«Mister Corona» Daniel Koch sass am Mittwochabend bei der Firma Bischoff AG im Kirchberger Stelz auf dem heissen Stuhl

Ein bis zweimal im Jahr organisiert das Unternehmen, das im Schul- und Bürobedarf tätig ist, Gesprächsrunden mit bekannten Persönlichkeiten – am Mittwoch war Daniel Koch zu Gast, der als leitender Bundesangestellter in der Coronakrise nationale Berühmtheit erlangte.

Christoph Heer
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«Mister Corona» Daniel Koch (rechts) war am Mittwochabend zu Gast bei der Firma Bischoff AG. Wie gewohnt sorgte er – trotz ernstem Thema – auch hierbei für einige Lacher. Moderiert wurde der Anlass von Jürg Aegerter.

«Mister Corona» Daniel Koch (rechts) war am Mittwochabend zu Gast bei der Firma Bischoff AG. Wie gewohnt sorgte er – trotz ernstem Thema – auch hierbei für einige Lacher. Moderiert wurde der Anlass von Jürg Aegerter.

Bild: Christoph Heer (Stelz, 2. September 2020)

«Ab nächstem Sommer, wenn der Impfstoff da ist, wird sich das Ganze zum Guten wenden. Normalität ab Winter 2021 und ab dann drei Jahre bis Covid-19 mehr oder weniger vergessen sein wird», prognostiziert Daniel Koch.

Ob es in diesem Rahmen eintreffen wird, weiss niemand, Koch selbst sagt indes, dass er in seinem Amt als ehemaliger Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten BAG, vieles richtig gemacht hat.

«Zumindest was die Kommunikation
nach aussen betrifft, ja, ich würde
alles genau gleich machen».

Maske ist bloss ein Hilfsmittel

Koch beantwortet Fragen, welche vom rund 60-köpfigen Publikum gestellt wurden. Ruhig und gelassen, so, wie man ihn mittlerweile schweizweit kennt und auch nach seiner Pensionierung wahrnimmt. Vorgängig ist es der ehemalige SRF-Journalist Jürg Aegerter, der Daniel Koch mit Fragen eindeckt.

Immer wieder wird dabei das Objekt «Schutzmaske» thematisiert. Daniel Koch ist nach seinen Aussagen kein Fan von besagtem Gesichtsschutz. «Das Allerwichtigste ist nach wie vor, auf absoluten Körperkontakt zu verzichten. Die Maske ist dabei lediglich ein Hilfsmittel, gewisse Hygienevorschriften einzuhalten. Abstand halten ist das A und O in dieser Zeit der Pandemie.»

Wer mitdenkt profitiert

Koch ruft auf, Eigeninitiative walten zu lassen und das nicht zu knapp. «Wer aktiv mitdenkt ist im Vorteil und man darf auch einmal auf gewisse Sachen verzichten, das hat noch niemandem geschadet.» Das Publikum im Saal der Firma Bischoff AG setzt sich hauptsächlich aus Personen der Branchen Erziehung und Schulwesen zusammen.

Zahlreiche Schulpräsidenten und Schulleiter sind anwesend, die sich brennend für die Worte von «Mister Corona» interessieren. Dass Koch mittlerweile – auch infolge seiner zahlreichen Fernsehauftritte nach seiner Pensionierung – nicht nur Fans hat, ist er sich bewusst.

«Damit muss man jedoch als eine Person der Öffentlichkeit umgehen können.» Mittlerweile agiert Koch als selbständiger Berater für Krisenmanagement und Krisenkommunikation, an seinem Fachwissen wird daher kaum gezweifelt.

Jede Massnahme hat eine Botschaft

Auf die Frage eines Schulleiters, ob es richtig war, Mitte März die Schulen zu schliessen antwortete Koch mit eine Ja. «Es war dahingehend ein richtiger Entscheid, da es damals massive Anordnungen brauchte. In jeder einzelnen Massnahme verbirgt sich zudem eine wichtige Botschaft und diese sollen auch den Kindern vermittelt werden.»

Mit dem erhobenen Mahnfinger sagt Koch zudem, dass es bei Unsicherheiten nur eine Lösung gibt, «lasst euch, bei ersten Anzeichen, auch wenn es nur eine Erkältung sein sollte, testen». Im coronakonformen Sitzapéro wurde abschliessend fleissig weiterdiskutiert.