Mit der Natur verbunden

Vroni Krucker
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Zwischen den grossen Skulpturen im Gespräch: Cornelia Scherrer, Aktuarin Stiftung Wilhelm Lehmann, Schreiner Noldi Schmid und Stiftungspräsident Markus Lehmann. (Bilder: Vroni Krucker)

Zwischen den grossen Skulpturen im Gespräch: Cornelia Scherrer, Aktuarin Stiftung Wilhelm Lehmann, Schreiner Noldi Schmid und Stiftungspräsident Markus Lehmann. (Bilder: Vroni Krucker)

Niederhelfenschwil In der Budig der Kobesenmühle fanden die Skulpturen des Holzkünstlers Marcus Messmer grossen Anklang. Messmer kommt ursprünglich aus dem kaufmännischen Bereich. Zusammen mit seiner Frau Michaela bearbeitet er einen zwölf Hektar grossen Biobauernhof mit grosser Blumenwiese und Naturgarten im thurgauischen Wolfikon, Gemeinde Amlikon-Bissegg. Viel Zeit verbringt er mit der Kettensäge und seinen aussagekräftigen Holzskulpturen im Wald oder in der Werkstatt.

Werkstoff aus dem Wald

Er findet seinen Werkstoff in den Ostschweizer Wäldern vom Seerücken bis ins Fürstenland, vom Sturm gefällt oder vom Förster zum Abholzen freigegeben. Dort, wo er das geeignete Holz findet, wird es auch bearbeitet, oft auch mit Stirnlampe in der Nacht. Weil zum Beispiel ein Eichenstamm bei circa 30 Meter Höhe 12 bis 14 Tonnen wiegt, muss er so weit bearbeitet werden, dass er nach Hause transportiert werden kann. Nur kleinste Teile werden gefeilt. Sieht man die feinen Skulpturen, kann man es kaum glauben, ist die Kettensäge doch ein recht schweres Arbeitsgerät – und eine äusserst ruhige Hand gefordert, vor allem bei Hals und Kopf. Für den Künstler ist es sehr wichtig, dass die organische Einheit des Holzes beibehalten wird. So entstehen die Figuren je nach Beschaffenheit des Stammes oder Astes, die spätere Form ist vorgegeben. Die meist schlanken, hohen Figuren – einzeln oder in Gruppen – wachsen quasi aus dem Stamm heraus, werden stumme Zeugen des gefällten Baumes oder Astes, lassen ihn in einer anderen Form weiterleben.

In der heimischen Werkstatt wird dann weitergearbeitet, das Werk vollendet. Dabei will Marcus Messmer, dass die ursprüngliche Oberfläche erhalten bleibt und der Figur die eigentliche Struktur gibt. Die Kerb- und Schnitzarbeiten , die durch die Säge entstehen, werden sichtbar. Man soll sehen, dass ein Baum die Basis bildet. Dabei ist es nicht unerheblich, dass die Strukturen am Fundort gemacht werden und somit ganz verschiedene Werke entstehen und ein unterschiedliches Gefühl beim Berühren erzeugt wird.

Wenn die grossen Figuren den richtigen Standort haben, keine Feuchtigkeit hineinziehen kann, erfreuen sie während Jahren. Faszinierend ist auch, dass ganz kleine schlanke Personen oder Gruppen auf die gleiche Art entstehen, wie ihre grossen Freunde. Da und dort, je nach Wunsch, kann eine weisse Patina aufgetragen werden – und somit erscheint das Ganze noch filigraner. Immer aber spürt man die Kraft des im Freien gewachsenen Holzes.

Vroni Krucker

redaktion@wilerzeitung.ch