«Mit dem Wageli geht es viel besser»

UZWIL. Seit gut einem Jahr säubert Gino Capizzi die Strassen von Uzwil. Bisher musste er den Abfallsack hinter sich herschleifen. Das ist jetzt vorbei. Die Gemeinde hat für den 61-Jährigen einen Sackkarren angeschafft.

Urs Bänziger
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Gino Capizzi reinigt jetzt die Uzwiler Strassen mit Hilfe eines Sackkarrens. (Bild: Urs Bänziger)

Gino Capizzi reinigt jetzt die Uzwiler Strassen mit Hilfe eines Sackkarrens. (Bild: Urs Bänziger)

UZWIL. Gino Capizzi hat auf den Uzwiler Strassen schon viel Abfall aufgelesen. «Aber leider noch kein Geld», sagt er. Täglich geht er auf seine Säuberungstour. Die Route bestimmt er selber. «Ich bin in der ganzen Gemeinde unterwegs, von Stolzenberg über Henau bis nach Nieder- und Oberglatt.» Alles zu Fuss. Seit ein paar Wochen stösst Gino Capizzi einen Sackkarren vor sich her. «Mit dem Wageli geht es viel besser», erzählt er. Die Gemeinde Uzwil hat der Stiftung Business House die Anschaffung von zwei Sackkarren finanziert.

Antrag eines Stimmbürgers

Hans Stohr gab an der letzten Gemeindeversammlung den Anstoss für die Anschaffung. Gino Capizzi säubere unermüdlich die Uzwiler Strassen. Doch es sei ein trauriges Bild, wie er den Abfallsack hinter sich herschleifen müsse. Der Stimmbürger stellte deshalb den Antrag, einen Sackkarren zu kaufen. Der Gemeinderat handelte rasch und unkompliziert. «Seit dem Bericht in der Zeitung über die Gemeindeversammlung grüssen mich auf der Strasse viele Leute und nennen meinen Namen», erzählt Gino Capizzi stolz. Seit gut einem Jahr ist der gebürtige Sizilianer im Beschäftigungsprogramm von Business House tätig. Bevor der 61-Jährige arbeitslos und dann ausgesteuert wurde, arbeitete er als Lagerist und Kellner. «Ich kenne Uzwil gut», sagt Capizzi. Er wohnt seit 20 Jahren an der Fabrikstrasse.

Ihm mache es nichts aus, bei jedem Wetter die Strassen zu säubern. «Ich kann nicht nur rumsitzen und nichts tun, ich würde davon krank werden.» Für ihn sei es schwierig, wieder einen festen Job zu finden. «Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.»

Viel Sauerei auf den Strassen

Solange Gino Capizzi keine feste Stelle hat, wird er weiter Uzwil von Müll befreien. «Ich hätte nie gedacht, wie viel Sauerei es in den Strassen hat. Dosen, Flaschen, Zigaretten, Verpackungen, Essensreste. Alles wird einfach weggeworfen.» Gino Capizzi sammelt alles auf und füllt damit in der Woche ein Dutzend 110-Liter-Abfallsäcke.

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