorletzten Samstag nicht wie geplant in Bern stattfinden konnte.

Die Finalisten bekamen ihre Themen ausnahmsweise per E-Mail geschickt, und mussten ihre Essays zu Hause verfassen. So konnte das Social Distancing ohne Probleme eingehalten werden. Jabornegg zeigt sich ein bisschen enttäuscht über den Ausfall des viertägigen Treffens.

«Im Halbfinale haben wir alle zusammen zu Mittag gegessen und dabei viel über unsere Essays diskutiert. Den Austausch finde ich sehr wichtig», erklärt sie. Zwar hatte es dieses Jahr auch eine Möglichkeit zum Austausch gegeben, über einen Videocall, jedoch hatten die Jugendlichen mit technischen Problemen und schlechter Qualität zu kämpfen.

Kanti Wil brachte Jabornegg zur Teilnahme

Geschrieben hat die 18-jährige Wilenerin schon immer gerne. «Ich denke gerne über ein Thema oder eine These genauer nach. Ausserdem finde ich es interessant, zu erfahren, was andere dazu denken», begründet Jabornegg.

Durch den Austausch mit anderen Jugendlichen würden sich immer neue Gedankengänge und Ideen ergeben. Auf die Philosophie-Olympiade aufmerksam wurde Jabornegg durch die Kanti Wil. «In der Schule hingen Plakate, die dafür geworben haben, und auch unser Lehrer hat uns ermutigt, mitzumachen», ergänzt Jabornegg.

Philosophie ist auch weiterhin Thema

Philosophie interessiert Jabornegg schon seit längerem. In der Kanti wählte sie erst das Wahlpflichtfach und später das Ergänzungsfach.

Auch ihre Maturaarbeit ist in diesem Themenbereich anzusiedeln. Im Bereich der experimentellen Philosophie beschäftigte sie sich mit Fragen wie: Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit ich etwas, was mir jemand erzählt, glaube? Und welchen Einfluss hat es, wenn der Sprechende ein Experte in diesem Bereich ist? Nach der Matura möchte Jabornegg Philosophie studieren.