Militärunterkünfte müssen heute deutlich mehr bieten

REGION. Wenn sich heute morgen in Bazenheid rund 70 Ortsquartiermeister aus der Ostschweiz zu ihrer Tagung treffen, werden sie einmal mehr konstatieren: Die Ansprüche der Armee an die Unterkünfte für die Truppen sind in den vergangenen zehn, zwanzig Jahren deutlich gestiegen.

Hans Suter
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Oberst im Generalstab Christian Obrist, Kommandant der Koordinationsstelle der Territorialregion 4: «Wir sind auf die Gemeinden angewiesen.» (Bilder: Hans Suter)

Oberst im Generalstab Christian Obrist, Kommandant der Koordinationsstelle der Territorialregion 4: «Wir sind auf die Gemeinden angewiesen.» (Bilder: Hans Suter)

REGION. Wenn sich heute morgen in Bazenheid rund 70 Ortsquartiermeister aus der Ostschweiz zu ihrer Tagung treffen, werden sie einmal mehr konstatieren: Die Ansprüche der Armee an die Unterkünfte für die Truppen sind in den vergangenen zehn, zwanzig Jahren deutlich gestiegen. Der Ausbaustandard der Anlagen hat konkrete Auswirkungen auf die Belegung der Truppenunterkünfte in den Gemeinden. Das spiegelt sich in den Einnahmen wider.

Andere Voraussetzungen

«Die Anforderungen sind gestiegen», bestätigt Oberst im Generalstab Christian Obrist. «Eine Füsilierkompanie kommt heute mit 38 Fahrzeugen, 70 Tonnen Material und 100 bis 150 oder mehr Armeeangehörigen an den Dienstleistungsort», nennt der Kommandant der Koordinationsstelle der Territorialregion 4 (siehe Box) als Beispiel. Das verlangt nach einer entsprechenden Infrastruktur. Da zudem vermehrt weibliche Armeeangehörige ihren Dienst in den Kompanien leisten, müssen Schlafen und Nasszellen getrennt sein.

Investitionen sind nötig

Viele Truppenunterkünfte sind in die Jahre gekommen und genügen diesen Anforderungen nicht mehr. Die Gemeinderäte der Standorte stehen nach Ablauf der Vereinbarungen mit der Armee vor der Entscheidung, in die Anlagen zu investieren oder auf Truppenbelegungen zu verzichten. Fragt sich nur, ob sich das lohnt.

30 000 bis 40 000 Franken

«Pro Wiederholungskurs kann eine Gemeinde mit einer Entschädigung von rund 30 000 bis 40 000 Franken rechnen», nennt Christian Obrist als Kalkulationsgrösse. Er schränkt jedoch ein: «Eine Garantie auf Truppenbelegung gibt es nicht.» Während Bazenheid über eine moderne und entsprechend gut belegte Unterkunft verfügt, ist jene in Rickenbach in die Jahre gekommen. «Da wir aufgrund heutiger Anforderungen in Zukunft nicht mit genügend Truppen rechnen können, verzichten wir auf die entsprechenden Investitionen», sagt der Rickenbacher Gemeindepräsident Ivan Knobel. Die Vereinbarung mit der Armee läuft Ende Jahr aus.

Auf Gemeinden angewiesen

In der Territorialregion 4 gibt es laut Christian Obrist rund 80 Gemeinden, die der Armee Truppenunterkünfte anbieten. «Wir sind auf die Gemeinden angewiesen», unterstreicht er. «Die Kasernen stehen uns nicht zur Verfügung, sie sind für die Schulen reserviert.» Zudem sagt er: «Die Truppen leisten gerne Dienst in der Ostschweiz, weil sie von der Bevölkerung freundlich aufgenommen werden.» Auch Westschweizer Einheiten kämen deshalb gerne hierher. Gutbelegte Truppenunterkünfte in der Region befinden sich in den Gemeinden Münchwilen, Zuzwil, Oberbüren, Degersheim, Bazenheid und Kirchberg.

Beispiel Bazenheid: Die unterirdischen Anlagen für Truppen sind modern eingerichtet und bieten einen grossen Aussenparkplatz.

Beispiel Bazenheid: Die unterirdischen Anlagen für Truppen sind modern eingerichtet und bieten einen grossen Aussenparkplatz.

Beispiel Rickenbach: Teile der Anlagen und Einrichtungen für die Truppen sind in die Jahre gekommen. Im Bild die Militärküche.

Beispiel Rickenbach: Teile der Anlagen und Einrichtungen für die Truppen sind in die Jahre gekommen. Im Bild die Militärküche.