Mit einem neuen Reglement gegen Vandalismus und Ruhestörung: Der Jonschwiler Gemeinderat reagiert

Die Gemeinde hat ein Reglement über Ruhe, Ordnung und Sicherheit erlassen, das noch bis am 7. Oktober aufliegt.

Tobias Söldi
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Die obligatorischen Hinweistafeln verraten es: Das Oberstufenzentrum Degenau wird videoüberwacht. Bild: Tobias Söldi

Die obligatorischen Hinweistafeln verraten es: Das Oberstufenzentrum Degenau wird videoüberwacht. Bild: Tobias Söldi

«Die Toleranz hat etwas abgenommen», sagt der Pascal Knaus, der Jonschwiler Gemeinderatsschreiber. Laute Musik bis in die Nacht oder Rasenmähen über die Mittagszeit – «Wir entwickeln uns eben in Richtung 24-Stunden-Gesellschaft», erklärt sich Knaus diesen Umstand. In den vergangenen Jahren habe man vermehrt Anfragen zu den Ruhezeiten erhalten Darauf hat die Gemeinde Jonschwil nun reagiert und ein Reglement über Ruhe, Ordnung und Sicherheit erarbeitet. Es liegt noch bis am Montag, 7.Oktober, auf und untersteht dem fakultativen Referendum.

Zurzeit hat die Gemeinde kein entsprechendes Reglement. «Gemäss Polizeigesetz ist ein solches aber auch nicht zwingend nötig», sagt Knaus. Man habe sich bis anhin auf übergeordnete Gesetze berufen. In das neue Reglement packte man nicht nur Bestimmungen über die Ruhezeiten, sondern auch über die Benützung von öffentlichen Plätzen, die Luftreinhaltung, Littering und anderes – ganz nach dem Motto «Wenn schon, denn schon». Das Reglement wird die kommunale Rechtsgrundlage bilden.

Neuralgische Punkte: Schulanlagen

Nur in einem Bereich hatte die Gemeinde bereits ein eigenes Reglement, es wird in das neue integriert: bei der Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Dieses regelt, wo und unter welchen Bedingungen Videoaufnahmen gemacht werden dürfen. Zurzeit ist eine Kamera beim Veloparkplatz des Oberstufenzentrums Degenau in Betrieb, die auch die Personenidentifikation erlaubt.

Überhaupt scheinen Schulanlagen in Sachen Vandalismus und Ruhestörung neuralgische Punkte zu sein. Knaus nennt vereinzelte Sachbeschädigungen, Sprayereien und Jugendliche, die bis in die Nacht hinein auf dem Areal Zeit verbringen und Musik hören. «Das sind Dinge, die wir mitkriegen, die kosten und Aufwand bringen», sagt Knaus.

Auch in Uzwil sind Kameras in Betrieb

Jonschwil ist damit aber nicht alleine. Auch in Uzwil – um nur ein Beispiel von mehreren zu nennen – ist die Problematik bekannt: Bei den beiden Oberstufenschulhäusern und dem Schulhaus Oberberg in Henau sind in den vergangenen Jahren Überwachungskameras im Aussenraum installiert worden. Der Grund auch hier: Sachbeschädigungen.

Das neue Reglement für Jonschwil wird zudem die Befugnisse der eingesetzten Sicherheitsorgane regeln, zum Beispiel welche Personen sie unter welchen Umständen wie wegweisen dürfen. Wer diese Aufgaben übernehmen werde, sei noch offen, sagt Knaus. Eine Möglichkeit wären private Sicherheitsdienste. «Auf diese Weise können wir die Ressourcen gezielt einsetzen und Kontrollen delegieren», so Knaus.

Denn Probleme treten oft punktuell auf. Verstärkt im Sommer, selten im Winter, manchmal auch abhängig von bestimmten Veranstaltungen, etwa Fussballspielen. Keinen Eingang ins Reglement gefunden haben hingegen Strassenmusik oder Bettelei. «Das ist in Jonschwil überhaupt kein Thema», sagt Knaus.