Mit Bänz Friedli ins Schwarze getroffen

WALLENWIL. «Gömmer Starbucks?» – Mit seinem Programm über die Jugendsprache in all ihren Facetten verblüffte Bänz Friedli das Wallenwiler Publikum. Er überzeugte mit Witz, Charme und scharfsinnigen Beobachtungen; auch der Gemeinde Eschlikon gegenüber.

Christoph Heer
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Bänz Friedli, wie er leibt, lebt und philosophiert. (Bild: Christoph Heer)

Bänz Friedli, wie er leibt, lebt und philosophiert. (Bild: Christoph Heer)

Bänz wer? Das dürfte sich manch einer fragen. Doch wer die heimische Kabarettistenszene nur wenig mitverfolgt, dem ist Bänz Friedli garantiert ein Begriff. Jüngst hat der 1965 Geborene den renommiertesten Radio-Kabarett-Preis im deutschsprachigen Raum erhalten. Der Salzburger Stier wurde ihm im vergangenen Mai überreicht und hievte ihn somit in den Kabarettisten-Olymp.

Hausmann und Kabarettist

Heute lebt Bänz Friedli zusammen mit seiner Familie in Zürich als Hausmann, Autor und Kabarettist und ist auch als Kolumnist für diverse Medien tätig. Als ehemaliger Redaktor für das Nachrichtenmagazin «Facts» und vielen weiteren Engagements in der Presselandschaft sammelt er viel Wissenswertes über Sport und Kultur. All diese Inputs fliessen heute noch in seine Bühnenprogramme, so auch in das aktuelle «Gömmer Starbucks?»

Halb witzig – halb philosophisch

«Gömmer Starbucks?» entstand auf Anregung eines Theaterfestivals im Jahr 2013. Mit diesem thematisch ausgerichteten Kabarettstück landete er schon 2014 auf Rang zwei des Comedyrankings der «Sonntags Zeitung». Die Jury vom Salzburger Stier würdigte ihn indes mit den Worten «kritisch heimatverbunden, sympathisch philosophisch und stets verlässlich witzig».

Und genau so trat er am Dienstagabend auch in Wallenwil auf. Von Beginn an frech, schnörkellos geradlinig und immer wieder ortschaftsverbunden. So wurde an diesem Abend beschlossen, den Baukredit für eine Dreifachturnhalle zu sprechen, «es sind ja eh mehr Leute hier, als an einer Gemeindeversammlung». Natürlich darf – soll – man den Kabarettisten nicht immer ernst nehmen, doch vermehrt trifft er mit seinen Aussagen genau den Nerv der Zeit, oder direkt ins Herz der Zuschauerinnen und Zuschauer, welche es ihm in Wallenwil mit wiederkehrendem Applaus dankten.

Nie mehr nach Sirnach

Bänz Friedli war froh, trat er auf Einladung der Kulturkommission in Wallenwil auf. Denn nach Sirnach geht er nach eigenen Aussagen nie mehr. «Da war ich einmal mit meiner Tochter am Ostschweizer Solistenwettbewerb. Halt etwas spät dran am Sonntagmorgen und prompt die Strassenverkehrsanordnung nicht ganz eingehalten. Mit dem mir auferlegten Bussgeld hätte ich was viel Besseres anfangen können, drum gehe ich nie mehr nach Sirnach.»

Die 140 Besucher in der ausverkauften Aula der Primarschule, die Organisatoren seitens Kulturkommission und Friedli selbst, dürfen absolut zufrieden sein, nach diesem humoristischen, kurzweiligen Höhenflug.