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Mit 176 km/h ins Museum: René Bilger aus Oberuzwil zeigt sein Rennauto im Ortsmuseum Flawil

René Bilger aus Oberuzwil ist Mitglied des Rennclubs Untertoggenburg. An den Wochenenden nimmt er oft an Bergrennen teil. Morgen ist er an einem unüblichen Ort anzutreffen: im Ortsmuseum Flawil.
Zita Meienhofer
Seit 2002 ein Team: Rennfahrer René Bilger und sein WV Golf GTI. (Bild: Zita Meienhofer)

Seit 2002 ein Team: Rennfahrer René Bilger und sein WV Golf GTI. (Bild: Zita Meienhofer)

Mit seinem Rennauto ist René Bilger auf Rennstrecken oder hin und wieder an Autoausstellungen anzutreffen. Nun betritt er Neuland: Morgen Sonntag wird er mit seinem Auto im Ortsmuseum Flawil zu Besuch sein. Der Grund: Die aktuelle Ausstellung über die Rennfahrerkarriere des Flawilers Bruno Eigenmann. Dieser ist Mitglied des Rennclubs Untertoggenburg und hat seine Vereinskollegen eingeladen, im Museum über ihren Sport sowie ihre Autos Auskunft zu geben. René Bilger wird nun mit Fredi Bissegger, Hermann Bollhalder, Markus Bosshard, Peter Brunner, Franz Eigenmann, Tobias Meier und Michael Widmer den Interessierten Rede und Antwort stehen. Bilger, der in Oberuzwil wohnt, wird mit seinem Auto, einem VW Golf 1 GTI an Ort sein. Damit bietet sich den Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, ein Rennauto aus der Nähe zu besichtigen.

41 Jahre für den Rennsport

René Bilger, 59, interessiert sich seit eh und je für den Rennsport, fährt Rennen, seit er 18 Jahre alt ist. War er zu Beginn in Deutschland auf Strecken anzutreffen, auf denen frei gefahren werden konnte, nahm er später am 100-Runden-Rennen im neuenburgischen Lignières teil. Dann machte sich der gelernte Schreiner selbstständig, heiratete und wurde Vater. «Die Zeit fehlte und finanziell lag es auch nicht mehr drin», erklärt er seine Abstinenz vom Rennsport. 2002 packte es ihn wieder. Er kaufte einen VW Golf 1 GTI – ein Wagen, der für den Rennsport lizenziert war. Seither nimmt er jährlich an verschiedenen Rennen teil – Bergrennen oder Slaloms. Dieses Jahr stehen sieben auf dem Programm: Ende April fuhr er den Slalom in Frauenfeld. Mit dem Resultat war er nicht zufrieden. «Ich weiss jedoch, woran es liegt», bekennt er. Das müsse er nun beheben.

Mitte Juni wird er das Bergrennen in Hemberg absolvieren. Dabei sein wird er ebenfalls in Reitnau, Anzère, Oberhallau und Gurnigel. Von den neun Bergrennen, die in der Schweiz stattfinden, ist er sieben schon mehrere Male gefahren. «Massongex und St. Ursanne fehlen mir noch», sagt René Bilger. Es passte jeweils zeitlich nicht. Irgendwann will er das noch nachholen. Speziell das Rennen von St. Ursanne nach Les Rangiers sei eine Herausforderung. Bilger kennt die Rennstrecken. Trotzdem blieb er nicht von Unfällen verschont. Letztes Jahr erwischte es ihn zweimal, wobei nur das Auto schaden nahm. Körperlich blieb er stets unversehrt.

50 Prozent wird geschraubt, 50 Prozent gefahren

Der Autorennsport ist nicht nur ein kostspieliges Hobby, sondern auch ein zeitintensives. Zwar müssen die Rennfahrer nicht täglich oder wöchentlich trainieren, doch haben sie meist eine längere Anreise und die Rennen finden über zwei Tage hinweg statt. Hinzu kommt die Zeit, die zur Verbesserung oder Reparatur des Wagens verwendet wird. René Bilger bringt sein Auto selber auf Vordermann. Er bekommt jedoch Unterstützung. Rund die Hälfte der Zeit, die er für sein Hobby aufwendet, verwendet er zum Schrauben. Beides, das Technische wie das Fahrerische, gefalle ihm, mache den Reiz des Rennsports aus.

Weshalb er nach so vielen Jahren die Begeisterung nicht verloren hat? Ihn faszinieren nach wie vor die Geschwindigkeit, die Töne des Motors, das Fahren zum Rennplatz sowie das Zusammensein unter den Rennfahren. «Es ist das Gesamtpaket», sagt er. Er liebt aber auch die Herausforderung, das Stetig-Schneller-Werden-Können. Wobei er sagt: «Heute fahre ich nicht mehr letzte Rille, bin vernünftiger geworden.» Seine Höchstgeschwindigkeit ist 176 km/h, das Auto würde über 200 km/h laufen. Und falls er gewinnt, ist es für ihn mehr eine Bestätigung, denn die Preisgelder sind bescheiden.

Rennclub Untertoggenburg (RCU)

Der Club ist eine Interessengemeinschaft von etwa 200 Motorsport-Begeisterten. Die Mitglieder legen grossen Wert auf die Geselligkeit, Zweck des Clubs ist jedoch die Unterstützung der rund 100 aktiven RCU-Rennfahrer, des Nachwuchses bei der Tätigkeit ihres Hobbies. Deshalb wird jährlich die Internationale Bewerberlizenz der FIA (Nr. 33) gelöst, um den lizenzierten Fahrern eine Beteiligung bei nationalen und internationalen Motorsportveranstaltungen zu ermöglichen. Auch organisieren die Clubmitglieder eine Plausch-Meisterschaft mit etwa sechs Rennen. Es werden Fahrertrainings auf abgesperrten Rennstrecken und der RCU-Sport-Cup veranstaltet. Bei dieser Meisterschaft kann sich der erfolgreiche RCU-Fahrer ein Preisgeld verdienen. Der Verein hat mehrere lizenzierte, aber auch lizenzfreie Piloten, die mit ihrem fahrerischen und technischen Know-how erfolgreich den Nachwuchs für Slalom-, Berg- und Rundstreckenrennen fördern.

Hinweis Informationen: www.rennclub-untertoggenburg.ch

Vor dem Rennen wird gecheckt – bis zur Unterhose

Um Rennen zu fahren, muss nicht nur das Fahrzeug, sondern auch der Fahrer lizenziert sein. Dafür hatte er einen zweitägigen Kurs zu absolvieren. Die Lizenz bedeutet, dass er sich alle drei Jahre einem medizinischen Untersuch unterziehen muss. Geprüft ist, nebst dem Rennwagen, auch die Ausrüstung: Helm, Halskrause, Overall, Schuhe, Handschuhe, Unterwäsche und Kopfschutz. Ist etwas nicht in Ordnung, kann es eine Busse absetzen. Ob René Bilger das auch schon erlebt hat, das erfährt, wer ihn und seine Kollegen im Ortsmuseum danach fragt.

Hinweis: Der Rennfahrer-Treff findet am Sonntag, 2. Juni, ab 11 Uhr im Ortsmuseum Flawil statt.

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