Mit eigenen Waffen geschlagen

Noch nie hatte Degersheim ein Coop Gemeinde Duell verloren. Das änderte mit der sechsten Auflage des Wettstreits von «Schweiz bewegt». Die erste Niederlage brachte den Degersheimern ausgerechnet Newcomerin Neckertal bei.

Andrea Häusler
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Wo sich klassenweise Schülerinnen und Schüler bewegen, werden in kurzer Zeit viele Bewegungsminuten generiert. (Bild: Reto Brüllmann)

Wo sich klassenweise Schülerinnen und Schüler bewegen, werden in kurzer Zeit viele Bewegungsminuten generiert. (Bild: Reto Brüllmann)

DEGERSHEIM. Nach fünf Siegen in Serie ist Degersheim entthront – geschlagen sozusagen mit den eigenen Waffen. Neckertal hatte das von den Degersheimern erworbene Know-how genutzt und geschickt gegen den Kontrahenten eingesetzt. Entsprechend entspannt und mit einem Augenzwinkern quittiert Primarschulleiter und OK-Mitglied Reto Brüllmann die Niederlage. «Eigentlich sind auch wir Sieger», sagt er. «Denn es waren unsere Coaches und unsere erprobte Siegesstrategie, die den Neckertalern letztlich zum Titel verholfen haben.»

Mit Schülern gepunktet

Die Gemeinde Neckertal beteiligte sich dieses Jahr erstmals am Coop Gemeinde Duell von «Schweiz bewegt» und hatte die Nachbargemeinde gebeten, das OK in die Prozesse einzuführen und schliesslich als Gegner zum Duell anzutreten. «Wir haben nicht taktiert, unsere Karten, beziehungsweise Erfolgsrezepte offengelegt», sagt Brüllmann und erwähnt den Bewegungsmorgen der Schule, mit dem man im Vorjahr den Gegner Grabs innert weniger Stunden pulverisiert hatte. «Die Neckertaler haben diesen Bewegungsevent am Nachmittag mit der Oberstufe fortgesetzt und uns überflügelt.»

Degersheim distanziert

326 959 zusätzliche Bewegungs-Minuten oder knapp 5450 Stunden hatten der Gemeinde Neckertal den Sieg beschert. Damit distanzierte der Neuling im Reigen der Duell-Gemeinden das siegerprobte Degersheim deutlich. Die fünfmalige Titelgewinnerin hatte es auf 243 124 Minuten oder eben gut 4050 Stunden gebracht.

Auch nach der sechsten Teilnahme an dem 2009 lancierten Coop Gemeinde Duell zieht Reto Brüllmann eine positive Bilanz: «Die Bevölkerung macht nach wie vor mit, wenngleich sich natürlich eine Art von <Stammkundschaft> gebildet hat, die – gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern – immer wieder mit dabei ist.»

OK bleibt unterdotiert

Die Verdichtung des Programms beziehungsweise der Veranstaltungsdauer von drei auf zwei Tage habe sich bewährt, resümiert Brüllmann. Die personellen Probleme im Organisationskomitee konnten damit aufgefangen, aber nicht beseitigt werden. Deshalb bleibt vorderhand offen, ob es für Degersheim eine siebte Teilnahme im kommenden Jahr geben wird.

«Damit sich der Anlass nicht totläuft, sind immer wieder neue, attraktive Angebote nötig», ist Reto Brüllmann überzeugt. Dies könnten auch Bewegungs-aktivitäten sein, die autonom durchgeführt, jedoch im Rahmen des Gemeinde Duells abgerechnet werden. Solche bedürfnisgerechte Angebote aufzuspüren und aufzuziehen bedinge jedoch Motivation, Energie, Zeit und nicht zuletzt die nötigen personellen Ressourcen. Brüllmann verhehlt nicht, dass nach der sechsten Teilnahme am einen und anderen Ort Defizite auszumachen sind. Vor allem sei das anfänglich grosse und breit abgestützte OK sukzessive geschrumpft: Mitglieder hätten sich zurückgezogen und neue seien nicht hinzu gestossen.