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Mit der Kälte kam der Vampir

«Ein Biss Dracula» hiess das Stück, welches die fahrende Theaterwerkstatt «Fahr.werk.ö!» mit Jugendlichen aufführte. Die Komturei in Tobel erwies sich dabei als perfekte Kulisse.
Christoph Heer
Die jugendlichen Schauspieler agieren vor historischen Gemäuern. (Bild: Christoph Heer)

Die jugendlichen Schauspieler agieren vor historischen Gemäuern. (Bild: Christoph Heer)

Mittendrin statt nur dabei. Dieser Spruch des deutschen Sportfernsehens trifft bei den Aufführungen der fahrenden Theaterwerkstatt «Fahr.werk.ö!» ins Schwarze. Diese machte wiederum während einer Woche Halt in der Komturei in Tobel und studierte in lediglich fünf Tagen eine 90minütige Aufführung ein.

In vier szenischen Umgebungen erspielten sich dabei die Jugendlichen die Bewunderung des Publikums – und das absolut verdient. «Ein Biss Dracula» liess den Beobachter in sphärische Gefilde eintauchen. So wurde nicht nur in der Komtureibeiz gespielt, sondern auch im Gewölbekeller und sogar im Freien, notabene bei Temperaturen um die sechs Grad, Wolldecken waren aber genügend vorhanden.

Motivierte Jugendliche, stolze Eltern

16 Jugendliche verbrachten ihre Herbstferienwoche in Tobel und spannten mit vier erwachsenen Theaterleuten zusammen; das Resultat erntete wiederkehrend Applausstürme. Natürlich liessen sich die Eltern der jugendlichen Laienschauspieler die Aufführungen am Wochenende nicht entgehen, stolz zeigten sie sich nach den Auftritten ihres Nachwuchses. Dieser selbst war auch zufrieden, obschon vorgängig die Nervosität nicht zu verbergen war. Ellen Reif (13), das zweite Mal mit dabei, und Tanja Lautenbach (13), das erste Mal mit dabei, beide aus Winterthur, schienen überaus erleichtert nach der Premiere am Freitagabend. «Ja, wir waren beide nervös, bevor es losging, doch diese Nervosität wich schnell dem Spass an der Sache, und so behaupten wir heute, dass wir ganz bestimmt wieder mitmachen werden, wenn die Theaterwerkstatt auf Tournée geht. Es war megacool.»

Bei dieser Kulisse ist Spektakel garantiert

Eine coole Zeit hatte auch Conny Stüssi. Die Theatermacherin war sehr zufrieden mit dem Auftritt ihrer Schützlinge, betonte aber auch, dass es herausfordernd sei, ein eigenes Stück in nur fünf Tagen einzuüben.

Ein Besucher resümierte die Vorstellung treffend: «Genau darum lieben wir einerseits das Theater und andererseits die Komturei.» Diese 90 Minuten seien schlicht und einfach sensationell gewesen. «Wenn der motivierte Theaternachwuchs auf eine Kulisse wie die Komturei in Tobel trifft, dann ist Spektakel garantiert.»

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