Mit den Initialen der drei Dörfer

Die Wiler Zeitung stellt in einer losen Serie die Wappen der sechs Gemeinden im Ressort «Region Wil» vor. Heute das Gemeindewappen von Niederhelfenschwil, das auch die Dörfer Lenggenwil und Zuckenriet berücksichtigt.

Albert Büchi
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niederhelfenschwil. Auf eine Anfrage des Kantonalen Staatsarchivs wurde 1935 geantwortet, «dass hier das Wappen der Gemeinde Niederhelfenschwil nicht bekannt sei». Ein solches wurde in der Folge aber zu einem Thema, und 1937 legte der Künstler Wilhelm Lehmann drei Entwürfe vor. Das war exakt 100 Jahre nach dem Zusammenschluss der davor selbständigen Gemeinden Niederhelfenschwil, Lenggenwil und Zuckenriet. Lehmanns Entwürfe erinnerten an dieses Ereignis. Sie zeigten drei verschlungene Hände und die Anfangsbuchstaben N, L und Z.

Symbol für Vereinigung

Durch den Wappenzeichner Baus wurde danach aufgrund von Lehmanns Skizzen ein neuer Entwurf erstellt. Im Juli 1938 genehmigte der Gemeinderat die endgültige Form des Gemeindewappens. Es zeigt in Gold eine Deichsel auf blauem Grund. Begleitet wird dieses Symbol, das drei Arme, die sich die Hand zum Bund reichen, versinnbildlicht, von drei silbernen lateinischen Initialen.

N, L und Z erinnern an die Verschmelzung der drei Gemeinden Niederhelfenschwil, Lenggenwil und Zuckenriet im Jahr 1837 (andere Quellen datieren den Zusammenschluss auf 1803).

Alemannen als Namensgeber

Die Politische Gemeinde Niederhelfenschwil umfasst eben die drei ehemaligen Gerichtsgemeinden Helfenschwil, Zuckenriet und Lenggenwil. Gegen 20 Pergamente des Stiftsarchivs St. Gallen bezeugen Wurzeln dieser drei Gebilde in der Alemannenzeit. Die drei Namen sind denn auch alemannischen Ursprungs.

Helfoltes gab im sechsten oder siebten Jahrhundert seiner Siedlung (Villa) den Namen. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der Name Helfenschwil. Wann und weshalb der Zusatz «Nieder» beigefügt wurde, ist in den der Redaktion zur Verfügung stehenden Unterlagen nicht erwähnt. Vermutlich geschah es zur Unterscheidung von Oberhelfenschwil im Toggenburg.

Wegen einer reichen Dame

Zuckinreod steigt 782 aus dem Dunkel der Geschichte empor. Den Namen darf man wohl als Riet des Zucko deuten. Zuckenriet begegnet man im achten und neunten Jahrhundert elf Mal in Urkunden.

Lenggenwil verdankt seinen Namen dem alemannischen Siedler Linko. Es wird durch eine reiche Dame namens Amata in die Geschichte eingeführt. Am 13.

Dezember 903 vermachte sie den Hof zu Linggenwil mit allem Zubehör, wie von ihrem verstorbenen Mann erhalten, dem Kloster St. Gallen.

Heute beträgt die Fläche der Gemeinde Niederhelfenschwil rund 16 Quadratkilometer. Die Einwohnerzahl liegt bei über 2700. Sie gehört politisch zum Bezirk Wil und liegt auf einem Plateau über der Thurebene und grenzt an den Kanton Thurgau.