MISSSTAND: «Macht einfach etwas»

Luc Kauf von den Grünen Prowil ist enttäuscht, dass die Stadt keine Massnahmen gegen das öffentliche Urinieren in der Veloabstellhalle beim Bahnhof ergreift. Er fordert ein Toi-Toi-Häuschen oder ein Verbotsschild.

Philipp.haag@wilerzeitung.c
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Die Veloabstellhalle beim Bahnhof wird von männlichen Zeitgenossen gerne als Pissoir benutzt. (Bild: Philipp Haag)

Die Veloabstellhalle beim Bahnhof wird von männlichen Zeitgenossen gerne als Pissoir benutzt. (Bild: Philipp Haag)

Daniel Stutz meisterte seinen Einstand mit Bravour. Der neue Vorsteher des Baudepartements von den Grünen Prowil hatte aber auch ein wenig Glück. Just am Donnerstag, an dem die Parlamentssitzung stattfand, kam es zu einem Treffen und einem Augenschein mit Vertretern der SBB. Bei diesem sei der Missstand in der Veloabstellhalle beim Bahnhof besprochen worden. Er erwarte eine Klärung der Situation bis Ende April. «Unser Ziel ist es, dass die Gebührenpflicht für die Pissoiranlage wieder aufgehoben wird.» Die Gebührenpflicht in der WC-Anlage ortet der Stadtrat als Ursache dafür, dass viele die Veloabstellhalle als Ort wählen, um sich zu erleichtern, was für Luc Kauf (Grüne Prowil) ein unhaltbarer Zustand ist. Beissender Geruch, klebriger Boden. Er hatte darum eine Interpellation unter dem Titel «Pissoir am Bahnhof» eingereicht, in der er die Stadtregierung aufforderte, gegen die misslichen Zustände vorzugehen.

Keine zusätzlichen Vorkehrungen

In der Antwort, welche Stutz’ Vorgänger veranlasst hatte und diese sinnigerweise mit «WC-Anlage am Bahnhof» überschrieb, weist dieser lediglich daraufhin, dass das öffentliche Pinkeln unter Androhung einer Busse in der Fahrradabstellhalle verboten und der Ordnungsdienst erhöht worden sei sowie täglich eine Trockenreinigung vorgenommen werde. Dass keine zusätzlichen Massnahmen ergriffen werden, enttäuscht Kauf. «Es ist traurig, dass die Stadt für die Veloabstellhalle verantwortlich ist, aber nichts dafür tut.» Es lägen viele Konzepte zur Förderung des ­Veloverkehrs vor, effektiv umgesetzt werde aber praktisch kaum etwas. «Dabei wären bei der Veloabstellhalle einfache Mittel einsetzbar», sagte Kauf. Wieso nicht ein Toi-Toi-Häuschen aufstellen? Möglich sei auch die Verbesserung der Beleuchtung oder das Aufstellen einer Hinweistafel mit dem Hinweis «Urinieren verboten». «Macht einfach etwas», forderte Kauf den Stadtrat auf, «und ersetzt das Duftmittel, weil das gegenwärtig noch scheusslicher ist als das vorherige.» Schliesslich sei der Bahnhof eine Visitenkarte der Stadt.

Philipp Haag

philipp.haag@wilerzeitung.c