«Miss Protein» ganz ohne Bodybuilding

Jonschwil 230 Tiere aus neun Betrieben haben sich an der Jubiläumsschau des Viehzuchtvereins Jonschwil den Experten gestellt. In 100 Jahren hat sich viel geändert.

Christine Gregorin
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«Das ist eine Kuh, die imponiert: Schaut Euch diese Flankentiefe an», tönt es schwärmend aus den Lautsprechern. Die Schauexperten Heini Stricker und Andreas Wittenwiler geben alles. Ein für Aussenstehende abenteuerlich wie amüsant anmutendes Vokabular widerspiegelt ihre Leidenschaft. Neben Breite, Tiefe und Länge sind eine schöne obere Linie, harmonisch plazierte Striche, die Euterbodenhöhe, die optimale Sprunggelenkwinkelung, ein ebenes und funktionelles Becken oder eine sehr gut verbundene Voreuterwand einige der Qualitätsmerkmale, mit denen der Fachmann viel, der Laie kaum etwas anzufangen weiss.

Nahezu 100 Tiere mehr als im Jahr zuvor

Ringmann Manuel Gisler aus Rüeterswil hat die Präsentation im doch eher ungewohnten Sägemehl perfekt im Griff und Speaker Christian Manser sorgt für gute Laune. Genauso wie OK-Präsident Sepp Gämperli oder seine Frau Sabine, ihres Zeichens Festwirtin mitsamt Team aus den Reihen der Bäuerinnen sowie Landfrauen Jonschwil und Schwarzenbach. Ein Plus von nahezu hundert Tieren im Vergleich zum Vorjahr bereitet den Organisatoren viel Freude. Und die Tatsache, dass neun der elf Züchter den Weg zum Technikcenter unter ihre Füsse beziehungsweise Klauen genommen haben, macht das Ganze umso attraktiver für Zaungäste und sonstige Besucherinnen und Besucher. Neben den prestigeträchtigen Wettbewerben kommen zusätzliche Jubiläumsspecials zum Tragen: Miss Protein, Jersey und Genetik sowie Mister Jonschwil.

Milchleistung um 1500 Liter jährlich gestiegen

Am 21. Oktober 1916 wurde die Viehzuchtgenossenschaft zur Förderung der Braunviehzucht gegründet. «Tierhaltung und Fütterung haben sich seither massiv gewandelt», sagt Sepp Gämperli. Dank erfolgreicher Züchtung sei die Milchleistung in den vergangenen 50 Jahren um ca. fünf Liter pro Tag und Kuh gesteigert worden. Dies entspreche rund 1500 Litern im Jahr. Wird nun mit einer durchschnittlich pro Kilogramm Appenzellerkäse benötigten Menge von zehn Litern Milch gerechnet und einem Gewichtmittel von sieben Kilogramm pro Laib, ergibt das jährlich 20 Käse mehr pro Tier.